{"id":1401,"date":"2025-04-07T12:02:52","date_gmt":"2025-04-07T10:02:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/?p=1401"},"modified":"2025-04-07T12:02:53","modified_gmt":"2025-04-07T10:02:53","slug":"sources-social-democratie-ferdinand-lassalle-citations","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/sources-social-democratie-ferdinand-lassalle-citations\/","title":{"rendered":"Aux sources de la social-d\u00e9mocratie : Ferdinand Lassalle &#8211; citations sources d&rsquo;origine"},"content":{"rendered":"\n<div class=WordSection1>\n<p class=Intertitre2>Aux sources de la social-d\u00e9mocratie: Ferdinand Lassalle<\/p>\n<p class=Intertitre2>Extraits des documents cit\u00e9s, reproduits selon les sources d&rsquo;origine<\/p>\n<p class=MsoHeader>Cette page est associ\u00e9e au texte <a href=\"pag.htm\">Aux sources de la social-d\u00e9mocratie: Ferdinand Lassalle<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#_Introduction\">Introduction<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#TOC_02\">I. L\u00b4&quot;\u00c9tat populaire&quot; de F. Lassalle &#8211; une mystification tenace<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#TOC_02_01\">1. F. Lassalle et l&rsquo;\u00c9tat populaire<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#TOC_02_02\">2. De K. Kautsky \u00e0 M. Adler, la th\u00e9orie de l&rsquo;\u00e9quilibre de forces entre les classes<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#TOC_02_03\">3. Gy\u00f6rgy Luk\u00e1cs et la notion de &quot;dictature d\u00e9mocratique&quot;<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#TOC_02_04\">4. Georges Dimitrov et la &quot;r\u00e9publique d\u00e9mocratique de type nouveau&quot;<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#TOC_03\">II. Marx et Engels au sujet de F. Lassalle<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#TOC_04\">III. La &quot;communaut\u00e9 solidaire&quot;, un camouflage de l&rsquo;appareil d&rsquo;\u00e9tat<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><a href=\"#TOC_05\">R\u00e9f\u00e9rences bibliographiques<\/a><\/p>\n<p class=Intertitre1a><span style='text-decoration:none'>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_01\"><\/a>Introduction<\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_02\"><\/a>I. L\u00b4&quot;\u00c9tat populaire&quot; de F.&nbsp;Lassalle &#8211; une mystification tenace<\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_02_01\"><\/a>1.&nbsp;F.&nbsp;Lassalle et l&rsquo;\u00c9tat populaire<\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Dowe_D_Klotzbach_K_1973_a\"><\/a><a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[1]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>\u00a7&nbsp;1. Unter dem Namen &quot;[Allgemeiner] Deutscher Arbeiterverein&quot; begr\u00fcnden die Unterzeichneten f\u00fcr die deutschen Bundesstaaten einen Verein, welcher, von der \u00dcberzeugung ausgehend, da\u00df nur durch das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht eine gen\u00fcgende Vertretung der sozialen Interessen des deutschen Arbeiterstandes und eine wahrhafte Beseitigung der Klassengegens\u00e4tze in der Gesellschaft herbeigef\u00fchrt werden kann, den Zweck verfolgt, auf friedlichem und legalem Wege, insbesondere durch das Gewinnen der \u00f6ffentlichen \u00dcberzeugung, f\u00fcr die Herstellung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts zu wirken. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Dowe_D_Klotzbach_K_1973_b\"><\/a><a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>I.&nbsp;Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei erstrebt die Errichtung des freien Volksstaats.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>II.&nbsp;Jedes Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei verpflichtet sich, mit ganzer Kraft einzutreten f\u00fcr folgende Grunds\u00e4tze:<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>1.&nbsp;Die heutigen politischen und sozialen Zust\u00e4nde sind im h\u00f6chsten Grade ungerecht und daher mit der gr\u00f6\u00dften Energie zu bek\u00e4mpfen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>2.&nbsp;Der Kampf f\u00fcr die Befreiung der arbeitenden Klassen ist nicht ein Kampf f\u00fcr Klassenprivilegien und Vorrechte, sondern f\u00fcr gleiche Rechte und gleiche Pflichten und f\u00fcr die Abschaffung aller Klassenherrschaft.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>3.&nbsp;Die \u00f6konomische Abh\u00e4ngigkeit des Arbeiters von dem Kapitalisten bildet die Grundlage der Knechtschaft in jeder Form, und es erstrebt deshalb die Sozialdemokratische Partei unter Abschaffung der jetzigen Produktionsweise (Lohnsystem) durch genossenschaftliche Arbeit den vollen Arbeitsertrag f\u00fcr jeden Arbeiter.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>4.&nbsp;Die politische Freiheit ist die unentbehrlichste Vorbedingung zur \u00f6konomischen Befreiung der arbeitenden Klassen. Die soziale Frage ist mithin untrennbar von der politischen, ihre L\u00f6sung durch diese bedingt und nur m\u00f6glich im demokratischen Staat.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>5.&nbsp;In Erw\u00e4gung, da\u00df die politische und in Erw\u00e4gung, da\u00df die politische und \u00f6konomische Befreiung der Arbeiterklasse nur m\u00f6glich ist, wenn diese gemeinsam und einheitlich den Kampf f\u00fchrt, gibt sich die Sozialdemokratische Arbeiterpartei eine einheitliche Organisation, welche es aber auch jedem einzelnen erm\u00f6glicht, seinen Einflu\u00df f\u00fcr das Wohl der Gesamtheit geltend zu machen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>6.&nbsp;In Erw\u00e4gung, da\u00df die Befreiung der Arbeit weder eine lokale noch nationale, sondern eine soziale Aufgabe ist, welche alle L\u00e4nder, in denen es moderne Gesellschaft gibt, umfa\u00dft, betrachtet sich die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, soweit es die Vereinsgesetze gestatten, als Zweig der Internationalen Arbeiterassoziation, sich deren Bestrebungen anschlie\u00dfend.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>III.&nbsp;Als die n\u00e4chsten Forderungen in der Agitation der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei sind geltend zu machen:<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>1.&nbsp;Erteilung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts an alle M\u00e4nner vom 20.&nbsp;Lebensjahre an zur Wahl f\u00fcr das Parlament, die Landtage der Einzelstaaten, die Provinzial- und Gemeindevertretungen wie alle \u00fcbrigen Vertretungsk\u00f6rper. Den gew\u00e4hlten Vertretern sind gen\u00fcgende Di\u00e4ten zu gew\u00e4hren.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>2.&nbsp;Einf\u00fchrung der direkten Gesetzgebung (d.&nbsp;h. Vorschlags- und Verwerfungsrecht) durch das Volk.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>3.&nbsp;Aufhebung aller Vorrechte des Standes, des Besitzes, der Geburt und Konfession.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>4.&nbsp;Errichtung der Volkswehr an Stelle der stehenden Heere.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>5.&nbsp;Trennung der Kirche vom Staat und Trennung der Schule von der Kirche.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>6.&nbsp;Obligatorischer Unterricht in Volksschulen und unentgeltlicher Unterricht in allen \u00f6ffentlichen Bildungsanstalten.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>7.&nbsp;Unabh\u00e4ngigkeit der Gerichte, Einf\u00fchrung der Geschworenen- und Fachgewerbegerichte, Einf\u00fchrung des \u00f6ffentlichen und m\u00fcndlichen Gerichtsverfahrens und unentgeltliche Rechtspflege.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>8.&nbsp;Abschaffung aller Presse-, Vereins- und Koalitionsgesetze; Einf\u00fchrung des Normalarbeitstages; Einschr\u00e4nkung der Frauen- und Verbot der Kinderarbeit.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>9.&nbsp;Abschaffung aller indirekten Steuern und Einf\u00fchrung einer einzigen direkten progressiven Einkommensteuer und Erbschaftssteuer.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>10.&nbsp;Staatliche F\u00f6rderung des Genossenschaftswesens und Staatskredit f\u00fcr freie Produktivgenossenschaften unter demokratischen Garantien.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_a\"><\/a><a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Meine Herren!<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Aufgefordert, Ihnen einen Vortrag zu halten, habe ich geglaubt, am besten zu tun, wenn ich f\u00fcr denselben ein Thema w\u00e4hle und auf <i>streng wissenschaftliche<\/i> Weise behandle, welches Sie seiner Natur nach besonders interessieren mu\u00df. Ich werde n\u00e4mlich sprechen \u00fcber den <i>speziellen<\/i> Zusammenhang, welcher stattfindet zwischen dem Charakter der gegenw\u00e4rtigen Geschichtsperiode, in der wir uns befinden, und der Idee des <i>Arbeiterstandes<\/i>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Kehren wir von dieser Ausf\u00fchrung zu unserem Hauptfaden zur\u00fcck, so haben wir also gezeigt und haben weiter zu zeigen, wie, seitdem durch die franz\u00f6sische Revolution die Bourgeoisie zur Herrschaft gelangte, jetzt <i>ihr<\/i> Element, der b\u00fcrgerliche Besitz, zum herrschenden Prinzip aller gesellschaftlichen Einrichtungen gemacht wird; wie die Bourgeoisie, ganz so verfahrend, wie der Adel im Mittelalter mit dem <i>Grundbesitz<\/i>, jetzt das herrschende und ausschlie\u00dfende Gepr\u00e4ge <i>ihres<\/i> besonderen Prinzips, des b\u00fcrgerlichen oder Kapitalbesitzes, das Gepr\u00e4ge <i>ihres<\/i> Privilegiums allen Einrichtungen der Gesellschaft aufdr\u00fcckt. Die Parallele zwischen Adel und Bourgeoisie ist darin eine vollst\u00e4ndige.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><a name=\"CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S185a\"><\/a><span lang=DE>Sie sehen, meine Herren, wenn die Revolution von&nbsp;1789 die Revolution des Tiers&nbsp;\u00e9tat, des <i>dritten<\/i> Standes war, so ist es diesmal der <i>vierte<\/i> Stand, der 1789 noch in den Falten des dritten Standes verborgen war und mit ihm zusammenzufallen schien, welcher jetzt sein Prinzip zum herrschenden Prinzip der Gesellschaft erheben und alle ihre Einrichtungen mit demselben durchdringen will.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><a name=\"CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S193a\"><\/a><span lang=DE>Insofern aber und insoweit die unteren Klassen der Gesellschaft die Verbesserung ihrer Lage <i>als Klasse<\/i>, die Verbesserung ihres <i>Klassenloses<\/i> erstreben, insofern und insoweit f\u00e4llt dieses <i>pers\u00f6nliche<\/i> Interesse, statt sich der geschichtlichen Bewegung entgegenzustellen und dadurch zu jener Unsittlichkeit verdammt zu werden, seiner <i>Richtung<\/i> nach vielmehr durchaus zusammen mit der Entwicklung des gesamten <i>Volkes<\/i>, mit dem Siege der Idee, mit den Fortschritten der <i>Kultur<\/i>, mit dem Lebensprinzip der Geschichte selbst, welche nichts anderes als die Entwicklung der <i>Freiheit<\/i> ist. Oder, wie wir schon oben sahen, <i>Ihre<\/i> Sache ist die Sache der gesamten <i>Menschheit<\/i>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><a name=\"CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S196a\"><\/a><span lang=DE>Ganz anders, meine Herren, fa\u00dft der vierte Stand den Staatszweck auf, und zwar fa\u00dft er ihn so auf, wie er in Wahrheit beschaffen ist.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Geschichte, meine Herren, ist ein Kampf mit der Natur; mit dem Elende, der Unwissenheit, der Armut, der Machtlosigkeit und somit der Unfreiheit aller Art, in der wir uns befanden, als das Menschengeschlecht im Anfang der Geschichte auftrat. Die fortschreitende <i>Besiegung<\/i> dieser Machtlosigkeit&nbsp;&#8209; das ist die Entwicklung der Freiheit, welche die Geschichte darstellt.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_b\"><\/a><a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[4]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><a name=\"CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S197a\"><\/a><span lang=DE>In diesem Kampfe w\u00fcrden wir niemals einen Schritt vorw\u00e4rts gemacht haben oder jemals weiter machen, wenn wir ihn als <i>einzelne jeder f\u00fcr sich, jeder allein,<\/i> gef\u00fchrt h\u00e4tten oder f\u00fchren wollten.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der <i>Staat<\/i> ist es, welcher die <i>Funktion<\/i> hat, <i>diese Entwicklung der Freiheit<\/i>, diese <i>Entwicklung des Menschengeschlechts<\/i> zur Freiheit zu vollbringen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_c\"><\/a><a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[5]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Das Prinzip des Arbeiterstandes als das herrschende Prinzip der Gesellschaft soll jetzt von uns nur noch in dreierlei Beziehung betrachtet werden:<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>1.&nbsp;in bezug auf das formelle Mittel seiner Verwirklichung;<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>2.