{"id":1271,"date":"2025-01-15T14:21:57","date_gmt":"2025-01-15T13:21:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/?p=1271"},"modified":"2025-01-17T22:15:38","modified_gmt":"2025-01-17T21:15:38","slug":"ki-1922-11-thesen-taktik-ki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/ki-1922-11-thesen-taktik-ki\/","title":{"rendered":"4. Kongress der Kommunistischen Internationale (5. November &#8211; 5. Dezember 1922) &#8211; Thesen : Die Taktik der Komintern"},"content":{"rendered":"<div class=WordSection1> <p class=Texte align=left style='margin-bottom:0cm;margin-bottom:.0001pt; text-align:left;text-indent:0cm;line-height:3.0pt'><span style='font-size:3.0pt; color:white'><!--more --><\/span><\/p><p class=rocmlIntertitre2art style='margin-top:0cm'><\/p> <div align=center> <table class=MsoTableGrid border=1 cellspacing=0 cellpadding=0 style='border-collapse:collapse;border:none'> <tr> <td width=756 valign=top style='width:16.0cm;border:solid windowtext 1.0pt; border-bottom:none;padding:5.65pt 14.2pt 5.65pt 14.2pt'> <p class=Intertitre2 style='margin:0cm;margin-bottom:.0001pt'><span lang=DE style='color:#E36C0A'>4. Kongress der Kommunistischen Internationale<br> <\/span><span lang=DE style='color:#E36C0A;font-weight:normal'>(5. November &#8211; 5. Dezember 1922)<\/span><\/p> <\/td> <\/tr> <tr> <td width=756 valign=top style='width:16.0cm;border-top:none;border-left: solid windowtext 1.0pt;border-bottom:none;border-right:solid windowtext 1.0pt; padding:5.65pt 14.2pt 5.65pt 14.2pt'> <p class=Intertitre2 style='margin:0cm;margin-bottom:.0001pt;page-break-after: auto'><span lang=DE>Thesen&nbsp;:<br> \u00dcber die Taktik der Komintern<\/span><\/p> <\/td> <\/tr> <tr> <td width=756 valign=top style='width:16.0cm;border:solid windowtext 1.0pt; border-top:none;padding:5.65pt 14.2pt 5.65pt 14.2pt'> <p class=Intertitre2a style='margin:0cm;margin-bottom:.0001pt;line-height: 12.0pt'><span lang=DE style='font-size:11.0pt'>5. Dezember 1922<\/span><\/p> <\/td> <\/tr> <tr> <td width=756 valign=top style='width:16.0cm;border:solid windowtext 1.0pt; border-top:none;padding:5.65pt 14.2pt 5.65pt 14.2pt'> <p class=Texte align=left style='margin-bottom:0cm;margin-bottom:.0001pt; text-align:left;text-indent:0cm;line-height:12.0pt'><span lang=DE style='font-size:11.0pt'>Quelle&nbsp;: <\/span><\/p> <p class=Texte align=left style='margin-bottom:0cm;margin-bottom:.0001pt; text-align:left;text-indent:0cm;line-height:12.0pt'><span lang=DE style='font-size:11.0pt'>4. Kongre\u00df der Kommunistischen Internationale (5. November &#8211; 5. Dezember 1922) &#8211; Protokoll. Verlag der Kommunistischen Internationale, Hamburg, Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachf. L. Cahnbley, 1923, S. 1007&#8209;1018&nbsp;<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:11.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[1]<\/span><\/span><\/span><\/a>&nbsp;<\/span><a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:11.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:11.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE style='font-size:11.0pt'>.<\/span><\/p> <p class=Texte align=left style='margin-bottom:0cm;margin-bottom:.0001pt; text-align:left;text-indent:0cm;line-height:12.0pt'><span lang=DE style='font-size:11.0pt'>[Wir geben diesen Text mit Zustimmung des f\u00fcr die Site <i>321ignition.free.fr<\/i> Verantwortlichen wieder.]<\/span><\/p> <\/td> <\/tr> <\/table> <\/div> <p class=MsoNormal align=center style='text-align:center'><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>1.&nbsp;Best\u00e4tigung der Resolutionen des 3.&nbsp;Kongresses<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Der&nbsp;4. Weltkongre\u00df konstatiert vor allem, da\u00df die Resolutionen des 3.&nbsp;Weltkongresses&nbsp;:<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>1.&nbsp;\u00fcber die Weltwirtschaftskrise und die Aufgaben der Komintern<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>und<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>2.&nbsp;\u00fcber die Taktik der Komintern<\/span><a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/a><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>durch den Gang der Ereignisse und die Entwicklung der Arbeiterbewegung im Zeitraum zwischen dem 3.&nbsp;und 4.&nbsp;Kongre\u00df vollst\u00e4ndig best\u00e4tigt worden sind.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>2.&nbsp;Die Niedergangsperiode des Kapitalismus<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Nach Absch\u00e4tzung der \u00f6konomischen Weltlage konnte der 3.&nbsp;Kongre\u00df mit vollkommener Bestimmtheit konstatieren, da\u00df der Kapitalismus nach Erf\u00fcllung seiner Mission, die Entwicklung der Produktion zu f\u00f6rdern, in unvers\u00f6hnlichen Widerspruch zu den Bed\u00fcrfnissen nicht nur der gegenw\u00e4rtigen historischen Entwicklung, sondern auch der elementarsten menschlichen Existenzbedingungen geraten ist. Im letzten imperialistischen Kriege spiegelte sich dieser fundamentale Widerspruch wider, der durch den Krieg noch versch\u00e4rft wurde und der die Produktions- und Zirkulationsverh\u00e4ltnisse den schwersten Ersch\u00fctterungen aussetzte. Der \u00fcberlebte Kapitalismus ist in das Stadium getreten, in dem die Zerst\u00f6rungsarbeit seiner z\u00fcgellosen Kr\u00e4fte die sch\u00f6pferischen wirtschaftlichen Errungenschaften, die das Proletariat noch in den Fesseln kapitalistischer Knechtschaft geschaffen hat, l\u00e4hmt und vernichtet. <\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Das Gesamtbild des Verfalles der kapitalistischen Wirtschaft erleidet keine Abschw\u00e4chung durch jene unausbleiblichen Schwankungen, der Konjunktur, die dem kapitalistischen System sowohl bei seinem Aufschwung wie bei seinem Abstieg eigent\u00fcmlich sind. Die Versuche b\u00fcrgerlicher und sozialdemokratischer National\u00f6konomen, die in der zweiten H\u00e4lfte des Jahres 1921 in den Vereinigten Staaten und in weit geringerem Ma\u00dfe in Japan und England, teilweise auch in Frankreich und anderen L\u00e4ndern eingetretene Besserung der Konjunktur als Anzeichen einer Wiederherstellung des kapitalistischen Gleichgewichts zu deuten, beruhen teils auf dem Willen zur F\u00e4lschung der Tatsachen, teils auf dem Mangel an Einsicht bei den Lakaien des Kapitals. Der 3.&nbsp;Kongre\u00df, der noch vor Beginn der gegenw\u00e4rtigen industriellen Wiederbelebung tagte, sah voraus, da\u00df diese Wiederbelebung unausbleiblich in mehr oder weniger naher Zukunft eintreten wird, und beurteilte sie schon damals in bestimmtester Form als eine oberfl\u00e4chliche Welle auf der Grundlinie der fortschreitenden Zersetzung der kapitalistischen Wirtschaft. Schon l\u00e4\u00dft sich bestimmt voraussehen, da\u00df, wenn die jetzige Belebung der Industrie nicht f\u00e4hig ist, das kapitalistische Gleichgewicht wiederherzustellen oder auch nur die vom Kriege hinterlassenen klaffenden Wunden zu heilen, die n\u00e4chste zyklische Krise, deren Wirkung mit der Hauptlinie des kapitalistischen Zerfalls zusammentreffen mu\u00df, alle \u00c4u\u00dferungen des letzteren verst\u00e4rken und dadurch die revolution\u00e4re Lage au\u00dferordentlich versch\u00e4rfen wird.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Der Kapitalismus wird bis zu seiner Todesstunde zyklischen Schwankungen unterliegen. Nur die Ergreifung der Macht durch das Proletariat und die sozialistische Weltrevolution k\u00f6nnen die Menschheit vor der Katastrophe retten, die durch das Bestehen des heutigen Kapitalismus hervorgerufen wird.<\/span><\/p> <p class=Texte><i><span lang=DE>Was der Kapitalismus heute durchmacht. ist nichts andere. als sein Untergang. Der Zusammenbruch des Kapitalismus ist unabwendbar.<\/span><\/i><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>3.&nbsp;Die internationale politische Lage<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Auch die internationale politische Lage spiegelt den fortschreitenden Zerfall des Kapitalismus wider.