Autriche 1918 – 1945
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Alexander Schönau – Der Aufstand des österreichischen Proletariats

 

Oskar Grossman, pseudonyme Alexander Schönau.

Grossman, qui a grandi à Vienne et a d’abord travaillé comme employé de la poste, a fait partie de la direction du Parti à Vienne au sein de l’Union de la jeunesse communiste autrichienne (KJVÖ). En 1930, il fut élu au comité central du KPÖ et, en tant que représentant du Parti, il fut membre du Comité exécutif de l’Internationale communiste entre juin 1932 et novembre 1935. Il fut également délégué au 7e Congrès mondial de l’IC.

Sous la direction de Richard Schüller, rédacteur en chef du Rote Fahne à partir de 1928, Grossman devint en 1930 rédacteur de l’organe central du KPÖ et publia sous le nom d’"Oskar", entre autres à partir de la mi-1931, des reportages sociaux dans la série Streifzüge durch das "rote" Wien. Après l’interdiction du Rote Fahne en 1933, il publia dans les revues Basler Rundschau et Kommunistische Internationale, pour lesquelles il réalisa en outre, sous le pseudonyme d’Alexander Schönau, la brochure Februaraufstand, un numéro unique consacré aux combats de février 1934. La même année, il s’enfuit en Tchécoslovaquie et publie dès lors des articles dans la revue du KPÖ Weg und Ziel qui parait à partir de 1935. Après l’invasion de la Tchécoslovaquie par l’armée allemande, il s’installe en 1939 à Paris avec la direction du parti en exil du KPÖ, puis dans le sud de la France suite à l’avancée des troupes allemandes.

Dans la Résistance, il fut le rédacteur en chef de la revue communiste en exil Nouvelles d’Autriche, à laquelle collaborèrent entre autres Bruno Frei, Fritz Brügel et Erwin Zucker, ainsi que de la revue antifasciste Soldat im Mittelmeer. Sous le pseudonyme de Lucien, il a participé à la direction de la résistance autrichienne dans le sud de la France et également à la lutte politique contre le national-socialisme. Le 27 mai 1944, il fut grièvement blessé lors de l’explosion d’une bombe près de Lyon, perdit la vue et fut arrêté par la Gestapo. Transféré à Lyon, ses traces se perdent.

Alexander Schönau : Der Aufstand des österreichischen Proletariats
(Extraits)[1]