&nbsp;in bezug auf seinen sittlichen Inhalt und<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>3.&nbsp;in bezug auf die politische Auffassung des Staats-Zweckes, die ihm innewohnt.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Auf andere Seiten desselben k\u00f6nnen wir heut nicht mehr eingehen, und auch die angegebenen Beziehungen k\u00f6nnen bei der so vorgeschrittenen Zeit nur noch ganz fl\u00fcchtig beleuchtet werden.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Das formelle Mittel der Durchf\u00fchrung dieses Prinzips ist das bereits betrachtete allgemeine und direkte Wahlrecht. Ich sage, das allgemeine und <i>direkte<\/i> Wahlrecht, meine Herren, nicht das blo\u00df allgemeine Wahlrecht, wie wir es im Jahre&nbsp;1848 gehabt haben. Die Einf\u00fchrung von zwei Abstufungen bei dem Wahlakt, von Urw\u00e4hlern und Wahlm\u00e4nnern, ist nichts als ein k\u00fcnstliches Mittel, absichtlich zu dem Zweck eingef\u00fchrt, den Volkswillen beim Wahlakt m\u00f6glichst zu verf\u00e4lschen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Zwar wird auch das allgemeine und direkte Wahlrecht keine W\u00fcnschelrute sein, meine Herren, die Sie vor momentanen Mi\u00dfgriffen sch\u00fctzen kann.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wir haben in Frankreich in den Jahren&nbsp;1848 und&nbsp;1849 zwei schlechte Wahlen hintereinander gesehen. Aber das allgemeine und direkte Wahlrecht ist das einzige Mittel, welches auf die Dauer von selbst wieder die Mi\u00dfgriffe ausgleicht, zu denen sein momentan irriger Gebrauch f\u00fchren kann. Es ist jene Lanze, welche selbst die Wunden wieder heilt, die sie schl\u00e4gt. Es ist auf die L\u00e4nge der Zeit bei dem allgemeinen und direkten Wahlrecht nicht anders m\u00f6glich, als da\u00df der gew\u00e4hlte K\u00f6rper das genaue treue Ebenbild sei des Volkes, das ihn gew\u00e4hlt hat.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Das Volk wird daher jederzeit das allgemeine und direkte Wahlrecht als sein unerl\u00e4\u00dflich politisches Kampfmittel, als die allerfundamentalste und wichtigste seiner Forderungen betrachten m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_d\"><\/a><a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[6]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Am 24.&nbsp;Februar 1848 brach die erste Morgenr\u00f6te einer neuen Geschichtsperiode an.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>An diesem Tage brach n\u00e4mlich in Frankreich, in diesem Lande, in dessen gewaltigen inneren K\u00e4mpfen die Siege wie die Niederlagen der Freiheit, Siege und Niederlagen f\u00fcr die gesamte Menschheit bedeuten, eine Revolution aus, die einen Arbeiter in die provisorische Regierung berief, als den Zweck des Staates die Verbesserung des Loses der arbeitenden Klassen aussprach, und das allgemeine und direkte Wahlrecht proklamierte, durch welches jeder B\u00fcrger, der sein 21.&nbsp;Jahr erreicht hatte, ohne alle R\u00fccksicht auf seine Besitzverh\u00e4ltnisse einen gleichm\u00e4\u00dfigen Anteil an der Herrschaft \u00fcber den Staat, an der Bestimmung des Staatswillens und Staatszweckes empfing.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B3_a\"><\/a><a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[7]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der Arbeiterstand mu\u00df sich als selbst\u00e4ndige politische Partei konstituieren und das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht zu dem prinzipiellen Losungswort und Banner dieser Partei machen. <i>Die Vertretung des Arbeiterstandes in den gesetzgebenden K\u00f6rpern Deutschlands<\/i>&nbsp;&#8209; dies ist es allein, was in politischer Hinsicht seine legitimen Interessen befriedigen kann. Eine friedliche und gesetzliche Agitation hierf\u00fcr mit allen gesetzlichen Mitteln zu er\u00f6ffnen, das ist und mu\u00df in <i>politischer<\/i> Hinsicht das Programm der <i>Arbeiterpartei<\/i> sein.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><i><span lang=DE>Wie aber den Staat<\/span><\/i><span lang=DE> zu dieser Intervention verm\u00f6gen?<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Und hier wird nun sofort sonnenhell die Antwort vor Ihrer aller Augen stehen: dies wird nur durch <i>das allgemeine und direkte Wahlrecht m\u00f6glich sein<\/i>. Wenn die <i>gesetzgebenden K\u00f6rper Deutschlands aus dem allgemeinen und direkten Wahlrecht hervorgehen<\/i>&nbsp;&#8209; dann und <i>nur<\/i> dann werden Sie den Staat bestimmen k\u00f6nnen, sich dieser seiner Pflicht zu unterziehen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><i><span lang=DE>Dann<\/span><\/i><span lang=DE> wird diese Forderung in den gesetzgebenden K\u00f6rpern erhoben werden, <i>dann<\/i> m\u00f6gen die Grenzen und Formen und Mittel dieser Intervention durch Vernunft und Wissenschaft diskutiert werden, <i>dann<\/i> werden &#8209;&nbsp;verlassen Sie sich darauf!&nbsp;&#8209; die M\u00e4nner, die Ihre Lage verstehen und Ihrer Sache hingegeben sind, mit dem blanken Stahl der Wissenschaft bewaffnet zu Ihrer Seite stehen und Ihre Interessen zu sch\u00fctzen wissen! Und <i>dann<\/i> werden Sie, die unbemittelten Klassen der Gesellschaft, es jedenfalls nur <i>sich selbst und Ihren schlechten Wahlen zuzuschreiben haben, wenn und solange die Vertreter Ihrer Sache in der Minorit\u00e4t bleiben<\/i>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Das allgemeine und direkte Wahlrecht ist also, wie sich jetzt ergeben hat, nicht nur Ihr <i>politisches<\/i>, es ist auch Ihr <i>soziales Grundprinzip, die Grundbedingung aller sozialen Hilfe. Es ist das einzige Mittel, um die materielle Lage des Arbeiterstandes zu verbessern.<\/i><\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wie nun aber die Einf\u00fchrung des allgemeinen und direkten Wahlrechts bewirken?<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Organisieren Sie sich als ein allgemeiner deutscher Arbeiterverein zu dem Zweck einer gesetzlichen und friedlichen, aber unerm\u00fcdlichen, unabl\u00e4ssigen Agitation f\u00fcr die Einf\u00fchrung des allgemeinen und direkten Wahlrechts in allen deutschen L\u00e4ndern. <\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_02_02\"><\/a>2. De K.&nbsp;Kautsky \u00e0 M.&nbsp;Adler, la th\u00e9orie de l&rsquo;\u00e9quilibre de forces entre les classes<\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Berchtold_K_1967_a\"><\/a><a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[8]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Es gibt eine Schar wohlmeinender und verst\u00e4ndiger M\u00e4nner, die das anerkennen, aber einwenden, da\u00df wir das allgemeine Wahlrecht usw. doch nicht bekommen, au\u00dfer durch eine Revolution. Die so denken, untersch\u00e4tzen die Macht, welche die Arbeiterklasse schon heute besitzt. Sie ist heute bereits schon ein politischer Faktor, mit dem man rechnen mu\u00df, dessen Unzufriedenheit Furcht einfl\u00f6\u00dft, dessen Kraft man gerne gegen den Gegner ausspielt. Keine wichtige Neuerung kann sich heute im Staatsleben vollziehen ohne Konzessionen an die Arbeiter. Wir sehen dies gegenw\u00e4rtig in \u00d6sterreich, wo das feudal-klerikale Regiment, um die Liberalen lahmzulegen, sich gen\u00f6tigt gesehen hat, den Arbeitern den Normalarbeitstag und die Fabriksinspektoren in Aussicht zu stellen. Wir sahen es im Deutschen Reich, dessen Gr\u00fcndung Bismarck mit dem allgemeinen Wahlrecht erkaufen mu\u00dfte, wir haben es gesehen in England, wie Liberale und Konservative um die Wette das Wahlrecht der Arbeiter, um den Gegner mattzusetzen, erweitert haben und erweitern. Es liegt aber, so sonderbar dies klingen mag, im Interesse der herrschenden Klassen, den Arbeitern jede M\u00f6glichkeit zur Organisation und Aufkl\u00e4rung zu geben, weil dadurch die Form des Klassenkampfes eine mildere wird. Und nicht nur das! Es sind heute nicht nur die Arbeiter allein, welche die herrschenden Klassen bedrohen, sondern ebenso das Kleinbauern- und Kleinb\u00fcrgertum. Diese beiden St\u00e4nde werden immer gewaltt\u00e4tiger auftreten, je mehr der Zersetzungsproze\u00df fortschreitet, dem sie gegenw\u00e4rtig erliegen. Aber w\u00e4hrend die Arbeiter den Fortschritt repr\u00e4sentieren, stellen diese beiden St\u00e4nde den R\u00fcckschritt dar; den Kleinbauern und Kleinb\u00fcrgern handelt es sich um Zerst\u00fcckelung der heutigen Kapitalien, dem Lohnproletariat um Zentralisierung derselben. Diese mu\u00df vor allem aufbauend, organisierend wirken, wenn es zur Macht kommt, jenes kann nur zerst\u00f6ren. Das hat es in Zala-Egerszeg bewiesen, deutlich bewiesen. Nicht die Geburtswehen einer neuen, sondern die Todeszuckungen einer alten Gesellschaft sind es, die sich in den Judenhetzen Ungarns offenbaren.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Diese Judenhetzen aber werden und m\u00fcssen sich in verst\u00e4rktem Ma\u00dfe wiederholen, und sie werden schlie\u00dflich nicht den Juden allein, sondern allen Besitzenden gelten.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Bereits zeigen sich die Anzeichen einer Krise in Amerika, ihr Ausbruch ist nahe. Diese Krise verstopft das bisherige Sicherheitsventil Europas, die Auswanderung. Aber noch mehr! Die Krise wird nach Europa \u00fcbergreifen, hier Arbeitslosigkeit, Bankrotte zur Folge haben; diese Krise wird amerikanisches Getreide und amerikanische Waren zu Schleuderpreisen auf den europ\u00e4ischen Markt werfen, sie wird den Kleinbauern und Handwerker vollends erdr\u00fccken. Dann wird es in ganz \u00d6sterreich zu Szenen kommen, gegen welche die blutigsten Ereignisse der Franz\u00f6sischen Revolution nur Kinderspiele sein werden; dann wird \u00d6sterreich nur ein gro\u00dfes Zala-Egerszeg darstellen! Kleinbauern und Handwerker werden sich erheben und die unorganisierten Arbeiter mit sich fortrei\u00dfen&nbsp;&#8209; wenn nicht die organisierten Arbeiter, das ist die Sozialdemokratie, stark genug ist, die Bewegung in andere Bahnen zu lenken. Die reaktion\u00e4ren Gegner des Kapitalismus, die Bauern und Kleinb\u00fcrger, wenden sich gegen Personen, sie werden die ganze Summe von Ha\u00df und Verzweiflung, welche die moderne Gesellschaft in ihnen ablagert, den Personen, den Kapitalisten entgegen lassen; die revolution\u00e4re Sozialdemokratie dagegen wendet sich gegen das System des Kapitalismus, nicht gegen die Person des Kapitalisten.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die St\u00e4rkung der Sozialdemokratie bietet daher die M\u00f6glichkeit, die blutigen Ereignisse, welchen wir entgegensehen, zu vermeiden. Sie bietet die einzige M\u00f6glichkeit dazu, denn der Zusammenbruch, den wir prophezeien, ist nicht aufzuhalten. Die amerikanische Krisis kann nicht von der Polizei konfisziert werden; die Verzweiflung und die Not der untergehenden Bauern und Kleinb\u00fcrger auszuweisen ist nicht gut m\u00f6glich, denn Hunger kann man nicht verbieten! Diese Faktoren sind es, und nicht etwa kindische Putsche einer Handvoll gr\u00f6\u00dfenwahnsinniger Phrasenhelden, welche die Revolution bringen werden&nbsp;&#8209; und bald bringen werden.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Dann wird die Sozialdemokratie zu zeigen haben, ob sie ihrer Aufgabe gewachsen ist, dann wird sie zu zeigen haben, ob sie imstande ist, an Stelle der alten zusammenbrechenden Produktionsweise eine neue zu organisieren, oder ob das Chaos an ihre Stelle treten soll. Die Sozialdemokratie zu dieser Aufgabe tauglich zu machen, zu organisieren, zu agitieren, zu bilden&nbsp;&#8209; das ist unsere heutige Aufgabe, und ebenso ist es unsere heutige Aufgabe, die Freiheit zur Organisation, zur Aufkl\u00e4rung zu erzwingen. Im Interesse der herrschenden Klassen aber liegt es, uns diese Freiheit zu gew\u00e4hren, denn ein naher Umschwung ist au\u00dfer Frage. Nicht um das Ob, auch nicht um das Wann handelt es sich, sondern nur um das Wie. Soll dieser Umschwung zu einer \u00c4nderung des Produktionssystems oder soll er nur zu einer n\u00e4chsten Pl\u00fcnderung und Ermordung der Besitzenden f\u00fchren? Die Beantwortung dieser Frage durch die Weltgeschichte wird von der Haltung der Besitzenden selbst abh\u00e4ngen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_SPD_PT1899_Prot_a\"><\/a><a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[9]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>In der Bernstein&rsquo;schen Schrift ist eben alles M\u00f6gliche enthalten: Sozialistisches und Unsozialistisches, \u00fcberall sto\u00dfen wir neben durchaus Richtigem, das jedoch nie neu ist, au Lehren und Ausspr\u00fcche, die genau das Gegentheil von sozialistischen Anschauungen sind. Bernstein ist voller Widerspr\u00fcche, aber das Unsozialistische wiegt vor und die praktische Konsequenz seiner Darlegungen w\u00fcrde sein, dass in der That die Sozialdemokratie zu einer b\u00fcrgerlichen Reformpartei wird.