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Reparationsfrage ist immer noch ungel\u00f6st. W\u00e4hrend eine Konferenz der Ententestaaten nach der anderen stattfindet, geht der wirtschaftliche Zerfall Deutschlands immer weiter vor sich und bedroht die Existenz des Kapitalismus in ganz Mitteleuropa. Die katastrophale Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands wird entweder die Entente zwingen, auf die Reparationen zu verzichten, wodurch die wirtschaftliche und politische Krise Frankreichs beschleunigt wird, oder sie wird zur Schaffung eines deutsch-franz\u00f6sischen Industrieblocks auf dem Kontinent f\u00fchren, und diese Tatsache wird die wirtschaftliche Lage Englands und seine Stellung auf dem Weltmarkt verschlechtern, sie wird England und den Kontinent einander politisch gegen\u00fcberstellen. <\/span><\/p> <p class=Texte><i><span lang=DE>Im Nahen Osten<\/span><\/i><span lang=DE> erlitt die Politik der Entente v\u00f6lligen Bankrott. Der Friede von Sevres wurde durch die t\u00fcrkischen Bajonette zerrissen. Der griechisch-t\u00fcrkische Krieg und die anschlie\u00dfenden Ereignisse haben handgreiflich gezeigt, wie labil das jetzige politische Gleichgewicht ist. Das Gespenst eines neuen imperialistischen Weltkrieges wurde deutlich sichtbar. Nachdem das imperialistische Frankreich aus Gr\u00fcnden der Konkurrenz gegen\u00fcber England geholfen hat, das gemeinsame Werk der Entente im Nahen 0sten \u00fcber den Haufen zu rennen, wird es jetzt wieder durch seine kapitalistischen Interessen in die gemeinsame Front des Kapitalismus gegen die V\u00f6lker des Orients zur\u00fcckgetrieben. Dadurch demonstriert aber das kapitalistische Frankreich den V\u00f6lkern des Nahen Ostens noch einmal, da\u00df sie ihren Verteidigungskampf gegen die Unterdr\u00fcckung nur auf der Seite Sowjetru\u00dflands und mit der Unterst\u00fctzung des revolution\u00e4ren Proletariats der ganzen Welt f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/span><\/p> <p class=Texte><i><span lang=DE>Im Fernen Osten<\/span><\/i><span lang=DE> versuchten die siegreichen Ententestaaten, den Frieden von Versailles in Washington zu revidieren. Sie waren jedoch nur imstande, sich eine Atempause zu verschaffen, indem sie eine Art der R\u00fcstungen, n\u00e4mlich die Zahl der gro\u00dfen Schlachtschiffe, f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre verminderten. Zu irgendeiner L\u00f6sung der Frage sind sie nicht gekommen. Der Kampf zwischen Amerika und Japan geht weiter und sch\u00fcrt weiter den B\u00fcrgerkrieg in China. Das Gestade des Stillen Ozeans bleibt nach wie vor ein Brandherd gro\u00dfer Konflikte.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Das Beispiel der <i>nationalen Befreiungsbewegungen<\/i> in Indien, \u00c4gypten, Irland und der T\u00fcrkei zeigt, da\u00df die kolonialen und halbkolonialen L\u00e4nder Brandherde einer wachsenden revolution\u00e4ren Bewegung gegen die imperialistischen M\u00e4chte bilden und unersch\u00f6pfliche Reservoire revolution\u00e4rer Kr\u00e4fte darstellen, die sich bei der gegebenen Lage objektiv gegen die ganze Existenz der b\u00fcrgerlichen Weltordnung auswirken.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Der <i>Versailler Frieden<\/i> wird durch die Tatsachen liquidiert. Er macht aber nicht Platz einer allgemeinen Verst\u00e4ndigung der kapitalistischen Staaten, einem Abbau des Imperialismus, sondern schafft neue Gegens\u00e4tze, neue imperialistische Gruppierungen und neue R\u00fcstungen. Der Wiederaufbau Europas ist bei der gegebenen Lage unm\u00f6glich. Das kapitalistische Amerika will f\u00fcr den Wiederaufbau der europ\u00e4ischen kapitalistischen Wirtschaft keine Opfer bringen. Das kapitalistische Amerika steht da als Aasgeier des kapitalistischen Zerfalls in Europa und es wird sein Erbe sein. Amerika wird das kapitalistische Europa versklaven, falls die europ\u00e4ische Arbeiterklasse nicht die politische Macht ergreift und nicht an die Aufr\u00e4umung der Tr\u00fcmmer des Weltkrieges geht und mit dem Aufbau einer f\u00f6derativen R\u00e4terepublik Europas beginnt.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die letzten Ereignisse in einem an sich kleinen Lande wie in dem gegenw\u00e4rtigen <i>\u00d6sterreich<\/i> sind als Symptom der politischen Lage in Europa von gro\u00dfer Bedeutung. Auf das von der \u00f6sterreichischen Bourgeoisie freudig begr\u00fc\u00dfte Diktat des Entente-Imperialismus ist die ganze omin\u00f6se Demokratie, die den Stolz der F\u00fchrer der 2&nbsp;\u00bd.&nbsp;Internationale bildete, deren Schutz ihnen zum Vorwand f\u00fcr jede Preisgabe der Arbeiterinteressen diente und deren Obhut sie auch den rechtesten Monarchisten, den Christlich-Sozialen und Gro\u00dfdeutschen anvertrauten, denen sie nur zur Wiederherstellung ihrer Macht diente, durch einen Federstrich in Genf<\/span><a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[4]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE> vernichtet und durch die unverh\u00fcllte Diktatur eines einfachen Bevollm\u00e4chtigten der Entente ersetzt worden. Sogar das b\u00fcrgerliche Parlament ist tats\u00e4chlich ausgeschaltet worden, sein Platz hat ein von den Entente-Bankiers eingesetzter Kommis eingenommen. Die Sozialdemokraten haben nach kurzem demagogischem Schein-Widerstand kapituliert und freiwillig mitgeholfen, den Schandantrag zu verwirklichen. Sie haben sich sogar bereit erkl\u00e4rt, in nur schlecht verh\u00fcllter Form in die Koalition wieder einzutreten, um einen Widerstand des Proletariats nach M\u00f6glichkeit zu verhindern.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Diese Ereignisse im kleinen \u00d6sterreich, wie auch der letzte fascistische Umsturz in Italien<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[5]<\/span><\/span><\/span><\/a> beleuchten blitzartig die Unsicherheit der ganzen Lage und beweisen am besten, da\u00df die Demokratie nur ein Scheingebilde ist und in Wirklichkeit eine verschleierte Diktatur der Bourgeoisie bedeutet, an deren Stelle die Bourgeoisie, wo es ihr zweckdienlich zu sein scheint, die brutale Form der wei\u00dfgardistischen terroristischen Reaktion setzt.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Zu gleicher Zeit hat sich die internationale politische Lage <i>Sowjetru\u00dflands<\/i>, des einzigen Landes, wo das Proletariat die Bourgeoisie besiegt hat und f\u00fcnf Jahre lang unter den Anst\u00fcrmen der Feinde die Macht behauptet, in ungeheurem Ma\u00dfe gest\u00e4rkt. In Genua und im Haag versuchten die Ententekapitalisten die russische Sowjetrepublik zu zwingen, auf die Nationalisierung der Industrie zu verzichten, und ihr eine Schuldenlast aufzub\u00fcrden, die Sowjetru\u00dfland in der Tat zu einer Kolonie der Entente machen w\u00fcrde. Der proletarische Staat Sowjetru\u00dfland war jedoch stark genug, dieser Anma\u00dfung Widerstand zu leisten. In dem Chaos des verfallenden kapitalistischen Staatensystems steht Sowjetru\u00dfland von der Beresina bis Wladiwostok, von Murmansk bis zu den Bergen Armeniens da als ein wachsender Machtfaktor in Europa, dem Nahen und Fernen Osten. Trotz des Versuches der kapitalistischen Welt, Sowjetru\u00dfland durch eine finanzielle Blockade zu erdrosseln, wird es imstande sein, an seinen wirtschaftlichen Wiederaufbau heranzugehen. Es wird zu diesem Zwecke ebenso seine eigenen wirtschaftlichen Hilfsquellen ausnutzen, wie auch die Konkurrenz der kapitalistischen M\u00e4chte untereinander, die sie n\u00f6tigen wird, Sonderverhandlungen mit Sowjetru\u00dfland zu f\u00fchren. Ein Sechstel des Erdballes befindet sich in der Macht der Sowjets. Schon die Existenz der Sowjetrepublik Ru\u00dfland wirkt auf die b\u00fcrgerliche Gesellschaft als ein best\u00e4ndiges Element der Schw\u00e4chung, als wichtigster Faktor der Weltrevolution. Je mehr Sowjetru\u00dfland \u00f6konomisch wieder aufersteht und erstarkt, um so m\u00e4chtiger wird dieser hervorragendste revolution\u00e4re Faktor der internationalen Politik an Einflu\u00df wachsen.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>4.&nbsp;Offensive des Kapitals<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Da das Proletariat aller L\u00e4nder, ausgenommen in Ru\u00dfland, den durch den Krieg geschaffenen Schw\u00e4chezustand des Kapitalismus nicht zu entscheidenden Schl\u00e4gen ausnutzte, konnte die Bourgeoisie &#8209;&nbsp;dank der Hilfe der Sozialdemokraten&nbsp;&#8209; die kampfbereiten revolution\u00e4ren Arbeiter niederschlagen, ihre eigene politische und \u00f6konomische Macht wieder befestigen und eine neue Offensive gegen das Proletariat beginnen. Alle Versuche der Bourgeoisie, die internationale Warenproduktion und Warenverteilung nach den St\u00fcrmen des Weltkrieges wieder in Gang zu bringen, geschahen allein auf Kosten der Arbeiterschaft. Die im Weltma\u00dfstabe systematisch organisierte Offensive des Kapitals gegen alle Errungenschaften der Arbeiterklasse erfa\u00dfte im Wirbel alle L\u00e4nder. \u00fcberall baut das reorganisierte Kapital schonungslos den realen Arbeitslohn der Arbeiter ab, verl\u00e4ngert den Arbeitstag, beschneidet die bescheidenen Rechte der Arbeiterschaft im Betriebe und zwingt in den L\u00e4ndern mit niedriger Valuta die bettelarmen Arbeiter, das Unheil zu bezahlen, das im Wirtschaftsleben durch die Geldentwertung entsteht, u.&nbsp;a.&nbsp;m.