Der Dollfußfaschismus vermochte somit keines der schweren wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Um so entschiedener war seine Offensive gegen die Löhne, und um so entschiedener war auch seine allgemeine politische Offensive gegen das Proletariat. […] Die Heimwehr, auf die sich Dollfuß in erster Linie stützte, hatte vom ersten Tage ihrer Gründung an auf ihre Fahnen die Losung der Liquidierung des sogenannten demokratischen Parteisystems geschrieben. […] Der erste große Schlag des Faschismus zur Zertrümmerung der Arbeiterorganisationen mit dem großen Ziel, den "Marxismus" zu liquidieren, war das Verbot der Kommunistischen Partei. Schlag auf Schlag folgte dann das Verbot aller revolutionären Massenorganisationen, das Verbot des sozialdemokratischen Schutzbundes und des Freidenkerbundes. […] Der Austromarxismus hat durch seine Politik seit der Aufrichtung der faschistischen Diktatur so lange dem Faschismus beim Ausbau der Diktatur seine Dienste erwiesen, bis der Heimwehrfaschismus ihm in diesen Tagen das Rückgrat brach. Der Austromarxismus hat in den elf Monaten Dollfußdiktatur, bei der Aufrichtung der faschistischen Diktatur und späterhin seine Politik der großen Verrätereien mit ganz großen "linken" Manövern getarnt. Die Tage nach dem 12. Februar haben bewiesen, daß die Manöver des Austromarxismus tatsächlich gewagt waren, daß die Manöver der Sozialdemokratie über den Kopf wuchsen. Die Sozialdemokratie hat in Dutzenden Kundgebungen der Dollfußdiktatur ihre Bereitwilligkeit zur offenen Zusammenarbeit dargelegt. […] Im Jahre 1926 hatte der Austromarxismus sein Linzer Programm beschlossen. Dort verkündete er, daß er, "falls die Bourgeoisie den Boden der Demokratie verläßt", die Arbeiterschaft zu gewaltsamen Gegenaktionen aufrufen werde. Der Faschismus hat nun im März 1933 den Parlamentarismus als "Revolutionsschutt" liquidiert. Am 15. März, an dem Tage, an dem das Parlament neuerlich zusammentreten sollte, aber gewaltsam daran verhindert wurde, standen die Arbeiter an den schußbereiten Maschinengewehren. Otto Bauer und Julius Deutsch kümmerten sich den Teufel um das Linzer Programm. Sie riefen die Arbeiter von den Maschinengewehren wieder zurück, und der Faschismus hatte einen entscheidenden Sieg davongetragen. Die Gärung im Proletariat wuchs, und damit auch die "linken" Manöver der SPOe zur Täuschung und zur Zermürbung der Kampfkraft des Proletariats. Je schärfer die Attacken der Bourgeoisie wurden, um so erbärmlicher die SP-Bündnisangebote an Dollfuß. Otto Bauer erklärte im Namen der Sozialdemokratie die Bereitwilligkeit zur offenen Mitarbeit an einer demokratisch bemäntelten faschistischen Diktatur, ihre Bereitwilligkeit, in dieser "außerordentlichen Situation" der Regierung "außerordentliche Maßnahmen" zu bewilligen, ihre Bereitwilligkeit, zur Stützung einer faschistischen Regierung einer Ausschaltung des Parlaments für zwei Jahre zuzustimmen. Gegenüber dem Proletariat jedoch sprach die Sozialdemokratie von der Vorbereitung des Generalstreiks, von Revolution, ja, der Bürgermeister Seitz sprach im Parlament vom "heiligen Recht des Proletariats auf Waffen". Gerade um alle großen Widerstandsbewegungen des Proletariats gegen den Faschismus zu verhindern, verstand sie es geschickt, kleinere Widerstandsbewegungen, die sich auf die Stimmungen der Arbeiter als Ventile auswirken sollten, zuzulassen. Zu diesem Zweck gab sie die demagogische Losung aus : "immer initiativ bleiben, immer sich rühren, immer zeigen, daß die Sozialdemokratische Partei da ist." Gerade diese kleinen Aktionen sicherten einerseits die Führung der Sozialdemokratie, täuschten der Arbeiterschaft eine Initiative des Parteiapparates vor und verhinderte entscheidende Aktionen des Proletariats. Als auf diese Weise die Bourgeoisie eine Reihe größerer Erfolge erzielte, erzählte die Sozialdemokratie der Arbeiterschaft, daß diese Erfolge nichts zu bedeuten hätten, das seien nur kleine "Feldwachen", die von der Bourgeoisie genommen wurden, aber für die große noch bevorstehende Entscheidungsschlacht nichts bedeuten. Die Vorgänge am 1. Mai waren typisch für diese Taktik der Sozialdemokratischen Partei. Zum erstenmal in der Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung seit den neunziger Jahren wurde die Maifeier verboten. Die Bourgeoisie sperrte alle Straßen, in denen die Arbeiterschaft Jahr für Jahr demonstriert hatte, mit Maschinengewehren ab. Die Arbeiter gingen aber trotzdem auf die Straße. Nun begann das Zusammenspiel zwischen Faschismus und sozialdemokratischem Parteiapparat. Die sozialdemokratischen Vertrauensmänner organisierten im Auftrage der Parteiführung einen Spaziergang in den Straßen, sie führten die Arbeiter bis hundert Meter an die Maschinengewehre heran und ließen sie dann umkehren. Wieviel gehörte dazu, daß die Arbeiter die hundert Meter weitergingen bis zu den Maschinengewehren, daß sie bereits damals, am 1. Mai, den bewaffneten Kampf gegen den Faschismus aufnahmen. Doch damals gelang es der Sozialdemokratie noch, das Proletariat vom Kampfe abzuhalten. Solche Situationen gab es mehrere Male. Und gerade auf diese Weise reiften die Kämpfe des Februar 1934 heran, mit eiserner Konsequenz mußte der Moment kommen, wo die Manöver der Sozialdemokratie, die zur Abreaktion der kolossalen revolutionären Spannungen im Proletariat bestimmt waren, versagen mußten.

 



[1]. Alexander Schönau, Der Aufstand des österreichischen Proletariats; Hamburg, Prometheus-Verlag, 1934; ici p. 7‑10.