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Bernstein_E_1919_a\"><\/a><a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[10]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Ebenfalls im Fr\u00fchjahr&nbsp;1862 hielt Lassalle in Berlin &#8209;&nbsp;im Handwerkerverein der Oranienburger Vorstadt, dem Maschinenbauerviertel Berlins&nbsp;&#8209; noch einen zweiten Vortrag, dem er den Titel gab: &quot;\u00dcber den besonderen Zusammenhang der Idee des Arbeiterstandes mit der gegenw\u00e4rtigen Geschichtsperiode&quot;. Auch diesen Vortrag hatte er vorher sorgf\u00e4ltig ausgearbeitet. Und er ist, wenngleich in Einzelheiten nicht einwandfrei &#8209;&nbsp;schon der Titel fordert zur Kritik heraus&nbsp;&#8209; unzweifelhaft eine der besten, wenn nicht die beste der Lassalleschen Reden. Eine ebenso klare wie sch\u00f6ne Sprache, gedrungene, fl\u00fcssige, nirgends \u00fcberladene und doch nie trockene Darstellung, von Satz zu Satz fortschreitende systematische Entwicklung des Grundgedankens, sind ihre formellen Vorz\u00fcge, w\u00e4hrend sie ihrem Inhalte nach &#8209;&nbsp;wie gesagt, mit einigen Einschr\u00e4nkungen&nbsp;&#8209; eine vortreffliche Einleitung in die Gedankenwelt des Sozialismus genannt werden kann. Es nimmt ihrem Werte nichts, wenn ich sie als eine, der Zeit und den Umst\u00e4nden, unter denen sie gehalten wurde, angepa\u00dfte Umschreibung des &quot;Kommunistischen Manifestes&quot; bezeichne; sie f\u00fchrt in der Hauptsache an der Hand konkreter Beispiele aus, was im historischen Teil des Manifestes in gro\u00dfen Z\u00fcgen bereits vorgezeichnet ist. Noch immer spielen freilich die Hegelsche Ideologie und die juristische Auffassungsweise in die Darstellung hinein, aber neben ihnen tritt doch auch, wie das \u00fcbrigens im Vortrag \u00fcber Verfassungswesen gleichfalls geschieht, die Betonung der \u00f6konomischen Grundlagen der Bewegung der Geschichte in den Vordergrund. Da\u00df die Arbeiter verm\u00f6ge ihrer Klassenlage in der modernen b\u00fcrgerlichen Gesellschaft die eigentliche revolution\u00e4re Klasse bilden, diejenige Klasse, die berufen ist, die Gesellschaft auf eine neue Grundlage zu stellen &#8209;&nbsp;die Grundidee des kommunistischen Manifestes&nbsp;&#8209; ist auch der leitende Gedanke des &quot;Arbeiterprogramms&quot;, unter welchem Namen der Vortrag sp\u00e4ter in Druck erschienen ist. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Bernstein_E_1899_a\"><\/a><a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[11]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote style='text-indent:0cm'><span lang=DE>Diese Frage bedingt eine andere: Was ist Demokratie?<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Antwort hierauf scheint sehr einfach, auf den ersten Blick m\u00f6chte man sie mit der \u00dcbersetzung: &quot;Volksherrschaft&quot; f\u00fcr abgethan halten. Aber schon ein kurzes Nachdenken sagt uns, da\u00df damit nur eine ganz \u00e4u\u00dferliche, rein formale Definition gegeben ist, w\u00e4hrend fast Alle, die heute das Wort Demokratie gebrauchen, darunter mehr wie eine blo\u00dfe Herrschaftsform verstehen. Viel n\u00e4her werden wir der Sache kommen, wenn wir uns negativ ausdr\u00fccken und Demokratie mit Abwesenheit von Klassenherrschaft \u00fcbersetzen, als Bezeichnung eines Gesellschaftszustandes, wo keiner Klasse ein politisches Privilegium gegen\u00fcber der Gesammtheit zusteht. Damit ist denn auch schon die Erkl\u00e4rung gegeben, warum eine monopolistische Korporation im Prinzip antidemokratisch ist. Diese negative Erkl\u00e4rung hat au\u00dferdem den Vortheil, da\u00df sie weniger als das Wort Volksherrschaft dem Gedanken der Unterdr\u00fcckung des Individuums durch die Mehrheit Raum giebt, der dem modernen Bewu\u00dftsein unbedingt widerstrebt. Wir finden heute die Unterdr\u00fcckung der Minderheit durch die Mehrheit &quot;undemokratisch&quot;, obwohl sie urspr\u00fcnglich mit der Volksherrschaft durchaus vereinbar gehalten wurde. In dem Begriff Demokratie liegt eben f\u00fcr die heutige Auffassung eine Rechtsvorstellung eingeschlossen: die Gleichberechtigung aller Angeh\u00f6rigen des Gemeinwesens, und an ihr findet die Herrschaft der Mehrheit, worauf in jedem konkreten Fall die Volksherrschaft hinausl\u00e4uft, ihre Grenze. Je mehr sie eingeb\u00fcrgert ist und das allgemeine Bewu\u00dftsein beherrscht, um so mehr wird Demokratie gleichbedeutend mit dem h\u00f6chstm\u00f6glichen Grad von Freiheit f\u00fcr Alle.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Demokratie ist prinzipiell die Aufhebung der Klassenherrschaft, wenn sie sie noch nicht die faktische Aufhebung der Klassen ist. Man spricht vom konservativen Charakter der Demokratie, und in gewisser Hinsicht mit Recht. Der Absolutismus oder Halb-Absolutismus t\u00e4uscht seine Tr\u00e4ger wie seine Gegner \u00fcber den Umfang ihres K\u00f6nnens. Daher in L\u00e4ndern, wo er herrscht oder seine Traditionen noch bestehen, die \u00fcberfliegenden Pl\u00e4ne, die forcirte Sprache, die Zickzackpolitik, die Furcht vor Umsturz und die Hoffnung auf Unterdr\u00fcckung. In der Demokratie lernen die Parteien und die hinter ihnen stehenden Klassen bald die Grenzen ihrer Macht kennen und sich jedesmal nur so viel vornehmen, als sie nach Lage der Umst\u00e4nde vern\u00fcnftigerweise hoffen k\u00f6nnen, durchzusetzen. Selbst wenn sie ihre Forderungen etwas h\u00f6her spannen, als im Ernst gemeint, um beim unvermeidlichen Kompromi\u00df &#8209;&nbsp;und die Demokratie ist die Hochschule des Kompromisses&nbsp;&#8209; ablassen zu k\u00f6nnen, geschieht es mit Ma\u00df. So erscheint in der Demokratie selbst die \u00e4u\u00dferste Linke meist in konservativem Lichte, und die Reform, weil gleichm\u00e4\u00dfiger, langsamer als sie in Wirklichkeit ist. Aber doch ist ihre Richtung unverkennbar. Das Wahlrecht der Demokratie macht seinen Inhaber virtuell zu einem Theilhaber am Gemeinwesen, und diese virtuelle Theilhaberschaft mu\u00df auf die Dauer zur thats\u00e4chlichen Theilhaberschaft f\u00fchren. Bei einer, der Zahl und Ausbildung nach unentwickelten Arbeiterklasse kann das allgemeine Wahlrecht lange als das Recht erscheinen, den &quot;Metzger&quot; selbst zu w\u00e4hlen, mit der Zahl und Erkenntni\u00df der Arbeiter wird es jedoch zum Werkzeug, die Volksvertreter aus Herren in wirkliche Diener des Volkes zu verwandeln. Wenn die englischen Arbeiter bei Parlamentswahlen f\u00fcr Mitglieder der alten Parteien stimmen und so formell als der Schwanz der Bourgeoisparteien erscheinen, so ist es bei alledem in den industriellen Wahlkreisen weit mehr dieser &quot;Schwanz&quot;, der den Kopf zum Wackeln bringt, wie umgekehrt. Ganz abgesehen davon, da\u00df die Wahlrechtserweiterung von&nbsp;1884 im Verein mit der Reform der Gemeindevertretungen der Sozialdemokratie in England B\u00fcrgerrecht als politische Partei erworben hat.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Bernstein_E_1921_a\"><\/a><a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[12]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Deutschlands \u00f6konomische Lage und soziale Gliederung machten seine unmittelbare Umw\u00e4lzung in ein v\u00f6llig sozialistisches Gemeinwesen unm\u00f6glich. Ganz abgesehen von einer starken Bauernschaft, mit der die Republik noch weniger nach Laune umspringen konnte, als die Bolschewisten mit den russischen Muschiks, gab es noch Millionen von b\u00fcrgerlichen Gewerbetreibenden, deren sie gleichfalls nicht entbehren konnte. Selbst unter normalen Verh\u00e4ltnissen w\u00e4re Angesichts dieser Sachlage der Ausschlu\u00df des gesamten B\u00fcrgertums von der Teilnahme an der Regierung ein Fehler gewesen, der sich bald bitter ger\u00e4cht h\u00e4tte. Gar bald h\u00e4tte sich gezeigt, was Lassalle&rsquo;s Darlegung in seinem gl\u00e4nzenden Vortrag \u00fcber Verfassungswesen zu bedeuten hat, da\u00df unentbehrliche oder nicht zu beseitigende Gesellschaftsklassen &quot;auch ein St\u00fcck Verfassung&quot;<\/span><a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[13]<\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE> sind. Um so mehr traf das unter den furchtbaren wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnissen zu, die das Kaisertum als Folge seiner verruchten Macht- und Prestigepolitik der Republik hinterlassen hatte. Die Republik konnte wohl mit <i>bestimmten<\/i> b\u00fcrgerlichen Parteien und Klassen, nicht aber mit <i>allen<\/i> den Kampf aufnehmen, ohne sich in eine unhaltbare Lage zu bringen. Sie konnte die gro\u00dfe, auf sie gefallene Last nur tragen, wenn sie erhebliche Teile des B\u00fcrgertums an ihrem Bestand und ihrer gedeihlichen Entwicklung interessierte. Selbst wenn die Sozialdemokratie bei den Wahlen zur Nationalversammlung die zifferm\u00e4\u00dfige Mehrheit erhalten h\u00e4tte, w\u00e4re die Heranziehung der b\u00fcrgerlich-republikanischen Parteien zur Regierung ein Gebot der Selbsterhaltung der Republik gewesen. Sie war aber auch zugleich eine Lebensnotwendigkeit f\u00fcr Deutschland als Nation.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Bernstein_E_1921_b\"><\/a><a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[14]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der Spartakusbund hatte am 7.&nbsp;Oktober 1918 in Gotha eine Konferenz abgehalten, auf der er sich f\u00fcr die Politik der russischen Bolschewisten &#8209;&nbsp;diktatorische Regierung durch Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te&nbsp;&#8209; entschied und allerorts f\u00fcr die Bildung solcher R\u00e4te zu arbeiten beschlo\u00df. Obwohl an Mitgliedern nicht sonderlich stark, war er unter den gegebenen Umst\u00e4nden doch ein beachtenswerter Faktor. In gespannter Situation kann auch eine kleine Minderheit, der ein bestimmter Wille und eine gute. Dosis Entschlu\u00dfkraft innewohnen, eine erhebliche Wirkung aus\u00fcben. An letzteren Eigenschaften fehlte es den meist jugendlichen Spartakusanh\u00e4ngern nicht, und da sie an verschiedenen Orten von Bedeutung vertreten waren und ihnen nun eine bestimmte Aktion vorgezeichnet war, die alsbald in die Wirklichkeit umgesetzt werden sollte, wird man ihre Einwirkung auf den Ausbruch der Revolution und die ersten \u00c4u\u00dferungen der aufgebotenen Massen nicht als unwesentlich einsch\u00e4tzen d\u00fcrfen. Gewi\u00df ist die bolschewistische Doktrin nur der Phrase nach marxistisch, im Wesen aber blanquistisch. Indes die blanquistische Auffassung ist, wie Schreiber dieses schon&nbsp;1899 in der Schrift &quot;Die Voraussetzungen des Sozialismus&quot; dargelegt hat, nicht in allen Punkten falsch. Sie hat unter bestimmten Voraussetzungen f\u00fcr begrenzte politische Zwecke ihre Richtigkeit, und auf Grund ihrer unternommene Aktionen haben daher auch manche Erfolge zu verzeichnen gehabt. Hier aber waren f\u00fcr eine solche Aktion alle Voraussetzungen gegeben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Ritter_G_Zwehl_K_1980_a\"><\/a><a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[15]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Es tut mir leid, auf dieser Konferenz zu einer Streitfrage sprechen zu m\u00fcssen. Aber ich halte es f\u00fcr n\u00f6tig, das Wort zu ergreifen, weil die Frage des Bolschewismus, die f\u00fcr die englischen Sozialisten, f\u00fcr die franz\u00f6sischen Sozialisten und f\u00fcr die Sozialisten vieler anderer L\u00e4nder eine mehr oder weniger abstrakte oder theoretische Frage ist, f\u00fcr uns in Deutschland in h\u00f6chstem Ma\u00dfe eine praktische Frage ist, die Frage vielleicht von Leben und Tod unserer Revolution, unserer neuen Republik. Genosse Kautsky hat zu Beginn seiner Rede Einspruch erhoben dagegen, da\u00df man den Bolschewismus mit der Revolution und dem Proletariat identifiziere, einander gleichsetze. Ich kann mich dem nur anschlie\u00dfen, denn der Bolschewismus ist im besten Falle eine bestimmte Form der Revolution oder eine bestimmte Phase, aber niemals die Revolution. Der Bolschewismus ist nur eine bestimmte Phase, aber nicht eine sch\u00f6ne, denn womit beginnt diese Phase? Die bolschewistische Regierung ist die erste sozialistische Regierung gewesen, die auf friedlich demonstrierende Arbeiter mit Maschinengewehren hat schie\u00dfen lassen. Die bolschewistische Regierung ist es gewesen, die Sozialisten anderer Meinung, die keine Putschisten waren, einfach ohne Recht und unter Rechtsbruch einstecken lie\u00df, sie ihrer Rechte beraubte, alles Sachen, die sonst die reaktion\u00e4ren Regierungen getan haben. Ich bin erstaunt, an einem Sozialistenkongre\u00df, der doch sonst f\u00fcr alle Rechte der B\u00fcrger eintritt, keine Worte der Entr\u00fcstung zu h\u00f6ren dar\u00fcber, da\u00df man in Ru\u00dfland Sozialisten, Genossen vieler internationaler Kongresse, die ihr Leben lang f\u00fcr den Sozialismus gek\u00e4mpft haben, eingesteckt und ihrer Rechte beraubt hat. Im Fr\u00fchjahr 1918, als im deutschen Reichstag unsern deutschen Sozialisten von den Reaktion\u00e4ren die Bolschewiki vorgehalten wurden und ihnen gesagt wurde, da seht Ihr Eure Leute, wie die einstecken, wie die die Pressefreiheit unterdr\u00fccken, hat unser Freund Haase das Wort ergriffen und die Bolschewisten verteidigt. Daf\u00fcr ist er dann von einem Bolschewisten heruntergerissen worden, der ihm sagte, nein, jawohl, wir unterdr\u00fccken, wir stecken ein, wir tun das alles, wir haben zweierlei Recht und zweierlei Moral. Die Bolschewisten haben wohl eine Entschuldigung, indem sie sagen, ja, die Menschewiki und die Sozialrevolution\u00e4re waren eben die Konterrevolution\u00e4re. Das kann man aber leicht behaupten, in Wahrheit aber waren die Bolschewisten die Konterrevolution\u00e4re. Sie waren das in Ru\u00dfland und sind es in Deutschland. Sie m\u00f6gen sich noch so wild, noch so radikal, noch so zerst\u00f6rerisch bewegen, niemals ist die Zerst\u00f6rung allein schon die Revolution. Das System der Bolschewiki ist in der Tat der Tod der Errungenschaften der Revolution, ihr System ist die Desorganisation, ist die Zerr\u00fcttung, ist der Ruin des Landes gewesen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Es ist eine falsche Auslegung eines Marx&rsquo;schen Satzes, die die Bolschewiki leitet. Weil Marx eine bestimmte Theorie in der Entwicklung gekennzeichnet hat, die in gewissem Sinne die Diktatur des Proletariats darstellt, haben die Bolschewiki diese Pflanze genommen und aufgepfropft auf einen Zustand, der viel unreifer war, der absolut nicht geschaffen war f\u00fcr das, was die Bolschewiki in Ru\u00dfland haben machen wollen. Und weil sie das getan haben, weil sie an einem geschw\u00e4chten K\u00f6rper haben Experimente machen wollen, die kaum der st\u00e4rkste K\u00f6rper vertragen kann, haben sie den K\u00f6rper vollst\u00e4ndig ruiniert und zugrunde gerichtet.