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Offensive des Kapitals, die in den letzten Jahren Riesendimensionen angenommen hat, zwingt die Arbeiterschaft in allen L\u00e4ndern zu Abwehrk\u00e4mpfen. Tausende und Abertausende von Arbeitern der wichtigsten Produktionsgebiete nahmen den Kampf auf. In den Kampf treten immer neue Gruppen von Arbeitern, die f\u00fcr das Wirtschaftsleben von entscheidender Bedeutung sind (Eisenbahner, Bergarbeiter, Metallarbeiter, Staats- und Gemeindearbeiter). Die meisten dieser Streiks f\u00fchrten bisher zu keinem unmittelbaren Erfolg. Aber dieser Kampf erzeugt bei neuen gewaltigen Scharen der fr\u00fcher r\u00fcckst\u00e4ndigen Arbeiter unendlichen Ha\u00df gegen die Kapitalisten und die sie sch\u00fctzende Staatsmacht. Diese, dem Proletariat aufgezwungenen K\u00e4mpfe zerst\u00f6ren die von den Sozialreformisten und Gewerkschaftsb\u00fcrokraten betriebene Politik der Arbeitsgemeinschaft mit den Unternehmern. Diese K\u00e4mpfe zeigen selbst den r\u00fcckst\u00e4ndigsten Schichten des Proletariats den offensichtlichen Zusammenhang zwischen \u00d6konomie und Politik. Jeder gro\u00dfe Streik wird beute zu einem gro\u00dfen politischen Ereignis. Dabei hat sich gezeigt, da\u00df die Parteien der 2.&nbsp;Internationale<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[6]<\/span><\/span><\/span><\/a> und die F\u00fchrer der Amsterdamer Gewerkschaften<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[7]<\/span><\/span><\/span><\/a> den in schweren Abwehrk\u00e4mpfen stehenden Arbeitermassen nicht nur keine Hilfe leisteten, sondern sie direkt im Stiche lie\u00dfen und sie an das Unternehmertum und die b\u00fcrgerlichen Regierungen verrieten.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Es ist eine der Aufgaben der kommunistischen Parteien, diesen unerh\u00f6rten fortw\u00e4hrenden Verrat an den Pranger zu stellen und an den t\u00e4glichen K\u00e4mpfen der Arbeitermassen zu illustrieren. Es ist Pflicht der kommunistischen Parteien aller L\u00e4nder, die zahlreich ausbrechenden wirtschaftlichen Streiks auszuweiten, zu vertiefen und sie, wenn m\u00f6glich, in politische Streiks und K\u00e4mpfe ausm\u00fcnden zu lassen. Es ist selbstverst\u00e4ndlich Pflicht der kommunistischen Parteien, die Abwehrk\u00e4mpfe und die revolution\u00e4re Erkenntnis und den Kampfeswillen der proletarischen Massen derart zu st\u00e4rken, da\u00df diese bei gen\u00fcgender St\u00e4rke von der Defensive zur Offensive \u00fcbergehen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die systematische Versch\u00e4rfung der Gegens\u00e4tze zwischen Proletariat und Bourgeoisie ist mit der Ausdehnung dieser K\u00e4mpfe unausbleiblich. Die Lage bleibt objektiv revolution\u00e4r und selbst der geringste Anla\u00df kann heute der Ausgangspunkt gro\u00dfer revolution\u00e4rer K\u00e4mpfe werden.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>5.&nbsp;Der internationale Fascismus<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Im engsten Zusammenhang mit der Offensive des Kapitals auf \u00f6konomischem Gebiet steht die politische Offensive der Bourgeoisie gegen die Arbeiterschaft, wie sie sich am krassesten im internationalen Fascismus \u00e4u\u00dfert. Da die zunehmende Verelendung die Massen immer mehr revolutioniert, auch die Mittelschicht einschlie\u00dflich der Beamten erfa\u00dft und die Sicherheit der Bourgeoisie, in der B\u00fcrokratie ein absolut willf\u00e4hriges und ausreichendes Werkzeug zu haben, ersch\u00fcttert, gen\u00fcgen der Bourgeoisie die legalen Unterst\u00fctzungsmethoden nicht mehr. Sie geht deshalb dazu \u00fcber, sich \u00fcberall besondere wei\u00dfe Garden zu schaffen, die sich speziell gegen alle revolution\u00e4ren Bestrebungen des Proletariats richten und mehr und mehr der brutalen Niederschlagung jedes Versuches der Arbeiterschaft, ihre Lage zu verbessern, dienen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Das charakteristische Merkmal des italienischen Fascismus &#8209;&nbsp;des &quot;klassischen&quot; Fascismus, der jetzt f\u00fcr eine Zeitlang das ganze Land gewonnen hat&nbsp;&#8209; besteht darin, da\u00df die Fascisten nicht nur engere konterrevolution\u00e4re, bis an die Z\u00e4hne bewaffnete Kampforganisationen bilden, sondern auch versuchen, durch soziale Demagogie sich einen Boden in der Masse, in der Bauernschaft, im Kleinb\u00fcrgertum, sogar in gewissen Teilen der Arbeiterschaft zu schaffen, wobei sie die notwendigen Entt\u00e4uschungen \u00fcber die sogenannte Demokratie f\u00fcr ihre reaktion\u00e4ren Zwecke geschickt auszunutzen verstehen. Die Gefahr des Fascismus besteht jetzt in vielen L\u00e4ndern&nbsp;: In der Tschechoslowakei, in Ungarn, in fast allen Balkanl\u00e4ndern, in Polen, in Deutschland (Bayern), in \u00d6sterreich, in Amerika, und sogar in L\u00e4ndern wie Norwegen. In dieser oder jener Form ist der Fascismus auch nicht in L\u00e4ndern wie Frankreich und England ausgeschlossen. <\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Eine der wichtigsten Aufgaben der kommunistischen Parteien ist die, den Widerstand gegen den internationalen Fascismus zu organisieren, der gesamten Arbeiterschaft im Kampfe gegen die Fascistenbanden voranzugehen und auch auf diesem Gebiete die Taktik der Einheitsfront energisch anzuwenden, <i>wobei die Methoden illegaler Organisationen unbedingt notwendig sind<\/i>. <\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die wahnwitzige Fascistenorganisation ist aber auch die letzte Karte im Spiele der Bourgeoisie. Die offene Herrschaft der wei\u00dfen Garden richtet sich zugleich gegen die Grundlagen der b\u00fcrgerlichen Demokratie \u00fcberhaupt. Die breitesten Massen des arbeitenden Volkes \u00fcberzeugen sich durch diese Tatsache, da\u00df die Herrschaft der Bourgeoisie nur durch die unverh\u00fcllte Diktatur \u00fcber das Proletariat m\u00f6glich ist.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>6.&nbsp;Die M\u00f6glichkeit neuer pazifistischer Illusionen<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Was die internationale politische Lage im gegebenen Moment charakterisiert, ist der Fascismus, der Belagerungszustand und die steigende Welle des wei\u00dfen Terrors gegen die Arbeiterschaft. Das schlie\u00dft jedoch nicht aus, da\u00df in absehbarer Zeit in sehr wichtigen L\u00e4ndern die offene b\u00fcrgerliche Reaktion durch eine &quot;demokratisch-pazifistische&quot; \u00c4ra abgel\u00f6st wird. In England (St\u00e4rkung der Labour Party bei den letzten Wahlen), in Frankreich (die unvermeidlich kommende Periode des sogenannten &quot;linken Blocks&quot;) ist eine solche &quot;demokratisch-pazifistische&quot; \u00dcbergangsperiode wahrscheinlich und sie kann ihrerseits eine Wiederbelebung der pazifistischen Hoffnungen im b\u00fcrgerlichen und sozialdemokratischen Deutschland ausl\u00f6sen. Zwischen der gegenw\u00e4rtigen Periode der Herrschaft der offenen b\u00fcrgerlichen Reaktion und dem vollen Sieg des revolution\u00e4ren Proletariats \u00fcber die Bourgeoisie liegen verschiedene Etappen und sind verschiedene vor\u00fcbergehende Episoden m\u00f6glich. Die Kommunistische Internationale und ihre Sektionen m\u00fcssen auch diese Eventualit\u00e4ten ins Auge fassen; sie m\u00fcssen verstehen, bei <i>jeder<\/i> Lage die revolution\u00e4ren Positionen zu verteidigen.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>7.&nbsp;Die Lage innerhalb der Arbeiterbewegung<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>In der gleichen Zeit, in der infolge der Offensive des Kapitals die Arbeiterklasse in eine Defensivstellung getrieben wird, vollzieht sich die Ann\u00e4herung und schlie\u00dflich die Verschmelzung der Parteien des Zentrums (Unabh\u00e4ngige) mit den offenen Sozialverr\u00e4tern (Sozialdemokraten)<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family: \"Garamond\",\"serif\"'>[8]<\/span><\/span><\/span><\/a>. In der Zeit des revolution\u00e4ren Aufstieges erkl\u00e4rten sich unter dem Druck der Massenstimmung selbst die Zentristen f\u00fcr die Diktatur des Proletariats und suchten den Weg zur 3.&nbsp;Internationale. Mit der absteigenden Welle der Revolution, die aber nur vor\u00fcbergehend ist, fallen diese Zentristen wieder in das Lager der Sozialdemokraten zur\u00fcck, von dem sie sich innerlich nie gel\u00f6st hatten. Sie, die in den Zeiten revolution\u00e4rer Massenk\u00e4mpfe stets eine z\u00f6gernde und schwankende Haltung einnahmen, versagen jetzt in den Abwehrk\u00e4mpfen und kehren in das Lager der 2.