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Kautsky_K_1918_a\"><\/a><a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[16]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>In Bausch und Bogen alles f\u00fcr nationalisiert erkl\u00e4ren und dann hinterdrein drangehen die Bedingungen daf\u00fcr zu schaffen hei\u00dft das Pferd beim Schwanz aufz\u00e4umen, hei\u00dft ein \u00dcbergangsstadium schaffen, in dem kapitalistische Produktion nicht mehr und sozialistische noch nicht m\u00f6glich ist, ein Stadium, in dem eine rationelle Produktion \u00fcberhaupt nicht m\u00f6glich ist. Es hei\u00dft vor\u00fcbergehend die Produktion zum Stocken bringen. Eine solche Art Sozialismus gerade jetzt im Moment der Demobilisierung durchf\u00fchren oder auch nur fordern hie\u00dfe Deutschland in ein Tollhaus verwandeln.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Kolb_E_1972_a\"><\/a><a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[17]<\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Auf die Frage des Soldatenrats des Feldheeres an Legien, was die Hauptaufgabe in der Situation vor dem R\u00e4tekongre\u00df sei, antwortet dieser u.<\/span>&nbsp;<span lang=DE>a.:<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>&quot;Gemeinsame Arbeit zur Fortf\u00fchrung und zum Wiederaufbau unserer Wirtschaft, zun\u00e4chst auf dem gegebenen Boden des Privatbesitzes an Grund und Boden und den Produktionsmitteln. Ist der Fortgang der Volkswirtschaft gesichert, dann \u00dcberf\u00fchrung ihrer hierf\u00fcr reifen Zweige und Unternehmungen in den Gemeinbesitz des Volkes. Das kann nicht nach theoretischen Erw\u00e4gungen, sondern nach praktischer Pr\u00fcfung dessen geschehen, was dem Volke am besten dient. Die Sozialisierung einer durch die Kriegswirtschaft ersch\u00fctterten und desorganisierten Volkswirtschaft ist nicht m\u00f6glich.&quot;<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>(Bericht. Den Abgeordneten des Feldheeres auf der ersten Tagung der Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te in Berlin am 16.&nbsp;Dezember 1918 \u00fcberreicht vom Vollzugsausschu\u00df des Soldatenrats des Feldheeres bei der OHL, S.&nbsp;32).<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Bauer_O_1976_a\"><\/a><a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[18]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der Sozialismus will dem Volke wiedergeben, was sich Kapitalisten und Grundherren auf Kosten des Volkes angeeignet haben. Die Enteignung derer, die bisher das Volk enteignet haben, die <i>Expropriation der Expropriateure<\/i>, ist darum die erste Voraussetzung einer sozialistischen Gesellschaft. Aber was heute in Frage steht, das ist nicht mehr, ob sich die Expropriation vollziehen, sondern wie sie sich vollziehen soll. Sie kann und soll sich nicht vollziehen in der Form einer brutalen Konfiskation des kapitalistischen und grundherrlichen Eigentums; denn in dieser Form k\u00f6nnte sie sich nicht anders vollziehen als um den Preis einer gewaltigen Verw\u00fcstung der Produktionsmittel, die die Volksmassen selbst verelenden, die Quellen des Volkseinkommens versch\u00fctten w\u00fcrde. Die Expropriation der Expropriateure soll sich vielmehr in geordneter, geregelter Weise vollziehen; so vollziehen, da\u00df der Produktionsapparat der Gesellschaft nicht zerst\u00f6rt, der Betrieb der Industrie und Landwirtschaft nicht gehemmt wird. Zu dem wichtigsten Mittel einer solchen geregelten Expropriation k\u00f6nnen die Steuern werden.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_SPD_PT1931_Prot_a\"><\/a><a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[19]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Endg\u00fcltige Krise des Kapitalismus? Was sollen wir aus der gegenw\u00e4rtigen \u00f6konomischen Krise f\u00fcr Schlu\u00dffolgerungen f\u00fcr den Bestand des kapitalistischen Systems ziehen? Einige Genossen glauben, die Zeichen daf\u00fcr sehen zu k\u00f6nnen, da\u00df es sich diesmal nicht mehr um eine der zyklusm\u00e4\u00dfigen Krisen des kapitalistischen Systems handelt, sondern da\u00df wir die entscheidende Krise des kapitalistischen Systems vor uns haben, die endg\u00fcltige Krise, die mit dem Zusammenbruch des Kapitalismus enden m\u00fcsse. In der Partei ist ja ernsthaft die Zusammenbruchstheorie schon l\u00e4ngst nicht mehr vertreten worden. Das ist nat\u00fcrlich kein absolut schl\u00fcssiger Gegenbeweis, da\u00df nun nicht doch die kapitalistische Wirtschaft in eine Sackgasse geraten sein k\u00f6nnte, aus der es ein Herauskommen nicht mehr gibt, au\u00dfer durch eine vollst\u00e4ndige Umwandlung des Systems. Ich glaube aber, da\u00df man mit solchen Prophezeiungen sehr vorsichtig sein mu\u00df, weil ja m\u00f6glicherweise die Tatsachen selbst fr\u00fcher oder sp\u00e4ter den Gegenbeweis liefern konnten. Die gegenw\u00e4rtige Krise ist zweifellos umfangreicher und in ihren Wirkungen tiefer als alle fr\u00fcheren Krisen. Das erkl\u00e4rt sich zu einem Teil aus dem Eingriff des Weltkriegs in das ganze Getriebe der Weltwirtschaft. Es erkl\u00e4rt sich auch daraus, da\u00df die Verbundenheit der Volkswirtschaften in der Weltwirtschaft sehr viel enger geworden ist. Es erkl\u00e4rt sich weiter aus den k\u00fcnstlichen St\u00f6rungen durch die Politik und Reparationszahlungen, und schlie\u00dflich auch durch die Strukturwandlungen innerhalb des kapitalistischen Systems. Die Krise mu\u00df auch schon deswegen schwerer sein, weil eine Industrierrise mit einer Agrarkrise zusammengefallen ist, was wir bisher nur einmal in der Weltwirtschaftsgeschichte erlebt haben.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Trotz dieser noch nie dagewesenen H\u00e4ufung von Krisenursachen glaube ich, da\u00df die Wirtschaft die Wege finden wird, die wieder zum Aufstieg fuhren, und ich befinde mich damit, soweit ich \u00fcbersehen kann, in Ubereinstimmung mit ziemlich allen Wirtschaftstheoretikern in unseren Reihen. Die starke Senkung der Zinss\u00e4tze und der Rohstoffpreise sind nach allen fr\u00fcheren Krisenerfahrungen auch schon die sichtbaren Anzeichen daf\u00fcr, da\u00df ein Umschwung sich vorbereitet, was nat\u00fcrlich noch nichts \u00fcber die Zeitdauer sagt.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Nun stehen wir ja allerdings am Krankenlager des Kapitalismus nicht nur als Diagnostiker, sondern auch ja, was soll ich da sagen? \u2014 als Arzt, der heilen will?, oder als fr\u00f6hlicher Erbe, der das Ende nicht erwarten kann und am liebsten mit Gift noch etwas nachhelfen m\u00f6chte? (Heiterkeit.) In diesem Bild dr\u00fcckt sich unsere ganze Situation aus. (Sehr gut!) Wir sind n\u00e4mlich, wie mir scheint, dazu verdammt, sowohl Arzt zu sein, der ernsthaft heilen will, und dennoch das Gef\u00fchl aufrechtzuerhalten, da\u00df wir Erben sind, die lieber heute als morgen die ganze Hinterlassenschaft des kapitalistischen Systems in Empfang nehmen wollen. Diese Doppelrolle, Arzt und Erbe, ist eine verflucht schwierige Aufgabe. (Sehr richtig!) Wir k\u00f6nnten uns in der Partei manche Auseinandersetzung ersparen, wenn wir uns dieser Doppelrolle immer bewu\u00dft bleiben w\u00fcrden. Aber wir sind es nicht immer. Manchmal glaubt der eine, die Notlage derjenigen, die davon abh\u00e4ngen, da\u00df der Patient gesund wird, erfordere, alles zu tun, um den Patienten zu heilen; der andere meint, jetzt, wo er schon r\u00f6chelt, sei es richtig, ihm den Gnadensto\u00df zu geben.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der Patient selbst barmt uns gar nicht so sehr, aber die Massen, die dahinter stehen. (Sehr richtig!) Wenn der Patient r\u00f6chelt, hungern die Massen drau\u00dfen. (Sehr richtig!) Wenn wir das wissen und eine Medizin kennen, selbst wenn wir nicht \u00fcberzeugt sind, da\u00df sie den Patienten heilt, aber sein R\u00f6cheln wenigstens lindert, so da\u00df die Massen drau\u00dfen wieder mehr zu essen bekommen, dann geben wir ihm die Medizin und denken im Augenblick nicht so sehr daran, da\u00df wir doch Erben sind und sein baldiges Ende erwarten.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Ich will die Frage nicht aufwerfen, ob denn, wenn wir mit dem Gedanken spielen wollten, die Gelegenheit zum totalen Zusammenbruch zu benutzen, um diesen Zusammenbruch gewaltsam herbeizuf\u00fchren und zu beschleunigen, in der gegenwartigen Krise durch einen vollst\u00e4ndigen Zusammenbruch wirklich die kapitalistische Wirtschaftsordnung erledigt w\u00e4re. Ich k\u00f6nnte mir denken, da\u00df etwas anderes zusammenbricht als das kapitalistische System. Diese Frage brauchen wir aber nicht weiter zu pr\u00fcfen, sondern die andere:<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Was bedeutet denn \u00fcberhaupt ein Zusammenbruch der Wirtschaft, von dem in radikalen Kreisen die Rede ist&nbsp;&#8209; ich denke dabei an die Kommunisten. (Heiterkeit.) Welche Borstellungen verbinden sich mit dieser Zusammenbruchsidee? Ich wundere mich, da\u00df mir niemand zuruft: Wir haben doch schon den Zusammenbruch der Wirtschaft!! Ja, den haben wir, aber er reicht doch offenbar noch nicht aus, um das kapitalistische System zu erledigen. Wir m\u00fcssen also einen ganz anderen Zusammenbruch haben, der etwas noch viel Schlimmeres bedeutet, als wir im Augenblick erleben. Wenn ich an die heutigen Leiden der Massen drau\u00dfen denke, diese Leiden noch unerh\u00f6rt vermehren wollen, das k\u00f6nnen wir ja gar nicht! (Sehr richtig!) Und wenn wir den Mut dazu f\u00e4nden, dann w\u00e4ren wir bald eine Bewegung ohne Arbeiterklasse. (Sehr richtig!)<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Denn man soll sich dar\u00fcber keinen T\u00e4uschungen hingeben: Wenn man die Empfindungen, die die deutsche Arbeiterklasse, wenn auch manchmal nur im Unterbewu\u00dftsein, hat, ganz genau untersucht, dann will die organisierte Arbeiterschaft den Sturz des kapitalistischen Systems, aber sie will nicht den Zusammenbruch der Wirtschaft. (Lebhafte Zustimmung.) Sie will den Sozialismus als eine Verbesserung ihrer Lage, nicht aber als eine noch weitere Verschlechterung. (Lebhaftes H\u00e4ndeklatschen.)<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Adler_F_1938_a\"><\/a><a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[20]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[Friedrich Adler:] Ich erinnere mich an ein Gespr\u00e4ch. das ich mit Karl Kautsky in den Jugendjahren Otto Bauers, als er noch an der Universit\u00e4t war, f\u00fchrte. Ich lebte damals in Z\u00fcrich und kannte Otto Bauer noch nicht, w\u00e4hrend er mit Kautsky durch seine Mitarbeit an der &quot;Neuen Zeit&quot; in pers\u00f6nliche Verbindung gekommen war. Damals sagte mir Kautsky: &quot;So stelle ich mir den jungen Marx vor&quot;.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Bauer_O_1923_a\"><\/a><a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[21]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Als der Sozialismus erst daranging, die Arbeitermassen zum Klassenbewu\u00dftsein zu erwecken, zum Klassenkampf zu schulen, in die ersten gro\u00dfen Klassenk\u00e4mpfe zu f\u00fchren, lehrte er die Arbeiter, den Staat, gegen den sie zu k\u00e4mpfen hatten, als den Klassenstaat der Bourgeoisie, die Staatsregierung als einen Vollzugsausschu\u00df der herrschenden Klassen verstehen. Und er ermutigte und begeisterte die Arbeitermassen durch die Verk\u00fcndigung, da\u00df der Tag der Revolution kommen wird, an dem der Staat aus einem Herrschaftsinstrument der Bourgeoisie zur Niederhaltung des Proletariats zu einem Herrschaftsinstrument des Proletariats zur Niederwerfung der Bourgeoisie werden wird. Es entsprach den seelischen Bed\u00fcrfnissen des erst erwachenden, sich erst organisierenden, erst in den Kampf tretenden Proletariats, den Bed\u00fcrfnissen der Schulung des jungen Proletariats, da\u00df die Staatslehre des Sozialismus in ihrer landl\u00e4ufigen popul\u00e4ren Darstellung keinen anderen Staat kannte als den Klassenstaat: den gegenw\u00e4rtigen Klassenstaat der Bourgeoisie als die Staatsform der kapitalistischen Gesellschaftsordnung; den kommenden Klassenstaat des Proletariats als das Mittel zu ihrer \u00dcberwindung.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Aber die feinere theoretische Analyse des Marxismus kannte auch damals schon andere Staatswesen. Sie wu\u00dfte, da\u00df aus den Klassenk\u00e4mpfen zeitweilig Situationen hervorgehen, in denen, wie Engels es in seinem Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates ausdr\u00fcckte, &quot;die k\u00e4mpfenden Klassen einander das Gleichgewicht halten&quot;. Ist keine Klasse mehr imstande, die andere niederzuwerfen und niederzuhalten, dann h\u00f6rt die Staatsgewalt auf, ein Herrschaftsinstrument einer Klasse zur Beherrschung der anderen Klassen zu sein. Die Staatsgewalt verselbst\u00e4ndigt sich dann gegen\u00fcber den Klassen, sie tritt allen Klassen als selbst\u00e4ndige Macht gegen\u00fcber, sie unterwirft sich alle Klassen. Das war, nach Marxens und Engels\u2019 Darstellung, der Ursprung der absoluten Monarchie im&nbsp;17. und&nbsp;18., des Bonapartismus im 19.&nbsp;Jahrhundert.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Auch das Ergebnis der deutsch\u00f6sterreichischen Revolution war ein Zustand, in dem &quot;die k\u00e4mpfenden Klassen einander das Gleichgewicht halten&quot;. Der Gleichgewichtszustand der Klassenkr\u00e4fte war hier vom Anfang an begr\u00fcndet in dem Machtverh\u00e4ltnis zwischen dem gro\u00dfen Industriegebiet Wiens, Nieder\u00f6sterreichs, der Obersteiermark einerseits, das nicht gegen die Arbeiter, und dem gro\u00dfen Agrargebiet der anderen Bundesl\u00e4nder anderseits, das nicht gegen die Bauern zu regieren war; vom Anfang an begr\u00fcndet in dem Widerspruch zwischen der starken Macht des Proletariats im Lande und der v\u00f6lligen Ohnmacht des Landes gegen\u00fcber den kapitalistischen M\u00e4chten au\u00dferhalb unserer Grenzen. Aber in dem ersten Jahre der Republik war das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis durch die m\u00e4chtige revolution\u00e4re Spannung in den Massen zugunsten des Proletariats verschoben; das Proletariat konnte daher zwar nicht seine Alleinherrschaft, aber immerhin seine Vorherrschaft aufrichten. In dem Ma\u00dfe aber, in dem einerseits unter dem Drucke der Ergebnisse der Klassenk\u00e4mpfe im Auslande, anderseits unter der Wirkung der Wiederbelebung des kapitalistischen Wirtschaftslebens im Lande selbst die revolution\u00e4re Spannung in den Massen \u00fcberwunden wurde, stellte sich der Gleichgewichtszustand zwischen den Klassenkr\u00e4ften her.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Aber dieser Gleichgewichtszustand f\u00fchrte hier nicht, wie so oft vorher in der Geschichte, zur Verselbst\u00e4ndigung der Staatsmacht gegen\u00fcber den Klassen, nicht zur Unterwerfung aller Klassen unter einen Absolutismus oder Bonapartismus. Vom Ausland wirtschaftlich abh\u00e4ngig, dem Ausland gegen\u00fcber milit\u00e4risch ohnm\u00e4chtig, von fremder Intervention und Okkupation bedroht, konnten die Klassen hier ihren Kampf nicht bis zur gewaltsamen Entscheidung steigern. Sie mu\u00dften von Tag zu Tag immer neue Kompromisse miteinander schlie\u00dfen. So f\u00fchrte hier das Gleichgewicht der Klassenkr\u00e4fte nicht dazu, da\u00df alle Klassen von der verselbst\u00e4ndigten Staatsmacht unterworfen wurden, sondern dazu, da\u00df alle Klassen hier die Staatsmacht untereinander teilen mu\u00dften.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Diese Teilung der Macht zwischen den Klassen fand ihren Ausdruck bis zum Oktober 1920 in der Koalitionsregierung, die die Klassen zu gemeinsamer Herrschaft vereinigte, sp\u00e4ter, nach den Wahlen vom Oktober 1920, in der Machtverteilung zwischen der b\u00fcrgerlichen Regierung und der b\u00fcrgerlichen Parlamentsmehrheit einerseits, der auf starke parlamentarische und vor allem au\u00dferparlamentarische Machtpositionen gest\u00fctzten, die b\u00fcrgerliche Regierung wirksam beeinflussenden, kontrollierenden, einschr\u00e4nkenden Sozialdemokratie anderseits. Sie fand ihren Ausdruck in der Kombination der parlamentarischen Demokratie, die die Regierungsgewalt der Bourgeoisie \u00fcberantwortete, und der funktionellen Demokratie, die die Regierungsgewalt bei den wichtigsten Regierungsakten abh\u00e4ngig machte von dem Einverst\u00e4ndnis und der Mitwirkung proletarischer Organisationen. Sie fand ihren Ausdruck in der Organisation des Bundesheeres, die die Kommandogewalt des b\u00fcrgerlich gesinnten Offizierskorps durch die sozialistische Gesinnung und Organisation der Wehrm\u00e4nner und die Befugnisse ihrer Soldatenr\u00e4te begrenzte, und in den Machtverh\u00e4ltnissen zwischen den b\u00fcrgerlichen Selbstschutzverb\u00e4nden einerseits,. der proletarischen Ordnerorganisation anderseits, die einander in Schach hielten.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Republik wurde seit dem Oktober 1920 von einer b\u00fcrgerlichen Regierung, von einer b\u00fcrgerlichen Parlamentsmehrheit regiert. Trotzdem war sie kein Klassenstaat der Bourgeoisie, keine Bourgeoisrepublik. Die starken Machtpositionen des Proletariats im Heer, in der Ordnerorganisation, in den lebensnotwendigen Verkehrsbetrieben setzten der Macht der b\u00fcrgerlichen Regierung enge Schranken. Sie konnte es nicht wagen, die Arbeiterklasse zum Entscheidungskampfe herauszufordern. Sie konnte nicht anders regieren als durch t\u00e4gliche Kompromisse mit der Vertretung der Arbeiterklasse im Parlament und mit den proletarischen Organisationen au\u00dferhalb des Parlaments. In allen gro\u00dfen Krisen dieser Periode, in der Zeit des Kapp-Putsches, des Osterputsches Karl Habsburgs, der Burgenlandkrise konnte die Arbeiterklasse den Kurs der b\u00fcrgerlichen Regierung m\u00e4chtig beeinflussen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Arbeiterklasse war eine starke Macht in der Republik. Trotzdem war die Republik kein Klassenstaat des Proletariats, keine proletarische Republik. Die Arbeiterklasse konnte die kapitalistische Wirtschaftsverfassung, auf der das Staatswesen ruhte, nicht aufheben. Die Arbeiterklasse konnte zwar die politische Macht der Bourgeoisie eng einschr\u00e4nken, aber nicht die Macht an sich rei\u00dfen. Die ganze wirtschaftliche Entwicklung der Republik, die Aufhebung der Kriegswirtschaft, die Wiederherstellung der kapitalistischen Handelsfreiheit vor allem bedeutete die Wiederherstellung der Wirtschaftsverfassung der Bourgeoisie.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Republik war also weder eine Bourgeoisrepublik noch eine proletarische Republik. Sie war weder ein Instrument der Klassenherrschaft der Bourgeoisie \u00fcber das Proletariat noch ein Instrument der Klassenherrschaft des Proletariats \u00fcber die Bourgeoisie. Die Republik war in dieser Phase kein Klassenstaat, das hei\u00dft kein Instrument der Herrschaft einer Klasse \u00fcber die andere Klasse, sondern ein Ergebnis des Kompromisses zwischen den Klassen, ein Resultat des Gleichgewichts der Klassenkr\u00e4fte. Wie die Republik im Oktober 1918 aus einem Contrat social, aus einem staatsbildenden Vertrag der drei gro\u00dfen Parteien, die die drei gro\u00dfen Klassen der Gesellschaft vertraten, entstanden ist, so lebte sie nur in t\u00e4glichen Kompromissen zwischen den Klassen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Revolution von 1918 hat die politischen und rechtlichen Klassenprivilegien der herrschenden Klassen zertr\u00fcmmert. Einige der Republiken, die aus der Revolution von 1918 hervorgegangen sind, so die ungarische und die westukrainische, haben sich damals &quot;Volksrepubliken&quot; genannt. Sie wollten damit sagen, da\u00df nunmehr, nach der Zertr\u00fcmmerung der Klassenprivilegien, das Volk als Ganzes seine Regierung in seine Hand nehme. Aber hier war die Phrase der Volksrepublik nur der Ausdruck einer kleinb\u00fcrgerlichen Illusion. Durch die Aufhebung der politischen und rechtlichen Klassenprivilegien werden die Klassengegens\u00e4tze nicht aufgehoben. Die Demokratie \u00fcberwindet die Klassenk\u00e4mpfe nicht, sondern sie bringt sie erst zur vollen Entfaltung. Die Rechtsordnung, die Regierung und Parlament aus allgemeinen Volkswahlen hervorgehen l\u00e4\u00dft, hindert nicht, da\u00df die allgemeinen Volkswahlen selbst Regierung und Parlament einer Klasse ausliefern, sie zum Instrument ihrer Herrschaft \u00fcber die anderen Klassen machen. Die parlamentarische Demokratie des allgemeinen Wahlrechts hebt die Klassenherrschaft nicht auf, sie gibt der Klassenherrschaft nur die Weihe der Best\u00e4tigung durch die Volksgesamtheit.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Nicht im Sinne dieser kleinb\u00fcrgerlichen Illusion, sondern in einem ganz anderen Sinne k\u00f6nnen wir die Republik, wie sie in \u00d6sterreich vom Herbst&nbsp;1919 bis zum Herbst&nbsp;1922 bestand, eine Volksrepublik nennen. Diese Republik war keine Bourgeoisrepublik, in der die Bourgeoisie das Proletariat zu beherrschen vermocht h\u00e4tte, wie sie es in der franz\u00f6sischen oder in der amerikanischen Bourgeoisrepublik beherrscht. Sie war aber auch keine Proletarierrepublik, in der das Proletariat die Bourgeoisie beherrscht h\u00e4tte, wie es die Bourgeoisie in der russischen oder in der ungarischen Proletarierrepublik zu beherrschen versucht hat. Es war eine Republik, in der keine Klasse stark genug war, die anderen Klassen zu beherrschen, und darum alle Klassen die Staatsmacht untereinander, miteinander teilen mu\u00dften. So hatten tats\u00e4chlich alle Klassen des Volkes an der Staatsmacht ihren Anteil, war tats\u00e4chlich die Wirksamkeit des Staates die Resultierende der Kr\u00e4fte aller Klassen des Volkes; deshalb k\u00f6nnen wir diese Republik eine Volksrepublik nennen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die kleinb\u00fcrgerliche Illusion glaubt, die Volksrepublik werde dadurch verwirklicht, da\u00df sich das Volk \u00fcber die Klassengegens\u00e4tze in seinem. Scho\u00df erhebt, die einzelnen Klassen des Volkes dem Kampf gegeneinander entsagen. In Wirklichkeit geht die Volksrepublik gerade aus dem Klassenkampf hervor, dann hervor, wenn das Ergebnis des Klassenkampfes ein Zustand ist, in dem &quot;die k\u00e4mpfenden Klassen einander das Gleichgewicht halten&quot;. Die kleinb\u00fcrgerliche Illusion glaubt die Volksrepublik schon durch die parlamentarische Demokratie gesichert, da sie ja Parlament und Regierung aus Wahlen des ganzen Volkes hervorgehen l\u00e4\u00dft. In Wirklichkeit ist die Volksrepublik keineswegs durch die Rechtsinstitutionen der parlamentarischen Demokratie verb\u00fcrgt, aus denen vielmehr ebensogut die Alleinherrschaft einer Klasse hervorgehen kann. Nicht aus der formalen Rechtsgleichheit der Demokratie, sondern nur aus realer Machtgleichheit der k\u00e4mpfenden Klassen geht die Volksrepublik hervor. Sie war in \u00d6sterreich 1919 bis 1922 nicht das Resultat der parlamentarischen Demokratie, sondern gerade umgekehrt das Resultat der funktionellen Demokratie, durch die die parlamentarische Demokratie begrenzt und berichtigt wurde: das Resultat der au\u00dferparlamentarischen Macht des Proletariats, die die parlamentarische Mehrheit der Bourgeoisie hinderte, ihre Klassenherrschaft aufzurichten. Die kleinb\u00fcrgerliche Illusion h\u00e4lt die Volksrepublik f\u00fcr die dauernde Aufhebung der Klassengegens\u00e4tze; in Wirklichkeit ist die Volksrepublik ein zeitweiliges Ergebnis der Klassenk\u00e4mpfe, nur das Resultat zeitweiligen Gleichgewichtszustandes zwischen den Kr\u00e4ften der k\u00e4mpfenden Klassen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><a name=\"CIT_Bauer_Oesterr_Revolution_S245a\"><\/a><span lang=DE>In der Tat kann ein solcher Gleichgewichtszustand keine Klasse dauernd befriedigen. Jede Klasse strebt \u00fcber den Zustand des Gleichgewichts der Klassenkr\u00e4fte hinweg zu einem Zustand, in dem sie herrschen kann, hin.