&nbsp;Internationale zur\u00fcck, die immer bewu\u00dft antirevolution\u00e4r war. Die zentristischen Parteien und die ganze zentristische Internationale&nbsp;2&nbsp;\u00bd<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family: \"Garamond\",\"serif\"'>[9]<\/span><\/span><\/span><\/a> sind im Zerfall begriffen. Der beste Teil der revolution\u00e4ren Arbeiter, der vor\u00fcbergehend im Lager des Zentrismus stand, wird mit der Zeit zur Kommunistischen Internationale \u00fcbergehen. Hier und da hat dieser \u00dcbergang bereits begonnen (Italien). Die \u00fcberwiegende Mehrheit der zentristischen F\u00fchrer, die sich jetzt mit Noske<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family: \"Garamond\",\"serif\"'>[10]<\/span><\/span><\/span><\/a>, Mussolini usw. verbinden, werden dagegen zu erbitterten Konterrevolution\u00e4ren werden.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Objektiv kann die Verschmelzung der Parteien der 2.&nbsp;und 2&nbsp;\u00bd.&nbsp;Internationale<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[11]<\/span><\/span><\/span><\/a> f\u00fcr die revolution\u00e4re Arbeiterbewegung nur von Nutzen sein. Die Fiktion einer zweiten, au\u00dferhalb des kommunistischen Lagers stehenden revolution\u00e4ren Partei verschwindet. In der Arbeiterklasse werden nur noch zwei Gruppierungen miteinander um die Mehrheit der Arbeiter ringen&nbsp;: die 2.&nbsp;Internationale, die den Einflu\u00df der Bourgeoisie innerhalb der Arbeiterschaft darstellt, und die 3.&nbsp;Internationale. die das Banner der sozialistischen Revolution und der Diktatur des Proletariats erhoben hat.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>8.&nbsp;Die Spaltung der Gewerkschaften und die Vorbereitung des wei\u00dfen Terrors gegen die Kommunisten<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Vereinigung der Parteien der 2.&nbsp;und 2&nbsp;\u00bd.&nbsp;Internationale hat zweifellos zur Aufgabe, eine &quot;g\u00fcnstige Atmosph\u00e4re&quot; f\u00fcr den systematischen Feldzug gegen die Kommunisten vorzubereiten. Ein Teil dieses Feldzuges ist die planm\u00e4\u00dfige Spaltung der Gewerkschaften durch die F\u00fchrer der Amsterdamer Internationale. Die Amsterdamer schrecken vor jedem Kampfe gegen die Offensive des Kapitals zur\u00fcck und setzen vielmehr ihre arbeitsgemeinschaftliche Politik mit den Unternehmern fort. Um nicht von den Kommunisten in diesem B\u00fcndnis mit dem Unternehmertum gest\u00f6rt zu werden, versuchten sie, den Einflu\u00df der Kommunisten in den Gewerkschaften planm\u00e4\u00dfig auszuschalten. Da die Kommunisten trotzdem in vielen L\u00e4ndern bereits die Mehrheit in den Gewerkschaften erobert haben oder zu erobern im Begriff sind, schrecken die Amsterdamer weder vor Ausschl\u00fcssen, noch vor formellen Spaltungen der Gewerkschaften zur\u00fcck. Nichts schw\u00e4cht so die Kr\u00e4fte des proletarischen Widerstandes gegen die Offensive des Kapitals, wie die Spaltung der Gewerkschaften. Das wissen auch die reformistischen F\u00fchrer der Gewerkschaften. Da sie aber merken, da\u00df sie den Boden unter den F\u00fc\u00dfen verlieren und da\u00df ihr Bankrott unvermeidlich und nahe ist, beeilen sie sich, die Gewerkschaften, dieses unersetzliche Werkzeug des proletarischen Klassenkampfes, zu spalten, damit die Kommunisten als Erbteil nur noch die Scherben und Splitter der alten Gewerkschaftsorganisationen \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Einen schlimmeren Verrat hat die Arbeiterklasse seit dem August 1914 nicht gesehen.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>9.&nbsp;Die Aufgaben der Eroberung der Mehrheit<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Unter diesen Umst\u00e4nden bleibt die grundlegende Anweisung des 3.&nbsp;Weltkongresses, &quot;einen kommunistischen Einflu\u00df unter der Mehrheit der Arbeiterklasse zu gewinnen und den entscheidenden Teil dieser Klasse in den Kampf zu f\u00fchren&quot;, voll bestehen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Noch mehr als zur Zeit des 3.&nbsp;Kongresses hat heute die Auffassung G\u00fcltigkeit, da\u00df bei dem jetzigen labilen Gleichgewicht der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft ganz pl\u00f6tzlich die sch\u00e4rfste Krise ausgel\u00f6st werden kann infolge eines gro\u00dfen Streiks, eines Kolonialaufstandes, eines neuen Krieges oder selbst einer Parlamentskrise. Aber gerade deshalb gewinnt der &quot;subjektive&quot; Faktor ungeheure Bedeutung, d.&nbsp;h. der Grad des Selbstbewu\u00dftseins, des Kampfeswillens und der Organisation der Arbeiterklasse und ihrer Avantgarde.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Mehrheit der Arbeiterklasse Amerikas und Europas zu gewinnen,&nbsp;&#8209; das ist nach wie vor die Kardinalaufgabe der Komintern.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>In den kolonialen und halbkolonialen L\u00e4ndern hat die Komintern zweierlei Aufgaben&nbsp;: 1.&nbsp;einen Kern von kommunistischen Parteien zu schaffen, die die Gesamtinteressen des Proletariats vertreten, und 2.&nbsp;mit allen Kr\u00e4ften die nationalrevolution\u00e4re Bewegung zu unterst\u00fctzen, die sich gegen den Imperialismus richtet, zur Avantgarde dieser Bewegung zu werden und innerhalb der nationalen Bewegung die soziale Bewegung hervorzuheben und zu steigern.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>10.&nbsp;Taktik der Einheitsfront<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Aus all dem ergibt sich die Notwendigkeit der Taktik der Einheitsfront. Die Losung des 3.&nbsp;Kongresses &quot;zu den Massen&quot; hat jetzt mehr denn je G\u00fcltigkeit. Erst jetzt beginnt der Kampf um die Bildung der proletarischen Einheitsfront in einer gr\u00f6\u00dferen Zahl von L\u00e4ndern. Erst jetzt beginnt man auch die Schwierigkeiten der Taktik der Einheitsfront zu \u00fcberwinden. All bestes Beispiel kann Frankreich dienen, wo der Gang der Ereignisse auch diejenigen, die noch vor kurzem prinzipielle Gegner dieser Taktik waren, von der Notwendigkeit der Anwendung dieser Taktik \u00fcberzeugte. Die Komintern fordert, da\u00df alle kommunistischen Parteien und Gruppen die Taktik der Einheitsfront auf das Strengste durchf\u00fchren, weil sie allein in der gegenw\u00e4rtigen Periode den Kommunisten den sicheren Weg zur Eroberung der Mehrheit der Werkt\u00e4tigen weist.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Reformisten brauchen jetzt die Spaltung. Die Kommunisten sind an der Zusammenfassung aller Kr\u00e4fte der Arbeiterklasse gegen den Kapitalismus interessiert.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Taktik der Einheitsfront bedeutet das Vorangehen der kommunistischen Avantgarde in den t\u00e4glichen K\u00e4mpfen der breiten Arbeitermassen um ihre notwendigsten Lebensinteressen. In diesem Kampfe sind die Kommunisten sogar bereit, mit den verr\u00e4terischen F\u00fchrern der Sozialdemokraten und der Amsterdamer zu unterhandeln. Die Versuche der 2.&nbsp;Internationale, die Einheitsfront als organisatorische Verschmelzung aller &quot;Arbeiterparteien&quot; hinzustellen, sind selbstverst\u00e4ndlich auf das Entschiedenste zur\u00fcckzuweisen. Die Versuche der 2.&nbsp;Internationale, unter dem Deckmantel der Einheitsfront die weiter linksstehenden Arbeiterorganisationen aufzusaugen (Vereinigung der S.P. und U.S.P. in Deutschland), bedeuten in der Tat nichts anderes, als die M\u00f6glichkeit f\u00fcr die sozialdemokratischen F\u00fchrer, neue Teile der Arbeitermassen an die Bourgeoisie auszuliefern.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Existenz selbst\u00e4ndiger kommunistischer Parteien und deren vollst\u00e4ndige Aktionsfreiheit gegen die Bourgeoisie und gegen die konterrevolution\u00e4re Sozialdemokratie ist die wichtigste historische Errungenschaft des Proletariats auf die die Kommunisten unter keinen Umst\u00e4nden verzichten werden. Die kommunistischen Parteien allein verfechten die Interessen des gesamten Proletariats.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Taktik der Einheitsfront bedeutet auch keinesfalls sogenannte &quot;Wahlkombinationen&quot; der Spitzen, die diese oder jene parlamentarischen Zwecke verfolgen. Die Taktik der Einheitsfront ist das Angebot des gemeinsamen Kampfes der Kommunisten mit allen Arbeitern, die anderen Parteien oder Gruppen angeh\u00f6ren, und mit allen parteilosen Arbeitern zwecks Verteidigung der elementarsten Lebensinteressen der Arbeiterklasse gegen die Bourgeoisie. Jeder Kampf um die kleinste Tagesforderung bildet eine Quelle revolution\u00e4rer Schulung, denn die Erfahrungen des Kampfes werden die Werkt\u00e4tigen von der Unvermeidlichkeit der Revolution und der Bedeutung des Kommunismus \u00fcberzeugen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Eine besonders wichtige Aufgabe bei der Durchf\u00fchrung der Einheitsfront ist die Erreichung nicht nur agitatorischer, sondern auch <i>organisatorischer<\/i> Resultate. Keine einzige Gelegenheit darf verpa\u00dft werden, um in der Arbeitermasse selbst organisatorische St\u00fctzpunkte (Betriebsr\u00e4te, Kontrollkommissionen aus Arbeitern aller Parteien und Parteilosen, Aktionskomitees usw.) zu schaffen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Das Wichtigste in der Taktik der Einheitsfront ist und bleibt die agitatorische und organisatorische Zusammenfassung der Arbeitermassen. Der wirkliche Erfolg der Einheitsfronttaktik erw\u00e4chst von &quot;unten&quot;, aus den Tiefen der Arbeitermasse selbst. Die Kommunisten k\u00f6nnen dabei aber nicht darauf verzichten, unter gewissen Umst\u00e4nden auch mit den Spitzen der gegnerischen Arbeiterparteien zu unterhandeln. \u00dcber den Gang dieser Unterhandlungen m\u00fcssen die Massen jedoch dauernd und vollkommen unterrichtet sein. Die Selbst\u00e4ndigkeit der Agitation der Kommunistischen Partei darf auch w\u00e4hrend der Verhandlungen mit den Spitzen keinesfalls eingeschr\u00e4nkt werden.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Es versteht sich von selbst, da\u00df je nach den konkreten Bedingungen die Taktik der Einheitsfront in den verschiedenen L\u00e4ndern in verschiedener Form anzuwenden ist. Aber dort, wo in den wichtigsten kapitalistischen L\u00e4ndern die objektiven Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr die sozialistische Umw\u00e4lzung reif sind und wo &#8209;&nbsp;von konterrevolution\u00e4ren F\u00fchrern geleitet&nbsp;&#8209; die sozialdemokratischen Parteien bewu\u00dft auf die Spaltung der Arbeiterschaft hinarbeiten, wird die Taktik der Einheitsfront f\u00fcr eine neue Epoche ma\u00dfgebend sein.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>11.&nbsp;Die Arbeiterregierung<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Als allgemeine propagandistische Parole ist die Arbeiterregierung (evtl. Arbeiter- und Bauernregierung) fast \u00fcberall zu gebrauchen. <i>Als aktuelle politische Losung<\/i> aber hat die Arbeiterregierung die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung in denjenigen L\u00e4ndern, wo die Lage der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft besonders unsicher ist, wo das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zwischen den Arbeiterparteien und der Bourgeoisie die Entscheidung der Regierungsfrage als praktische Notwendigkeit auf die Tagesordnung setzt. In <i>diesen<\/i> L\u00e4ndern ergibt sich die Losung der Arbeiterregierung als unvermeidliche Schlu\u00dffolgerung aus der ganzen Taktik der Einheitsfront.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Parteien der 2.&nbsp;Internationale versuchen, in diesen L\u00e4ndern die Lage dadurch zu &quot;retten&quot;, da\u00df sie eine Koalition der B\u00fcrgerlichen und der Sozialdemokraten propagieren und verwirklichen. Die neuesten Versuche einiger Parteien der 2.&nbsp;Internationale (z.&nbsp;B. in Deutschland<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[12]<\/span><\/span><\/span><\/a>), eine offene Teilnahme an einer solchen Koalitionsregierung abzulehnen und sie gleichzeitig in versteckter Form durchzuf\u00fchren, bedeuten nichts anderes, als ein Beschwichtigungsman\u00f6ver gegen\u00fcber den protestierenden Massen, als einen raffinierten Betrug der Arbeitermassen. Einer offenen oder maskierten b\u00fcrgerlich-sozialdemokratischen Koalition stellen die Kommunisten die Einheitsfront aller Arbeiter und eine Koalition aller Arbeiterparteien auf \u00f6konomischem und politischem Gebiete zum Kampfe gegen die b\u00fcrgerliche Macht und zu ihrem schlie\u00dflichen Sturz gegen\u00fcber. Im vereinten Kampfe aller Arbeiter gegen die Bourgeoisie soll der ganze Staatsapparat in die H\u00e4nde der Arbeiterregierung gelangen, und dadurch sollen die Machtpositionen der Arbeiterklasse gest\u00e4rkt werden.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die elementarsten Aufgaben einer Arbeiterregierung m\u00fcssen darin bestehen, das Proletariat zu bewaffnen, die b\u00fcrgerlichen, konterrevolution\u00e4ren Organisationen zu entwaffnen, die Kontrolle der Produktion einzuf\u00fchren, die Hauptlast der Steuern auf die Schultern der Reichen abzuw\u00e4lzen und den Widerstand der konterrevolution\u00e4ren Bourgeoisie zu brechen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Eine solche Arbeiterregierung ist nur m\u00f6glich, wenn sie aus dem Kampfe der Massen selbst geboren wird, sich auf kampff\u00e4hige Arbeiterorgane st\u00fctzt, die von den untersten Schichten der unterdr\u00fcckten Arbeitermassen geschaffen werden. Auch eine Arbeiterregierung, die einer parlamentarischen Konstellation entspringt, die also rein parlamentarischen Ursprungs ist, <i>kann<\/i> den Anla\u00df zu einer Belebung der revolution\u00e4ren Arbeiterbewegung geben, Es ist selbstverst\u00e4ndIich, da\u00df die Geburt einer wirklichen Arbeiterregierung und die weitere Aufrechterhaltung einer Regierung, die revolution\u00e4re Politik betreibt, zum erbittertsten Kampf, eventuell zum B\u00fcrgerkrieg mit der Bourgeoisie f\u00fchren mu\u00df, Schon der Versuch des Proletariats, eine solche Arbeiterregierung zu bilden, wird von vornherein auf den sch\u00e4rfsten Widerstand der Bourgeoisie sto\u00dfen. Die Losung der Arbeiterregierung ist daher geeignet, das Proletariat zusammenzuschlie\u00dfen und revolution\u00e4re K\u00e4mpfe auszul\u00f6sen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Kommunisten m\u00fcssen sich unter Umst\u00e4nden bereit erkl\u00e4ren, zusammen mit nichtkommunistischen Arbeiterparteien und Arbeiterorganisationen eine Arbeiterregierung zu bilden. Sie k\u00f6nnen das aber nur dann tun, wenn Garantien daf\u00fcr vorhanden sind, da\u00df die Arbeiterregierung wirklich einen Kampf gegen das B\u00fcrgertum im oben angegebenen Sinne f\u00fchren wird. Dabei bestehen die selbstverst\u00e4ndlichen Bedingungen der Teilnahme der Kommunisten an einer solchen Regierung darin, da\u00df<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>1.&nbsp;die Teilnahme an einer Arbeiterregierung nur mit Zustimmung der Komintern, erfolgen kann;<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>2.&nbsp;die kommunistischen Teilnehmer an einer solchen Regierung unter der strengsten Kontrolle ihrer Partei stehen;<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>3.&nbsp;die betreffenden kommunistischen Teilnehmer an dieser Arbeiterregierung in engster F\u00fchlung mit den revolution\u00e4ren Organisationen der Massen stehen;<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>4.&nbsp;die Kommunistische Partei ihr eigenes Gesicht und die volle Selbst\u00e4ndigkeit ihrer Agitation unbedingt beh\u00e4lt.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Bei allen gro\u00dfen Vorteilen hat die Arbeiterregierungsparole auch ihre Gefahren, ebenso wie die gesamte Taktik der Einheitsfront Gefahren in sich birgt<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[13]<\/span><\/span><\/span><\/a>. Um diesen Gefahren vorzubeugen, m\u00fcssen die kommunistischen Parteien folgendes ins Auge fassen&nbsp;: Jede b\u00fcrgerliche Regierung ist zugleich eine kapitalistische Regierung. Aber nicht jede Arbeiterregierung ist eine wirklich proletarische, d.&nbsp;h. ein revolution\u00e4res Machtinstrument des Proletariats. Die Kommunistische Internationale mu\u00df folgende M\u00f6glichkeiten ber\u00fccksichtigen&nbsp;:<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>1.&nbsp;Liberale Arbeiterregierung. Eine solche gab es in Australien, eine solche Regierung wird auch in absehbarer Zeit in England m\u00f6glich sein,<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>2.&nbsp;Sozialdemokratische Arbeiterregierung (Deutschland<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[14]<\/span><\/span><\/span><\/a>),<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>3.&nbsp;Regierung der Arbeiter und \u00e4rmeren Bauern. Eine solche M\u00f6glichkeit besteht auf dem Balkan, in der Tschechoslowakei, u.s.w.<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family: \"Garamond\",\"serif\"'>[15]<\/span><\/span><\/span><\/a>,<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>4.&nbsp;Arbeiterregierung mit Teilnahme der Kommunisten.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>5.&nbsp;Wirkliche proletarische Arbeiterregierung, die in reiner Form nur durch die Kommunistische Partei verk\u00f6rpert werden kann.