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Bourgeoisie liebt es immer und \u00fcberall, ihre Klassenherrschaft als Selbstregierung des ganzen Volkes, ihre Republik, die Bourgeoisrepublik als die wahre Volksrepublik hinzustellen. Wo aber wirklich ein Gleichgewichtszustand der Klassenkr\u00e4fte die Staatsmacht auf alle Klassen verteilt, dort lehnt sich gerade die Bourgeoisie mit aller Leidenschaft gegen die Volksrepublik auf. Sie hat sich in \u00d6sterreich 1919 bis 1922 mit der Volksrepublik nie abgefunden, war w\u00e4hrend der ganzen Periode der Volksrepublik von schlimmster Staatsverdrossenheit erf\u00fcllt. Sie hat in dieser ganzen Periode dem Staat alle Opfer f\u00fcr die Ordnung seiner zerr\u00fctteten Finanzen verweigert, hat den f\u00fcr die Sicherung der bedrohten Ostgrenze unerl\u00e4\u00dflichen Ausbau des Bundesheeres sabotiert, hat immer wieder die Missionen ausl\u00e4ndischer Gro\u00dfm\u00e4chte zur Einmengung in die inneren Angelegenheiten der Republik aufgefordert, hat bald mit Budapest, bald mit M\u00fcnchen gegen die Republik konspiriert, hat bald auf die Restauration der Habsburger, bald auf den Abfall ihrer L\u00e4nder vom Bund ihre Hoffnung gesetzt. Und als die Erfahrungen der Habsburgerputsche und der Anschlu\u00dfabstimmungen sie zwangen, sich mit der Republik vorerst abzufinden, forderte sie immer st\u00fcrmischer unter dem Schlagwort der &quot;Wiederherstellung der Staatsautorit\u00e4t&quot;, das hei\u00dft der Autorit\u00e4t der Bourgeoisregierung, die Verwandlung der Volksrepublik in eine Bourgeoisrepublik.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Auch das Proletariat war mit dem Gleichgewichtszustand der Klassenkr\u00e4fte keineswegs zufrieden. Die Bewegung gegen die Koalitionspolitik, die 1920 durch die Massen ging, war nichts anderes als der Ausdruck der Entt\u00e4uschung der Arbeiterklasse dar\u00fcber, da\u00df sie ihre Vorherrschaft nicht hatte behaupten k\u00f6nnen, der Unzufriedenheit damit, da\u00df an die Stelle ihrer Vorherrschaft ein Zustand des Gleichgewichts der Kr\u00e4fte trat. Aber das Verh\u00e4ltnis des Proletariats zur Volksrepublik war doch ein ganz anderes als das der Bourgeoisie. Als die Volksrepublik von der Konterrevolution bedroht war, erhob sich das Proletariat zum Schutze der Volksrepublik.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>In der Zeit der K\u00e4mpfe um das Burgenland war das Verh\u00e4ltnis der Klassen zur Volksrepublik am anschaulichsten zu erkennen. In den Wochen der Gefahr ging eine m\u00e4chtige Welle republikanischen Patriotismus durch die Arbeitermassen. Das Proletariat forderte schnellen Ausbau des Bundesheeres zum Schutze der bedrohten Grenze; die Bourgeoisregierung sabotierte ihn. Tausende Proletarier meldeten sich freiwillig zum Heeresdienst; die Bourgeoisregierung z\u00f6gerte, sie aufzunehmen. Mitten in der Burgenlandkrise ver\u00f6ffentlichte die Sozialdemokratie ihren Finanzplan; die Bourgeoisregierung weigerte sich, so hohe Steuern, so gro\u00dfe Opfer aller Volksklassen zu fordern, wie das Proletariat sie vorschlug. Die Verteilung der Rollen zwischen der Regierung und der Opposition war v\u00f6llig verkehrt worden: die staatlichen Notwendigkeiten, die sonst in aller Welt die Regierung gegen den Widerstand der Opposition durchsetzen mu\u00df, hier mu\u00dfte sie die Opposition gegen den Widerstand der Regierung durchsetzen!<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Bourgeoisie konnte es nicht verwinden, da\u00df sie das Proletariat nicht mehr wie bis 1918 beherrschen konnte, da\u00df sie die tats\u00e4chliche Macht im Staat mit dem Proletariat teilen mu\u00dfte; daher ihre Staatsverdrossenheit. Das Proletariat betrachtete es schon als gewaltigen Fortschritt, da\u00df es nicht, mehr wie bis&nbsp;1918 blo\u00dfes Objekt der Gesetzgebung und Verwaltung war, sondern sich einen wesentlichen Anteil an der tats\u00e4chlichen Macht im Staat erobert hatte; daher sein republikanischer Enthusiasmus. War die Macht in der Republik zwischen allen Klassen geteilt, so sicherte doch nicht der Wille der regierenden Bourgeoisie, sondern nur die Entschlossenheit des in Opposition stehenden Proletariats die Existenz der Republik.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Eine Republik, in der keine Klasse stark genug war, die anderen Klassen zu beherrschen, und darum die tats\u00e4chliche Macht zwischen allen Klassen des Volkes geteilt sein mu\u00dfte; diese Republik, gef\u00fchrt von einer verdrossenen Bourgeoisie, die, republikanisch wider Willen, wider ihren, Willen unter der m\u00e4chtigen Kontrolle des Proletariats in republikanischen Formen regieren mu\u00dfte; diese Republik, getragen und gesichert von der republikanischen Gesinnung, der republikanischen Opferwilligkeit, dem republikanischen Enthusiasmus des Proletariats&nbsp;&#8209; das war die Volksrepublik in \u00d6sterreich.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wenn alle Klassen an der Staatsmacht Anteil haben, alles Regieren t\u00e4gliche Kompromisse zwischen widerstreitenden Klasseninteressen voraussetzt, dann arbeitet der Staatsmechanismus langsam, schwerf\u00e4llig, mit gro\u00dfen Reibungen. Trotzdem war das Ergebnis der zweij\u00e4hrigen Periode des Gleichgewichts der Klassenkr\u00e4fte, die wir bisher dargestellt haben, der Periode vom Herbst&nbsp;1919 bis zum Herbst&nbsp;1921, vom Abschlu\u00df der Friedensverhandlungen bis zum Abschlu\u00df der Burgenlandkrise, nicht gering. Wirtschaftlich war diese Periode charakterisiert durch die Wiederbelebung der Industrie und des Handels, die einerseits die Massennot der Zeit des Kriegsendes \u00fcberwand, die Lebenshaltung der Arbeiterklasse betr\u00e4chtlich verbesserte, anderseits aber die staatliche Organisation der Kriegswirtschaft sprengte und die rein kapitalistische Wirtschaftsverfassung wiederherstellte. Sozial war diese Periode charakterisiert durch die L\u00f6sung der sozialen Erregungszust\u00e4nde der Demobilisierungszeit, durch die R\u00fcckf\u00fchrung der arbeitslosen Massen in die Produktion, durch die Wiederherstellung der Arbeitsdisziplin und die allm\u00e4hliche Steigerung der Arbeitsintensit\u00e4t in den Produktionsst\u00e4tten. Das politische Ergebnis dieser Periode war die Konsolidierung der Republik. Sie hat in der Zeit der zweiten Koalitionsregierung ihre Heeresverfassung, in der Zeit der Proporzregierung ihre Bundesverfassung empfangen. Sie wurde in der Zeit der beiden ersten b\u00fcrgerlichen Regierungen dadurch gefestigt, da\u00df die Erfahrungen der beiden Habsburgerputsche die Aussichtslosigkeit einer Restauration der Habsburger, die Erfahrungen der Anschlu\u00dfbewegung der L\u00e4nder die Aussichtslosigkeit eines Abfalles der L\u00e4nder erwiesen hatten. In der burgenl\u00e4ndischen Krise hat die Republik ihre endg\u00fcltigen Grenzen erlangt, die zwei Jahre lang drohende Gefahr eines Krieges mit Ungarn \u00fcberwunden und die St\u00e4rke der moralischen Energien, die zur Verteidigung der Republik entschlossen waren, kennengelernt. So war aus einem losen B\u00fcndel auseinander strebender, von revolution\u00e4ren Ersch\u00fctterungen durchw\u00fchlter L\u00e4nder, die nach dem Abfall der slawischen Nationen vom Reiche \u00fcbriggeblieben waren, allm\u00e4hlich ein Staat geworden.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Aber wenn sich die Republik auch wirtschaftlich und politisch gefestigt halte, so wurde ihre Existenz doch durch die Zerr\u00fcttung ihrer Finanzen untergraben. Die Burgenlandkrise hatte der Entwertung der Krone neuen Ansto\u00df gegeben. Der immer weiter, immer schneller fortschreitende Vorfall des Geldwertes drohte die Republik in eine W\u00e4hrungskatastrophe zu st\u00fcrzen, die ihrem Bestand gef\u00e4hrlicher werden konnte als die Banden Pronajs und die Bataillone Osztenburgs. Nach der L\u00f6sung der gro\u00dfen politischen Probleme mu\u00dften alle Kr\u00e4fte auf die Abwehr der drohenden wirtschaftlichen Gefahr konzentriert werden. Mitten in der Burgenlandkrise halte die Sozialdemokratie schon die Parole zu diesem neuen Kampfe ausgegeben. Am 1. Oktober 1921 hatten wir unseren Finanzplan ver\u00f6ffentlicht. Damit wurde der Kampf gegen die drohende W\u00e4hrungskatastrophe begonnen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Bauer_O_1923_b\"><\/a><a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[22]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>In der Tat kann ein solcher Gleichgewichtszustand keine Klasse dauernd befriedigen. Jede Klasse strebt \u00fcber den Zustand des Gleichgewichts der Klassenkr\u00e4fte hinweg zu einem Zustand, in dem sie herrschen kann, hin.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Bauer_O_1924_a\"><\/a><a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[23]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Und da der \u00f6konomische Proze\u00df selbst die Machtverh\u00e4ltnisse zwischen den Klassen immer wieder verschiebt, kommt schlie\u00dflich unvermeidlich der Augenblick, in dem das <\/span><span lang=DE>Gleichgewichtsverh\u00e4ltnis aufgehoben wird und nur noch die Wahl bleibt zwischen dem R\u00fcckfall unter die Klassenherrschaft der Bourgeoisie und der Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat. Wie die Bourgeoisie durch die Periode des Gleichgewichtes zwischen Grundaristokratie und Bourgeoisie hindurchgehen mu<\/span><span lang=DE>\u00df<\/span><span lang=DE>te, ehe sie die Staatsgewalt erobern und die ganze Rechtsordnung dem Kapitalismus anpassen konnte, so wird das Proletariat durch die Periode des Gleichgewichtes zwischen Bourgeoisie und Proletariat nur hindurchgehen, um schlie\u00dflich die Staatsgewalt zu erobern und die sozialistische Gesellschaftsordnung zu verwirklichen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Berchtold_K_1967_b\"><\/a><a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[24]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>1.&nbsp;Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hat die Wahlrechtsprivilegien der besitzenden Klassen gesprengt, die Monarchie gest\u00fcrzt, die demokratische Republik begr\u00fcndet. In der Monarchie hat die Dynastie, die Generalit\u00e4t, die B\u00fcrokratie geherrscht; nur die obersten Schichten der Bourgeoisie &#8209;&nbsp;der Gro\u00dfgrundbesitz und die Hochfinanz&nbsp;&#8209; hatten tats\u00e4chlich Anteil an ihrer Herrschaft. In der demokratischen Republik hat sich die Gesamtheit der Bourgeoisie der Staatsgewalt bem\u00e4chtigt.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Anderseits hat die demokratische Republik der Arbeiterklasse politische Gleichberechtigung und Bewegungsfreiheit gegeben, ihre geistigen Kr\u00e4fte und ihr Selbstbewu\u00dftsein gewaltig entwickelt. Die Arbeiterklasse st\u00fcrmt gegen die Klassenherrschaft der Bourgeoisie in der Republik an.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Geschichte der demokratischen Republik ist die Geschichte der Klassenk\u00e4mpfe zwischen der Bourgeoisie und der Arbeiterklasse um die Herrschaft in der Republik.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>In der demokratischen Republik beruht die politische Herrschaft der Bourgeoisie nicht mehr auf politischen Privilegien, sondern darauf, da\u00df sie mittels ihrer wirtschaftlichen Macht, mittels der Macht der Tradition, mittels der Presse, der Schule und der Kirche die Mehrheit des Volkes unter ihrem geistigen Einflu\u00df zu erhalten vermag. Gelingt es der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, diesen Einflu\u00df zu \u00fcberwinden, die manuellen und die geistigen Arbeiter in Stadt und Land zu vereinigen und der Arbeiterklasse die ihr nahestehenden Schichten der Kleinbauernschaft, des Kleinb\u00fcrgertums, der Intelligenz als Bundesgenossen zu gewinnen, so gewinnt die sozialdemokratische Arbeiterpartei die Mehrheit des Volkes. Sie erobert durch die Entscheidung des allgemeinen Wahlrechtes die Staatsmacht.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>So werden in der demokratischen Republik die Klassenk\u00e4mpfe zwischen der Bourgeoisie und der Arbeiterklasse im Ringen der beiden Klassen um die Seele der Volksmehrheit entschieden. Im Verlauf dieser Klassenk\u00e4mpfe kann der Fall eintreten, da\u00df die Bourgeoisie nicht mehr und die Arbeiterklasse noch nicht stark genug ist, allein die Republik zu beherrschen. Aber die Kooperation einander feindlicher Klassen, zu der sie eine solche Situation zwingt, wird nach kurzer Zeit durch die innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft unaufhebbaren Klassengegens\u00e4tze gesprengt. Die Arbeiterklasse wird nach jeder solchen Episode unter die Herrschaft der Bourgeoisie zur\u00fcckfallen, wenn es ihr nicht gelingt, selbst die Herrschaft in der Republik zu erobern. Eine solche Kooperation der Klassen kann also nur eine vor\u00fcbergehende Entwicklungsphase im Klassenkampf um die Staatsmacht, aber nicht das Ziel dieses Kampfes sein. Hat die sozialdemokratische Arbeiterpartei in der ersten Epoche ihres Kampfes die demokratische Republik erk\u00e4mpft, so hat sie nunmehr die Aufgabe, die demokratischen Kampfmittel auszun\u00fctzen, um die Mehrheit des Volkes unter der F\u00fchrung der Arbeiterklasse zu sammeln und dadurch die Klassenherrschaft der Bourgeoisie zu st\u00fcrzen, der Arbeiterklasse die Herrschaft in der demokratischen Republik zu erobern.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die sozialdemokratische Arbeiterpartei erstrebt die Eroberung der Herrschaft in der demokratischen Republik, nicht um die Demokratie aufzuheben, sondern um sie in den Dienst der Arbeiterklasse zu stellen, den Staatsapparat den Bed\u00fcrfnissen der Arbeiterklasse anzupassen und ihn als Machtmittel zu ben\u00fctzen, um dem Gro\u00dfkapital und dem Gro\u00dfgrundbesitz die in ihrem Eigentum konzentrierten Produktions- und Tauschmittel zu entrei\u00dfen und sie in den Gemeinbesitz des ganzen Volkes zu \u00fcberf\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>2.