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die ersten beiden Typen sind keine revolution\u00e4ren Arbeiterregierungen, sondern in Wirklichkeit verkappte Koalitionsregierungen zwischen Bourgeoisie und antirevolution\u00e4ren Arbeiterf\u00fchrern. Solche &quot;Arbeiterregierungen&quot; werden in kritischen Zeiten von der geschw\u00e4chten Bourgeoisie geduldet, um das Proletariat \u00fcber den wahren Klassencharakter des Staates zu t\u00e4uschen oder sogar mit Hilfe der korrumpierten Arbeiterf\u00fchrer den revolution\u00e4ren Ansturm des Proletariats abzuwehren und Zeit zu gewinnen. Die Kommunisten k\u00f6nnen sich an einer solchen Regierung nicht beteiligen. Sie m\u00fcssen im Gegenteil den wahren Charakter dieser &quot;falschen&quot; Arbeiterregierung unerbittlich vor den Massen entlarven. In der gegebenen Niedergangsperiode des Kapitalismus, wo die wichtigste Aufgabe darin besteht, die Mehrheit des Proletariats f\u00fcr die proletarische Revolution zu gewinnen, k\u00f6nnen aber auch diese Regierungen objektiv dazu beitragen, den Zersetzungsproze\u00df der b\u00fcrgerlichen Gewalt zu beschleunigen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Kommunisten sind bereit, auch mit jenen Arbeitern zu marschieren, die die Notwendigkeit der Diktatur de, Proletariats noch nicht erkannt haben, mit sozialdemokratischen, christlichen, parteilosen, syndikalistischen usw. Die Kommunisten sind also auch bereit, unter gewissen Garantien eine nichtkommunistische Arbeiterregierung zu unterst\u00fctzen. Die Kommunisten erkl\u00e4ren aber der Arbeiterschaft unter allen Umst\u00e4nden offen, da\u00df nur die Diktatur des Proletariats der Arbeiterklasse die wirkliche Befreiung sichert.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die zwei weiteren Typen der Arbeiterregierung (Ziffer 3 und 4) an denen die Kommunisten teilnehmen k\u00f6nnen, bedeuten noch nicht die Diktatur des Proletariats, sie sind nicht einmal eine geschichtlich unvermeidliche \u00dcbergangsform der Diktatur, aber sie k\u00f6nnen dort, wo sie zustandekommen. einen Ausgangspunkt zur Erk\u00e4mpfung dieser Diktatur bilden. Die vollendete Diktatur des Proletariats ist nur diejenige wirkliche Arbeiterregierung (Ziffer 5), die aus Kommunisten besteht.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>12.&nbsp;Betriebsr\u00e4tebewegung<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Keine kommunistische Partei kann als ernsthafte und solide organisierte kommunistische Massenpartei betrachtet werden, wenn sie keine festen kommunistischen Zellen in den Betrieben, Fabriken, Bergwerken, Eisenbahnen usw. hat. Eine Bewegung kann unter den jetzigen Verh\u00e4ltnissen nicht als planm\u00e4\u00dfig organisierte proletarische Massenbewegung betrachtet werden, wenn es der Arbeiterklasse und ihren Organisationen nicht gelingt, Betriebsaussch\u00fcsse als R\u00fcckgrat dieser Bewegung zu schaffen. Insbesondere ist der Kampf gegen die Offensive des Kapitals und f\u00fcr die Kontrolle der Produktion aussichtslos, wenn die Kommunisten nicht \u00fcber feste St\u00fctzpunkte in allen Betrieben verf\u00fcgen und wenn die Arbeiterschaft sich nicht ihre eigenen proletarischen Kampforgane in den Betrieben (Betriebsr\u00e4teaussch\u00fcsse, Arbeiterr\u00e4te) geschaffen hat.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Der Kongre\u00df betrachtet es daher als eine der Hauptaufgaben aller kommunistischen Parteien, sich mehr als bisher in den Betrieben zu verankern und die Betriebsr\u00e4tebewegung zu unterst\u00fctzen oder die Initiative zur Bildung dieser Bewegung zu ergreifen.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>13.&nbsp;Die Komintern als Weltpartei<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Kommunistische Internationale mu\u00df in immer h\u00f6herem Ma\u00dfe gleichzeitig mit ihrer organisatorischen Ausgestaltung zu einer kommunistischen Weltpartei sich auch politisch als solche bet\u00e4tigen, sie hat insbesondere der F\u00fchrung der notwendigen Aktionen in ganzen L\u00e4ndergruppen ihr Augenmerk zuzuwenden.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>14.&nbsp;Internationale Disziplin<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Um die Taktik der Einheitsfront international und in jedem einzelnen Lande durchzuf\u00fchren, bedarf es jetzt mehr denn je der strengsten internationalen Disziplin in der Komintern und in jeder ihrer einzelnen Sektionen.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Der 4.&nbsp;Kongre\u00df fordert kategorisch von allen Sektionen und allen Mitgliedern die strengste Disziplin in der Durchf\u00fchrung der Taktik, die nur dann Fr\u00fcchte zeitigen kann, wenn die einm\u00fctige und planm\u00e4\u00dfige Durchf\u00fchrung dieser Taktik in allen L\u00e4ndern nicht nur in Worten, sondern auch durch Taten geschehen wird.<\/span><\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Die Zustimmung zu den 21 Bedingungen schlie\u00dft in sich die Durchf\u00fchrung aller taktischen Beschl\u00fcsse der Weltkongresse und der Exekutive als das Organ der Komintern in den Zeiten zwischen den Weltkongressen. Der Kongre\u00df beauftragt die Exekutive, die Durchf\u00fchrung auch der taktischen Beschl\u00fcsse durch alle Parteien auf das Strengste zu fordern und zu \u00fcberwachen. Nur die scharf umrissene revolution\u00e4re Taktik der Komintern sichert der internationalen proletarischen Revolution den m\u00f6glichst raschen Sieg.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2 style='margin-top:12.0pt;margin-right:0cm;margin-bottom: 0cm;margin-left:0cm;margin-bottom:.0001pt;line-height:12.0pt'>*&nbsp;&nbsp;*<\/p> <p class=Intertitre2 style='margin-top:0cm;line-height:12.0pt'>*<\/p> <p class=Texte><span lang=DE>Der Kongre\u00df beschlie\u00dft, den Text der Dezember-Thesen (1921)<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[16]<\/span><\/span><\/span><\/a> der Exekutive \u00fcber die Einheitsfront dieser Resolution als Anhang anzuf\u00fcgen, da diese Thesen ausf\u00fchrlich und richtig die Taktik der Einheitsfront beleuchten.<\/span><\/p> <p class=Intertitre2a><span lang=DE>Notes<\/span><\/p> <\/div> <div><br clear=all> <hr align=left size=1 width=\"33%\"> <div id=edn1> <p class=MsoEndnoteText style='margin-top:6.0pt'><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\" title=\"\"><span lang=DE><span lang=DE style='font-size:10.0pt; font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[1]<\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;[321ignition] Die Annotationen werden von uns unter Ber\u00fccksichtigung etwaiger in der Quelle vorhandener Hinweise formuliert.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn2> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Die vorliegende Resolution ist unter anderem wiedergegeben in <\/span><i>Th\u00e8ses, manifestes et r\u00e9solutions adopt\u00e9s par les Ier, IIe, IIIe et IVe&nbsp;Congr\u00e8s de l&rsquo;Internationale communiste, 1919&#8209;1923,<\/i> Paris, Librairie du travail, 1934<span lang=DE> (im Faksimile neu aufgelegt 1970, Paris, Fran\u00e7ois Maspero), S. 158 159.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Dieser Sammelband wurde von der <\/span>Ligue Communiste Internationaliste<span lang=DE>* ver\u00f6ffentlicht. Im einleitenden Hinweis des Herausgebers hei\u00dft es&nbsp;: &quot;Die gesamten Erfahrungen der KI zwischen 1919 und 1923 widersprechen v\u00f6llig dem politischen Kurs, den sie seit 1924 verfolgt hat.&quot; So wie der Resolutionstext im Sammelband steht, enth\u00e4lt er verschiedene Formulierungen, die von dem hier als Quelle verwendeten Text abweichen. Die Unterschiede sind gr\u00f6\u00dftenteils stilistischer Natur, einige bringen jedoch auch Bedeutungsnuancen mit sich. Bemerkenswert ist aber vor allem, dass der Abschnitt &quot;10.&nbsp;Taktik der Einheitsfront&quot; schlichtweg gestrichen wurde; zudem erfolgte eine Vertuschung, indem der Abschnitt &quot;9.&nbsp;Die Eroberung der Mehrheit&quot; in zwei Teile gespalten wurde, um k\u00fcnstlich einen Abschnitt &quot;10.&nbsp;In den Koloniall\u00e4ndern&quot; einzuf\u00fchren.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>* Nach dem Ausschluss Trotzkis und anderer Mitglieder der sogenannten &quot;Linken Opposition&quot; aus der KPdSU im Jahr 1927 und Trotzkis Ausweisung aus der UdSSR im Jahr 1929 begann diese Gruppe, sich international zu organisieren. Im August 1933 wurde die Internationale Kommunistische Liga (Bolschewistisch-Leninistisch) gegr\u00fcndet.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn3> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<span lang=DE>&nbsp;<\/span>Voir le document&nbsp;:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/ki-1922-11-12-thesen-taktik-ki\/\">&#9658;<\/a>.<\/p> <\/div> <div id=edn4> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[4]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;\u00d6sterreich, Genfer Protokolle vom&nbsp;4.&nbsp;Oktober 1922.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Auf Initiative des V\u00f6lkerbunds wird am&nbsp;4.&nbsp;Oktober 1922 ein Vertrag zwischen \u00d6sterreich einerseits und Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Italien und der Tschechoslowakischen Republik andererseits. Der V\u00f6lkerbund gew\u00e4hrt \u00d6sterreich eine Anleihe von zirka 650&nbsp;Millionen Goldkronen, die die Beendigung der Nachkriegsinflation durch Einf\u00fchrung der Schillingw\u00e4hrung erm\u00f6glicht. \u00d6sterreich verpflichtet sich, seine Unabh\u00e4ngigkeit nicht aufzugeben, was sich insbesondere auf etwaige wirtschaftliche oder finanzielle Verhandlungen bezieht. Die anderen Unterzeichner verpflichten sich, die politische Unabh\u00e4ngigkeit, die territoriale Integrit\u00e4t und die Souver\u00e4nit\u00e4t \u00d6sterreichs zu achten.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn5> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[5]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<span lang=DE>&nbsp;Am 28.&nbsp;Oktober 1922 organisieren die italienischen Faschisten den &quot;Marsch auf Rom&quot;, eine Machtdemonstration die als Resultat am&nbsp;30. zur Bildung einer von Mussolini gef\u00fchrten Regierung f\u00fchrt.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn6> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[6]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Sozialistische Internationale.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>1864&nbsp;wird in London die &quot;Internationale Arbeiter-Assoziation&quot; gegr\u00fcndet, an der Karl Marx und Friedrich Engels aktiv teilnehmen; sie wird 1876&nbsp;durch Entschluss ihrer in Philadelphia abgehaltenen Generalversammlung aufgel\u00f6st. 1889&nbsp;wird in Paris ein internationaler Arbeiterkongress abgehalten. Die so eingerichtete Koordinierung zwischen Parteien marxistischer Orientierung wird gel\u00e4ufig &quot;Zweite Internationale&quot; genannt. In einer ersten Phase wird, abgesehen von der Einberufung von Kongressen, keine besondere organisatorische Struktur eingerichtet. 1900&nbsp;wird ein Internationales sozialistisches B\u00fcro gebildet, sowie ein mit den laufenden Angelegenheiten beauftragtes Exekutivkomitee mit Sitz in Br\u00fcssel.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Am&nbsp;14. und&nbsp;15.&nbsp;Februar 1915 wird in London eine Konferenz der sozialistischen Parteien der alliierten L\u00e4nder abgehalten. Die Zahl der Delegierten bel\u00e4uft sich auf&nbsp;46. Frankreich ist folgenderma\u00dfen vertreten&nbsp;: f\u00fcr die Sozialistische Partei SFIO (<\/span>Parti socialiste Section fran\u00e7aise de l&rsquo;Internationale ouvri\u00e8re, SFIO<span lang=DE>) <\/span>Alexandre Desrousseaux<span lang=DE> genannt Bracke, <\/span>Ad\u00e9odat Comp\u00e8re-Morel, Marcel Cachin, Jean Longuet, Marcel Sembat, Pierre Renaudel, Edouard Vaillant, Louis Dubreuilh, Ernest Poisson, Braemer<span lang=DE>; f\u00fcr die Allgemeine Konf\u00f6deration der Arbeit (<\/span>Conf\u00e9d\u00e9ration g\u00e9n\u00e9rale du travail, CGT<span lang=DE>) <\/span>L\u00e9on Jouhaux, Alexandre Luquet, Moulinier, Albert Bourderon, Alphonse Merrheim<span lang=DE>. Gro\u00dfbritannien ist unter anderem vertreten durch <\/span><span lang=EN-US>Arthur Henderson, Ramsay Macdonald, Keir Hardie, William Anderson, Bruce Glasier<\/span><span lang=DE>; Belgien ist insbesondere durch \u00c9mile Vandervelde und Camille Huysmans vertreten; f\u00fcr Russland nehmen unter anderen Teil Ivan M. Maisky von der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands &#8211; Menschewiki, sowie Viktor M. &#268;ernov und Ilja A. Rubanovi&#269; von der Partei der Sozialrevolution\u00e4re, etc.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Nach dem 1.&nbsp;Weltkrieg wird zun\u00e4chst im Februar 1919 eine Konferenz in Bern abgehalten, danach wird im August 1920 in Genf die 2.&nbsp;Internationale wiedergebildet, unter Beteiligung einer reduzierten Zahl von Parteien. Sie richtet ihren Sitz in London ein.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><a name=\"REF_NOT_a1\"><\/a><span lang=DE>Eine Anzahl anderer Parteien gr\u00fcndet im Februar 1921 in Wien die &quot;Internationale Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien&quot;; Friedrich Adler und Otto Bauer spielen eine wichtige Rolle. Offiziell wird die Organisation auch &quot;Wiener Internationale&quot; bezeichnet, gel\u00e4ufig wird sie aber &quot;2&nbsp;\u00bd.&nbsp;(Zweieinhalbte) Internationale&quot; genannt.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Im Mai 1923 auf einem in Hamburg abgehaltenen Kongress gr\u00fcnden diese Internationale und die 2.&nbsp;Internationale gemeinsam die &quot;Sozialistische Arbeiterinternationale&quot;.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn7> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[7]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Internationaler Gewerkschaftsbund (genannt &quot;Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale&quot;).<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>1901&nbsp;wird in Kopenhagen eine Versammlung von Vertretern der Gewerkschaftszentralen von Norwegen, Schweden, Finnland, D\u00e4nemark, Deutschland, Frankreich und Belgien abgehalten. Ein weiteres Treffen folgt&nbsp;1903, und es wird ein internationales Sekretariat mit Carl Legien als Sekret\u00e4r gegr\u00fcndet. 1913&nbsp;wird die Bezeichnung Internationaler Gewerkschaftsbund (IGB) angenommen. Der 1.&nbsp;Weltkrieg f\u00fchrt zu der den kriegerischen B\u00fcndnissen entsprechenden Spaltung. 1919&nbsp;wird der IGB wiedergebildet. Eine erste Versammlung wird im Februar 1919 in Bern abgehalten, mit Juli-August wird der Sitz in Amsterdam eingerichtet. Der IGB wird von der neuen Internationalen Arbeitsorganisation anerkannt. Die Aufnahme der Gewerkschaften der Sowjetunion zum IGB wird verweigert. Die amerikanische AFL tritt schlie\u00dflich 1937&nbsp;in den IGB ein.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn8> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[8]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<span lang=DE>&nbsp;Unabh\u00e4ngige Sozialdemokratische Partei Deutschlands<\/span> (USPD).<\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Im April 1917 wird von ehemaligen Mitgliedern der SPD ein Parteitag zur Gr\u00fcndung der &quot;Unabh\u00e4ngigen Sozialdemokratische Partei Deutschlands&quot; (USPD) abgehalten. Im Dezember 1920 findet eine Vereinigung der KPD mit dem linken Fl\u00fcgel der USPD durch Abhaltung eines gemeinsamen Parteitages statt. Der Rest der USPD schlie\u00dft sich im September 1922 im Zuge eines gemeinsamen Parteitages mit der SPD wieder dieser letzteren an.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn9> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[9]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<span lang=DE>&nbsp;<\/span>Cf.&nbsp;<span lang=DE>Fu\u00dfnote weiter oben<\/span>&nbsp;<a href=\"#REF_NOT_a1\">&#9658;<\/a>.<\/p> <\/div> <div id=edn10> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[10]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Gustav Noske.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>1884&nbsp;tritt Noske der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) bei, die 1890&nbsp;den Namen Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) annimmt. Von&nbsp;1906 bis&nbsp;1918 ist er Abgeordneter f\u00fcr die SPD. 1914&nbsp;ver\u00f6ffentlicht er ein Buch &quot;Kolonialpolitik und Sozialdemokratie&quot;, das die Kolonialpolitik Deutschlands positiv beurteilt. W\u00e4hrend des 1.&nbsp;Weltkrieges unterst\u00fctzt er die Position der Vaterlandsverteidigung. Im Dezember 1918 wird er Mitglied des Rates der Volksbeauftragten, der die Funktion einer provisorischen Regierung aus\u00fcbt. Im Januar 1919 f\u00fchrt er die mit Hilfe der Freikorps durchgesetzte Niederwerfung des Versuchs eines revolution\u00e4ren Aufstandes an. Im Februar wird er zum Verteidigungsminister [Reichswehrminister] ernannt und f\u00fchrt die Neuschaffung der Streitkr\u00e4fte durch. Im M\u00e4rz 1920, zum Zeitpunkt des L\u00fcttwitz-Kapp-Putsches, wird er unter Druck der k\u00e4mpfenden Arbeiter gezwungen, zur\u00fcckzutreten. Von&nbsp;1920 bis&nbsp;1933 hat er den Posten des Oberpr\u00e4sidenten der Provinz Hannover inne.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn11> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[11]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<span lang=DE>&nbsp;<\/span>Cf.&nbsp;<span lang=DE>Fu\u00dfnote weiter oben<\/span>&nbsp;<a href=\"#REF_NOT_a1\">&#9658;<\/a>.<\/p> <\/div> <div id=edn12> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[12]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;<a name=\"REF_NOT_b\"><\/a>Deutschland, SPD, Koalitionsregierungen.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>1919, nach dem Amtsantritt von Friedrich Ebert (SPD) als Reichspr\u00e4sident, wird M\u00fcller gemeinsam mit Otto Wels zum Parteivorsitzenden gew\u00e4hlt. Im M\u00e4rz 1920, nach der Abwehr des L\u00fcttwitz-Kapp-Putsches, wird er Reichskanzler einer Koalitionsregierung mit SPD, Deutsche Demokratische Partei (DDP) und Zentrumspartei; die Ergebnisse der Reichstagswahlen vom Juni f\u00fchren zu seinem R\u00fccktritt. Auf dem Parteitag der SPD von 1921 erreicht M\u00fcller die Annahme eines Antrags, der der Partei auf Reichs- und Landesebene Koalitionen mit der Deutschen Volkspartei (DVP) erm\u00f6glicht. Von da an, nimmt die SPD an gewissen Koalitionsregierungen teil, ohne den Posten des Reichskanzlers innezuhaben.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn13> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[13]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Der Wortlaut des mit diesem Satz beginnenden Abschnitts, bis zum Ende des 11.&nbsp;Paragraphs, erfordert einige erg\u00e4nzende Hinweise.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Der urspr\u00fcngliche dem 4.&nbsp;Kongre\u00df vorgelegte Entwurf f\u00fcr die Thesen \u00fcber die Taktik wurde von Grigori Sinowjew erstellt. Eine Redaktionskommission hat davon ausgehend eine ge\u00e4nderte Fassung ausgearbeitet, die vom Kongre\u00df einstimmig angenommen wurde (cf.&nbsp;Protokoll S.&nbsp;959&#8209;963.) Der Wortlaut der im Anhang des Protokolls abgedruckten Thesen (S.<\/span>&nbsp;<span lang=DE>1007&#8209;1018) entspricht insgesamt der endg\u00fcltigen Fassung, mit Ausnahme des hier behandelten Abschnitts. F\u00fcr diesen haben wir als Quelle verwendet&nbsp;: G.&nbsp;Sinowjew, <i>Die Kommunistische Internationale auf dem Vormarsch<\/i>, Hamburg, Verlag der Kommunistischen Internationale, Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley, 1923. Diese Wiedergabe tr\u00e4gt getreu der vom Kongre\u00df vorgenommenen \u00c4nderungen Rechnung.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Im Protokoll lautet dieser Abschnitt wie folgt (S.&nbsp;1017)&nbsp;:<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Die Kommunistische Internationale mu\u00df folgende M\u00f6glichkeiten ber\u00fccksichtigen&nbsp;: I.&nbsp;Scheinbare Arbeiterregierungen&nbsp;: 1.&nbsp;Liberale Arbeiterregierung, eine solche gab es in Australien, eine solche Regierung wird auch in absehbarer Zeit in England m\u00f6glich sein. 2.&nbsp;Sozialdemokratische Arbeiterregierung (Deutschland). II.&nbsp;Wirkliche Arbeiterregierungen&nbsp;: 3.&nbsp;Regierung der Arbeiter und \u00e4rmeren Bauern. Eine solche M\u00f6glichkeit besteht auf dem Balkan, der Tschechoslowakei usw. 4.&nbsp;Arbeiterregierung mit Teilnahme der Kommunisten. 5.&nbsp;Wirkliche revolution\u00e4re proletarische Arbeiterregierung, die in reiner Form nur durch die Kommunistische Partei verk\u00f6rpert werden kann. Die Kommunisten sind bereit, auch mit jenen Arbeitern zu marschieren, die die Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats noch nicht erkannt haben. Die Kommunisten sind also auch bereit, unter gewissen Bedingungen und unter gewissen Garantien eine nicht rein kommunistische, ja sogar eine blo\u00df scheinbare Arbeiterregierung zu .unterst\u00fctzen, nat\u00fcrlich nur soweit sie Arbeiterinteressen vertritt. Die Kommunisten erkl\u00e4ren der Arbeiterschaft aber ebenso offen, da\u00df ohne den revolution\u00e4ren Kampf gegen die Bourgeoisie, eine wirkliche Arbeiterregierung weder zu erreichen noch zu erhalten ist. Als wirkliche Arbeiterregierung ist nur eine Regierung aufzufassen, die entschlossen ist, den ernsten Kampf wenigstens zur Erf\u00fcllung der wichtigsten Tagesforderungen der Arbeiter gegen die Bourgeoisie aufzunehmen. Nur an einer solchen Arbeiterregierung k\u00f6nnen Kommunisten teilnehmen. Die ersten zwei Typen der scheinbaren Arbeiterregierung (liberale und sozialdemokratische) sind nicht revolution\u00e4re Regierungen, k\u00f6nnen aber unter Umst\u00e4nden den Zersetzungsproze\u00df der b\u00fcrgerlichen Gewalt beschleunigen. Die zwei weiteren Typen der Arbeiterregierung (Arbeiter- und Bauernregierung, sozialdemokratisch-kommunistische Regierung) bedeuten noch nicht die Diktatur des Proletariats, sie sind nicht einmal ein geschichtlich unvermeidliches \u00dcbergangsstadium zur Diktatur, aber sie sind, wenn sie irgendwo zustandekommen, ein wichtiger Ausgangspunkt zur Erk\u00e4mpfung dieser Diktatur. Die vollendete Diktatur des Proletariats ist nur diejenige wirkliche Arbeiterregierung (Ziffer 5), die aus Kommunisten besteht.<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Auf dem 5.&nbsp;Kongre\u00df der KI (17.&nbsp;Juni &#8211; 8.&nbsp;Juli 1924) wurde die Frage der Taktik wieder behandelt und diesbez\u00fcgliche Thesen wurden angenommen. Die Diskussionen zu dieser Frage bezogen sich ausf\u00fchrlich auf die Ereignisse in Deutschland w\u00e4hrend des Jahres&nbsp;1923 (cf. Resolution des Pr\u00e4sidiums des Exekutivkomitees der KI vom 19.&nbsp;Januar 1924&nbsp;: Lehren der deutschen Ereignisse<\/span>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/ki-1924-01-lehren-deutsche-ereignisse\/\">&#9658;<\/a><span lang=DE>). Karl Radek erkl\u00e4rte da\u00df der von Sinowjew vertretene Standpunkt die Liquidation des Beschlusses des 4.&nbsp;Kongresses \u00fcber die Einheitsfronttaktik bedeutete. In seiner diesbez\u00fcglichen Rede (Protokoll des 5.&nbsp;Kongresses*, S.&nbsp;162&#8209;190) zitierte er die Thesen des 4.&nbsp;Kongresses in dem Wortlaut des urspr\u00fcnglichen Entwurfes, d.&nbsp;h. vor der Einbeziehung der durch die Redaktionskommission ausgearbeiteten \u00c4nderungen (Protokoll S.&nbsp;167&#8209;168). Sinowjew geht in seiner Schlu\u00dfrede zur Diskussion \u00fcber diese Frage (Protokoll S.&nbsp;453&#8209;509) auf Radeks Kritik ein, und zitiert ebenfalls die Thesen des 4.&nbsp;Kongresses, jedoch in \u00dcbereinstimmung mit der endg\u00fcltig angenommenen Fassung (Protokoll, S.&nbsp;476&#8209;477).<\/span><\/p> <p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>*&nbsp;5.&nbsp;Kongre\u00df der Kommunistischen Internationale (17.&nbsp;Juni &#8211; 8.&nbsp;Juli 1924) &#8211; Protokoll, Verlag der Kommunistischen Internationale, Hamburg, Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachf. L.&nbsp;Cahnbley, 1924.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn14> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[14]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Cf.&nbsp;Fu\u00dfnote weiter oben&nbsp;<\/span><a href=\"#REF_NOT_b\"><span lang=DE>&#9658;<\/span><\/a><span lang=DE>.<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn15> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[15]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Sinowjew, in seinem dem 5.&nbsp;Kongress der KI vorgelegten Bericht \u00fcber die T\u00e4tigkeit der Exekutive, schlie\u00dft Polen in die Aufz\u00e4hlung ein&nbsp;: &quot;Eine solche M\u00f6glichkeit besteht auf dem Balkan, in der Tschechoslowakei, Polen usw.&quot; (Protokoll des 5.&nbsp;Kongresses, S.&nbsp;89).<\/span><\/p> <\/div> <div id=edn16> <p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[16]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale&nbsp;: Leits\u00e4tze \u00fcber die Einheitsfront der Arbeiter und \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zu den Arbeitern, die der 2.,&nbsp;der 2&nbsp;\u00bd.&nbsp;und der Amsterdamer Internationale angeh\u00f6ren, sowie zu den Arbeitern, die die anarcho-syndikalistischen Organisationen unterst\u00fctzen (18.&nbsp;Dezember 1921). (Cf. das Dokument&nbsp;<\/span><a href=\"http:\/\/321ignition.free.fr\/pag\/de\/lin\/pag_003\/1921_12_18_EK_KI_Leitsaetze_Einheitsfront.htm\"><span lang=DE>&#9658;<\/span><\/a><span lang=DE>)<\/span><\/p> <\/div> <\/div>\n <!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-1271\" data-postid=\"1271\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-1271 themify_builder tf_clear\">\n    <\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,7,20],"tags":[],"class_list":["post-1271","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allemand-document","category-article-document","category-ic-congres-4","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"builder_content":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1271"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}