&nbsp;Die Bourgeoisie wird nicht freiwillig ihre Machtstellung r\u00e4umen. Findet sie sich mit der ihr von der Arbeiterklasse aufgezwungenen demokratischen Republik ab, solange sie die Republik zu beherrschen vermag, so wird sie versucht sein, die demokratische Republik zu st\u00fcrzen, eine monarchistische oder faschistische Diktatur aufzurichten, sobald das allgemeine Wahlrecht die Staatsmacht der Arbeiterklasse zu \u00fcberantworten droht oder schon \u00fcberantwortet haben wird.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Nur wenn die Arbeiterklasse wehrhaft genug sein wird, die demokratische Republik gegen die monarchistische oder faschistische Gegenrevolution zu verteidigen, nur wenn das Bundesheer und die anderen bewaffneten Korps des Staates auch dann die Republik sch\u00fctzen werden, wenn die Macht in der Republik durch die Entscheidung des allgemeinen Wahlrechtes in die Hand der Arbeiterklasse f\u00e4llt, nur dann wird es die Bourgeoisie nicht wagen k\u00f6nnen, sich gegen die Republik aufzulehnen, nur dann wird daher die Arbeiterklasse die Staatsmacht mit den Mitteln der Demokratie erobern und aus\u00fcben k\u00f6nnen. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei mu\u00df daher die Arbeiterklasse in st\u00e4ndiger organisierter geistiger und physischer Bereitschaft zur Verteidigung der Republik erhalten, die engste Geistesgemeinschaft zwischen der Arbeiterklasse und den Soldaten des Bundesheeres pflegen, sie ebenso wie die anderen bewaffneten Korps des Staates zur Treue zur Republik erziehen und dadurch der Arbeiterklasse die M\u00f6glichkeit erhalten, mit den Mitteln der Demokratie die Klassenherrschaft der Bourgeoisie zu brechen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wenn es aber trotz allen diesen Anstrengungen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei einer Gegenrevolution der Bourgeoisie gel\u00e4nge, die Demokratie zu sprengen, dann k\u00f6nnte die Arbeiterklasse die Staatsmacht nur noch im B\u00fcrgerkrieg erobern.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>3.&nbsp;Die sozialdemokratische Arbeiterpartei wird die Staatsmacht in den Formen der Demokratie und unter allen B\u00fcrgschaften der Demokratie aus\u00fcben. Die demokratischen B\u00fcrgschaften geben die Gew\u00e4hr daf\u00fcr, da\u00df die sozialdemokratische Regierung unter st\u00e4ndiger Kontrolle der unter der F\u00fchrung der Arbeiterklasse vereinigten Volksmehrheit handeln und dieser Volksmehrheit verantwortlich bleiben wird. Die demokratischen B\u00fcrgschaften werden es erm\u00f6glichen, den Aufbau der sozialistischen Gesellschaftsordnung unter den g\u00fcnstigsten Bedingungen, unter ungehemmter, t\u00e4tigster Teilnahme der Volksmasse zu vollziehen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wenn sich aber die Bourgeoisie gegen die gesellschaftliche Umw\u00e4lzung, die die Aufgabe der Staatsmacht der Arbeiterklasse sein wird, durch planm\u00e4\u00dfige Unterbindung des Wirtschaftslebens, durch gewaltsame Auflehnung, durch Verschw\u00f6rung mit ausl\u00e4ndischen gegenrevolution\u00e4ren M\u00e4chten widersetzen sollte, dann w\u00e4re die Arbeiterklasse gezwungen, den Widerstand der Bourgeoisie mit den Mitteln der Diktatur zu brechen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>4.&nbsp;Die Arbeiterklasse erobert die Herrschaft in der demokratischen Republik, nicht um eine neue Klassenherrschaft aufzurichten, sondern um jede Klassenherrschaft aufzuheben. In dem Ma\u00dfe, als die Staatsmacht der Arbeiterklasse die Kapitalisten und die Gro\u00dfgrundbesitzer enteignet, die in ihrem Eigentum konzentrierten Produktions- und Tauschmittel in den Gemeinbesitz des ganzen Volkes \u00fcberf\u00fchrt, wird die Scheidung des Volkes in ausbeutende und ausgebeutete Klassen, werden damit Klassenherrschaft und Klassenkampf \u00fcberwunden werden; damit erst wird sich die Demokratie aus der letzten Form der Klassenherrschaft in die Selbstregierung des nicht mehr in gegens\u00e4tzliche Klassen gespaltenen Volkes, wird sich der Staat aus einem Werkzeug der Klassenherrschaft in das Gemeinwesen der vereinigten Volksgemeinschaft verwandeln.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Adler_M_1926_Demokratie_a\"><\/a><a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[25]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die marxistische Lehre vom Staate und von der Demokratie, wie wir sie bisher auseinandergesetzt haben, hat im letzten Jahrzehnt eine eigenartige Bek\u00e4mpfung erfahren, in welcher sie als \u00fcberlebt dargestellt wird. Man h\u00e4lt sie n\u00e4mlich durch die moderne staatliche Entwicklung f\u00fcr widerlegt, da diese zu einer immer gr\u00f6\u00dferen Interessiertheit des Proletariates am Staate gef\u00fchrt habe. Diese an sich richtige Konstatierung wird mit einer Abschw\u00e4chung des Klassengegensatzes, ja der Notwendigkeit seiner \u00dcberbr\u00fcckung gleichgesetzt. Und diese Auffassung sieht sich nun unter anderem auch durch eine bedeutungsvolle Lehre unterst\u00fctzt, durch die Lehre vom Gleichgewicht der Klassenkr\u00e4fte, an die sie aber nur sehr mi\u00dfverst\u00e4ndlich ankn\u00fcpfen kann. [&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Es sind haupts\u00e4chlich zwei gr\u00fcndliche Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse, die dazu f\u00fchren, die Lehre vom Klassengleichgewicht direkt in ihr Gegenteil zu verkehren: da\u00df das Gleichgewicht der Klassenkr\u00e4fte in sich schlie\u00dfe eine Ausgleichung der Klassengegens\u00e4tze, und da\u00df die Phase des Gleichgewichtes der Klassenkr\u00e4fte ein Dauerzustand sei, welcher nur der Ausdruck der erreichten H\u00f6he der Demokratie w\u00e4re, so da\u00df diese Phase sich immer mehr zu einer Epoche der gesellschaftlichen Harmonie und dadurch des \u00dcberganges zum Sozialismus herausgestalten werde. [&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Und schlie\u00dflich ist dies das Entscheidende, was das richtig verstandene Wesen des Gleichgewichtszustandes der Klassenkr\u00e4fte ausmacht, da\u00df er kein Dauerzustand sein kann, sondern eben durch die Kr\u00e4fte, die sich in Schach halten, best\u00e4ndig nach der einen oder anderen Seite hin\u00fcbergedr\u00e4ngt wird.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Adler_M_1926_Parteiprogramm_a\"><\/a><a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[26]<\/span><\/span><\/span><\/a>:<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Daher funktioniert die politische Demokratie zwar scheinbar als blo\u00dfer Abstimmungsmechanismus bei allen Fragen, welche die herrschenden Schichten nicht in ihren Lebensinteressen bedrohen, offenbart aber sofort ihren eigentlichen Charakter als Unterdr\u00fcckungsmechanismus, sobald dies der Fall ist. Dann hebt die Majorit\u00e4t, und zwar kraft der Demokratie, eben weil sie die Majorit\u00e4t ist, die Verfassung auf, verk\u00fcndet den Ausnahmezustand<\/span><span lang=DE> und das Standrecht, ernennt au\u00dferordentliche Kommiss\u00e4re, wie dies alles zum Beispiel in England w\u00e4hrend des Generalstreiks geschehen ist&nbsp;&#8209; kurz, es zeigt sich, da\u00df das Wesen der politischen Demokratie die Diktatur einer Klasse \u00fcber die andere kraft Majorit\u00e4tsentscheid es ist.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Adler_M_1926_Demokratie_b\"><\/a><a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[27]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Es war also im Grunde immer das, was wir in diesem Buche als den eigentlichen Sinn der Demokratie darlegen, die Idee der sozialen Demokratie, der solidarischen Gesellschaft, was die Forderung nach dem allgemeinen Wahlrecht und nach der Republik als den &quot;Volksstaat&quot; mit dem Feuer des politischen Idealismus durchgl\u00fchte. So war es schon in der ersten Arbeiterbewegung f\u00fcr das allgemeine Wahlrecht, im Chartismus, der dadurch zur ersten sozialistischen Massenbewegung wurde, und so auch wieder in der Agitation Lassalles, bei dem die Idee des allgemeinen Wahlrechtes zugleich den Aufruf zur Umgestaltung des Staates durch &quot;die Idee des Arbeiterstandes&quot; bedeutete. <\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_02_03\"><\/a>3. Gy\u00f6rgy Luk\u00e1cs et la notion de &quot;dictature d\u00e9mocratique&quot;<\/p>\n<p class=MsoNormal><a name=\"CIT_Lukacs_G_1979_a\"><\/a>\u00a0\u00a0 <a name=\"NOT_c\"><\/a><a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[28]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>A. Demokratische Diktatur <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>a)&nbsp;Es mu\u00df unter den Arbeitern gegen den durch die Entt\u00e4uschung \u00fcber die der Politik der Sozialdemokratischen Partei entstandenen Nihilismus in der Frage der b\u00fcrgerlichen Demokratie vorgegangen werden. Die Auffassung des Marxismus: die b\u00fcrgerliche Demokratie ist das tauglichste Kampffeld f\u00fcr das Proletariat&nbsp;&#8209; mu\u00df unter den Parteimitgliedern popul\u00e4r gemacht werden. Es sollte begriffen werden, da\u00df das Zustandekommen eines solchen Kampffeldes ernster, revolution\u00e4rer Auseinandersetzungen bedarf. Die Erfahrungen der Revolution&nbsp;1917 in Ru\u00dfland und&nbsp;1918\/1919 in Ungarn m\u00fcssen hierbei beachtet und popul\u00e4r gemacht werden. (Lenin sagte im Fr\u00fchjahr&nbsp;1917: &quot;Ru\u00dfland stellt die progressivste Demokratie der Welt dar.<\/span><span lang=DE style='font-family:\"Calibri\",\"sans-serif\"'>&quot;<\/span><span lang=DE>) <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>b)&nbsp;Bereits im voraus mu\u00df man gegen jede Auffassung ank\u00e4mpfen, die behauptet, da\u00df eine demokratische Diktatur eine Regierungsform des \u00dcbergangs zwischen dem Bethlen-Regime und der Diktatur des Proletariats sei&nbsp;&#8209; sozusagen, da\u00df gegenw\u00e4rtig das Bethlen-Regime existiere, dann werden wir die demokratische Diktatur erk\u00e4mpfen, und wenn wir diese ausgebaut und verwirklicht haben, dann wird erst die Zeit der Diktatur des Proletariats anbrechen. Die Formen einer demokratischen Diktatur k\u00f6nnen sehr verschieden sein. Anfang 1917 hatte Lenin Kamenew gegen\u00fcber, der die Partei an die Form der demokratischen Diktatur von&nbsp;1905 nageln wollte, betont, da\u00df am Anfang der Revolution von&nbsp;1917 die demokratische Diktatur unter ganz bestimmten Formen verwirklicht wurde: Eine dieser Formen war eine durch Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te gebildete Gegenregierung. Die demokratische Diktatur also, als eine vollkommene Verwirklichung der b\u00fcrgerlichen Demokratie, ist im strengen Sinne des Wortes ein Schlachtfeld, ein Feld des alles entscheidenden Kampfes zwischen Bourgeoisie und Proletariat. Freilich ist sie zugleich auch das wichtigste Mittel des Kampfes, eine M\u00f6glichkeit, die breitesten Massen anzusprechen, sie zu spontaner revolution\u00e4rer Aktion anzuspornen und zu f\u00fchren sowie die organisatorischen und ideologischen Formen zu lockern, durch deren Hilfe die Bourgeoisie unter &quot;normalen Umstanden&quot; die breiten Massen des arbeitenden Volkes desorganisiert; die demokratische Diktatur ist eine M\u00f6glichkeit, jene organisatorischen Formen zu schaffen, durch deren Hilfe die breiten Massen der Arbeiter ihre Interessen der Bourgeoisie gegen\u00fcber zur Geltung bringen. Die demokratische Diktatur ist auf der gegenw\u00e4rtigen Entwicklungsstufe prinzipiell mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Macht der Bourgeoisie unvereinbar, obwohl der ausdr\u00fcckliche Klasseninhalt ihrer konkreten Zielsetzung und ihrer unmittelbar zu verwirklichenden Forderungen nicht \u00fcber den Rahmen der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft hinausgeht, ja sogar die vollkommene Verwirklichung der b\u00fcrgerlichen Demokratie ist. (1793 stand die Verwirklichung einer vollst\u00e4ndigen Demokratie noch in keinem prinzipiellen Gegensatz zur Macht des Kapitalismus, sie f\u00f6rderte diesen sogar.) Deshalb ist sowohl in der Kerenskyschen als auch in der Karolyischen Revolution mit Notwendigkeit die Situation eingetreten, da\u00df die Bourgeoisie die &quot;entwickelteste Demokratie&quot;, die dem Ausbruch der Revolution folgte, kurzerhand abzubauen versuchte und danach strebte, die die Macht des Kapitalismus sichernde &quot;normale Demokratie&quot; so schnell wie m\u00f6glich wiederherzustellen &#8211; jenen Zustand also, in dem der wiederhergestellte Staatsapparat, die gesellschaftlichen Organisationen, die wirtschaftliche \u00dcberlegenheit der Bourgeoisie usw. die Spontaneitat der Massen wieder aufheben, in dem die Massen durch die Bourgeoisie und deren Agenten, in erster Linie durch die Sozialdemokratie, wieder desorganisiert werden. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lukacs_G_1979_b\"><\/a><a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[29]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die demokratische Diktatur ist also, obwohl sie in ihrem unmittelbaren, konkreten Inhalt nicht \u00fcber die b\u00fcrgerliche Gesellschaft hinausgeht, eine dialektische \u00dcbergangsform zur Revolution des Proletariats&nbsp;&#8209; oder zur Konterrevolution. Ein Stehenbleiben bei der demokratischen Diktatur, verstanden als eine festgelegte, in der &quot;Verfassung fixierte&quot; Entwicklungsperiode, w\u00fcrde notwendig den Sieg der Konterrevolution bedeuten. Die demokratische Diktatur kann deshalb nur als der konkrete \u00dcbergang, durch den die b\u00fcrgerliche Revolution in die Revolution des Proletariats umschl\u00e4gt, verstanden werden. &quot;Es gibt keine chinesische Mauer zwischen b\u00fcrgerlicher Revolution und der Revolution des Proletariats (Lenin).&quot;<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>c)&nbsp;Deshalb m\u00fcssen den Parteimitgliedern die gegens\u00e4tzlichen Funktionen der b\u00fcrgerlichen Demokratie sehr genau verst\u00e4ndlich gemacht werden. Es mu\u00df deutlich unterschieden werden, ob in dieser Demokratie die Bourgeoisie die politisch herrschende Klasse ist, oder ob sie &#8209;&nbsp;bei Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Ausbeutung&nbsp;&#8209; die Macht wenigstens zum Teil den breiten Massen der Arbeiter \u00fcberl\u00e4\u00dft. Im erste Fall ist eine Funktion der Demokratie, die arbeitenden Massen zerstreuen, irrezuf\u00fchren und zu desorganisieren; im zweiten Fall, die Aufrechterhaltung der politischen und wirtschaftlichen Macht der Bourgeoisie zu untergraben, zu desorganisieren und die arbeitend Massen zu selbst\u00e4ndigem Handeln zu organisieren. Die Kommunisten m\u00fcssen also im Hinblick auf den Wert oder die Wertlosigkeit der Demokratie die Frage so stellen: Die Macht welcher Klasse wird durch die Demokratie desorganisiert? Hat sie vom Standpunkt der Bourgeoisie her eine konsolidierende oder destruktive Wirkung? (Der &quot;Kampf&quot; der Sozialdemokratie um demokratische Reformen ging immer Zeichen einer Konsolidierung im Interesse der Vorbeugung vor einer Revolution vonstatten.) Alle Losungen der demokratischen Diktatur m\u00fcssen also von diesem Standpunkt aus, vom Standpunkt der Mobilisierung der Massen und der Desorganisierung der Bourgeoisie, beurteilt werden. So z.&nbsp;B. die dann aktuell werdende proletarische Kontrolle der Produktion. Dabei d\u00fcrfen nicht Illusionen dergestalt, da\u00df die Kontrolle auf die Produktion selbst irgendeine &quot;konsolidierende&quot; Wirkung haben k\u00f6nnte, gehegt werden. Die Entlarvung der Sabotage de Bourgeoisie, eventuell nur deren Unterbindung, ist lediglich als Kampf um die Macht, als ein Instrument zur Mobilisierung der Massen von einem gewissen Wert.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lukacs_G_1967_a\"><\/a><a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[30]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wenn wir die Geschichte der letzten Jahrzehnte verstehen wollen &#8209;&nbsp;indem wir den Standpunkt aufrechterhalten, der weltgeschichtlich grundlegende Gegensatz unserer Epoche sei der zwischen Kapitalismus und Sozialismus&nbsp;&#8209; so m\u00fcssen wir jetzt erkennen, da\u00df es seit Lenins Tod zwei Perioden gab, in welchen die Strategie des Kampfes um den Fortschritt nicht direkt von dieser Frage bestimmt wurde. Kurz nach Lenins Tod bildete sich auf der ganzen Welt die Front des Faschismus und des Antifaschismus heraus. Von Einzelheiten will ich hier nicht sprechen, aber ich glaube, im Lichte unseres heutigen marxistischen Wissens ist es klar zu sehen: Zahllose strategische Fehler unserer Partei stammen daher, da\u00df wir die Wahrheiten von&nbsp;1917 und des auf&nbsp;1917 unmittelbar folgenden revolution\u00e4ren Abschnitts &#8209;&nbsp;sie entstanden in der Sowjetunion im Kampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat um die unmittelbare Macht und w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe im Zusammenhang mit der Intervention&nbsp;&#8209; ohne jede Kritik, ohne \u00dcberpr\u00fcfung der neuen Situation einfach in eine Periode \u00fcbernahmen, deren grundlegendes strategisches Problem nicht der unmittelbare Kampf um den Sozialismus, sondern ein Kr\u00e4ftemessen zwischen Faschismus und Antifaschismus war. Hierher geh\u00f6rt, was Stalin am Ende der zwanziger Jahre von den Sozialdemokraten als den Zwillingsbr\u00fcdern der Faschisten gesagt hat und was dann auch bis zum VII.&nbsp;Kongre\u00df der Komintern ein Hindernis f\u00fcr jede Volksfrontpolitik war; Stalins gro\u00dfer Irrtum resultierte ohne Zweifel daraus, da\u00df er die Widerspr\u00fcchlichkeit in diesen gro\u00dfen strategischen Problemen nicht erkannte. Nach dem zweiten Weltkrieg, nach der Niederlage des Faschismus tauchte abermals ein neues Problem dieses Charakters auf. Auch davon brauche ich hier nicht im einzelnen zu sprechen. Wir wissen, es ist die Rede von Frieden und Krieg, von Verhinderung des Krieges, vom Problem der Koexistenz. Hieraus ergeben sich die grundlegenden strategischen Fragen unserer Epoche.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_02_04\"><\/a>4. Georges Dimitrov et la &quot;r\u00e9publique d\u00e9mocratique de type nouveau&quot;<\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Pieck_W_1972_a\"><\/a><a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[31]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die in der Volksfront verbundenen Parteien, Richtungen, Organisationen, Gruppen und Personen erkl\u00e4ren als den wichtigsten Staatsgrundsatz, da\u00df das neue Reich eine demokratische Republik sein wird, in der das Volk frei \u00fcber alle Fragen der Wirtschaft, der Innen- und Au\u00dfenpolitik des Landes entscheidet und die Regierung durch eine Entscheidung des werkt\u00e4tigen Volkes auf Grund des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts bestimmt wird. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_BzGdA_1972_a\"><\/a><a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[32]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Diese Republik wird in der gegenw\u00e4rtigen \u00dcbergangsetappe der internationalen Verh\u00e4ltnisse bei Existenz des Sowjetstaates und der Sowjetdemokratie auf der einen Seite und der Staaten der b\u00fcrgerlichen Demokratie, wie in England und Amerika, und bei Existenz der faschistischen Diktatur, ein besonderer Staat mit einer echten Volksdemokratie sein. Das wird noch kein Sowjetstaat sein, aber ein antifaschistischer, linksgerichteter Staat, an dem der wirklich linksgerichtete Teil der Bourgeoisie beteiligt sein wird. [&#8230;] Hier steht die Frage der Organisierung der Produktion, ohne endg\u00fcltige Abschaffung des privatkapitalistischen Eigentums. Die Organisierung der Produktion unter Teilnahme und Kontrolle der Arbeiterklasse und ihrer Verb\u00fcndeten im Kampf gegen den Faschismus, d.&nbsp;h. des Kleinb\u00fcrgertums und der Bauernschaft. Theoretisch m\u00fc\u00dfte man das vielleicht richtig als eine besondere Form der demokratischen Diktatur der Arbeiterklasse und der Bauernschaft in der gegenw\u00e4rtigen Etappe bezeichnen. Das mu\u00df man klarmachen, nicht aber von der Beseitigung der Gutsbesitzer sprechen, schon gar nicht zu reden \u00fcber die Beseitigung der Industriellen als Klasse usw. Das m\u00fc\u00dft Ihr unerm\u00fcdlich erl\u00e4utern, weil meiner Meinung nach das, was gegenw\u00e4rtig in Spanien vor sich geht, morgen oder \u00fcbermorgen, in der allern\u00e4chsten Periode auch in anderen L\u00e4ndern, in Frankreich, in Belgien und m\u00f6glicherweise in Holland, geschehen kann.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_ZGdKPD_1955_a\"><\/a><a href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[33]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Das ZK der KPD wiederholt ausdr\u00fccklich vor allen Sozialdemokraten, Katholiken, Demokraten, vor allen verantwortungsbewu\u00dften Deutschen, da\u00df die Politik der Kommunistischen Partei Deutschlands fest und gradlinig darauf gerichtet ist, in engster Gemeinschaft mit allen fried- und freiheitliebenden Deutschen Hitler zur st\u00fcrzen und an die Stelle der Hitlerdiktatur eine vom ganzen Volk frei gew\u00e4hlte Volksregierung in einer neuen, demokratischen Republik zu setzen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Berner Konferenz der KPD erkl\u00e4rt, da\u00df die Rettung Deutschlands vor der Katastrophenpolitik des Hitlerregimes die Unterordnung der Sonderinteressen aller Hitlergegner unter das Gesamtinteresse der deutschen Nation erheischt.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Politik der Volksfront und die Schaffung einer neuen, demokratischen Republik bedeuten nicht den Verzicht der Arbeiterklasse auf den Kampf um den Sozialismus. In einem Volksfrontdeutschland werden die sozialistischen und kommunistischen Arbeiter und ihre Organisationen die volle Freiheit haben, die Mehrheit des Volkes f\u00fcr das sozialistische Ziel zu gewinnen.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_03\"><\/a>II.&nbsp;Marx et Engels au sujet de F.&nbsp;Lassalle<\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_e\"><\/a><a href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[34]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><a name=\"CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S186a\"><\/a><span lang=DE>Dieser vierte <i>Stand<\/i>, in dessen Herzfalten daher <i>kein<\/i> Keim einer neuen Bevorrechtung mehr enthalten ist, ist eben deshalb gleichbedeutend mit dem <i>ganzen Menschengeschlecht<\/i>. <i>Seine<\/i> Sache ist daher in Wahrheit die Sache der <i>gesamten Menschheit<\/i>, <i>seine<\/i> Freiheit ist die Freiheit der <i>Menschheit selbst<\/i>, <i>seine<\/i> Herrschaft ist die Herrschaft <i>aller<\/i>. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_f\"><\/a><a href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[35]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der Arbeiterstand ist nur <i>ein<\/i> Stand unter den mehreren St\u00e4nden, welche die b\u00fcrgerliche Gesellschaft zusammensetzen. Auch hat es zu <i>jeder<\/i> Zeit Arbeiter gegeben.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><i><span lang=DE>Arbeiter<\/span><\/i><span lang=DE> sind wir <i>alle<\/i>, insofern wir nur eben den <i>Willen<\/i> haben, uns in irgend einer Weise der menschlichen Gesellschaft n\u00fctzlich zu machen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_g\"><\/a><a href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[36]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Man kann <i>nie<\/i> eine Revolution <i>machen<\/i>; man kann immer nur einer Revolution, die schon in den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen einer Gesellschaft eingetreten ist, auch \u00e4u\u00dfere <i>rechtliche Anerkennung<\/i> und <i>konsequente Durchf\u00fchrung<\/i> geben. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_h\"><\/a><a href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[37]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wer also die Idee des Arbeiterstandes als das herrschende Prinzip der Gesellschaft anruft, in dem Sinne, wie ich Ihnen dies entwickelt, der st\u00f6\u00dft nicht einen die Klassen der Gesellschaft spaltenden und trennenden Schrei aus; der st\u00f6\u00dft vielmehr einen Schrei der <i>Vers\u00f6hnung<\/i> aus, einen Schrei, der die ganze Gesellschaft umfa\u00dft, einen Schrei der Ausgleichung f\u00fcr alle Gegens\u00e4tze in den gesellschaftlichen Kreisen, einen Schrei der <i>Einigung<\/i>, in den alle einstimmen sollten, welche Bevorrechtung und Unterdr\u00fcckung des Volkes durch privilegierte St\u00e4nde nicht wollen, einen Schrei der <i>Liebe<\/i>, der, seitdem er sich zum ersten Male aus dem Herzen des Volkes emporgerungen, <i>f\u00fcr immer der wahre Schrei des Volkes bleiben<\/i>, und um seines Inhalts willen selbst dann noch ein <i>Schrei der Liebe<\/i> sein wird, wenn er als Schlachtruf des Volkes ert\u00f6nt. <\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_04\"><\/a>III. La &quot;communaut\u00e9 solidaire&quot;, un camouflage de l&rsquo;appareil d&rsquo;\u00e9tat<\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_i\"><\/a><a href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[38]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Man pflegt mit der Reformation, also mit dem Jahre&nbsp;1517, das Ende des Mittelalters und den Anbruch der neueren Geschichte zu datieren.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Durch die Erzeugung und Aufh\u00e4ufung des Kapitalreichtums des, im Gegensatz zum Grundeigentum, beweglichen Besitzes in den H\u00e4nden der Bourgeoisie, war der Adel in eine vollkommene Unbedeutendheit, ja bereits in wahre <i>Abh\u00e4ngigkeit<\/i> von dieser reich gewordenen Bourgeoisie herabgesunken. Bereits mu\u00dfte er, wollte er sich irgend neben ihr halten, allen seinen Standesprinzipien abtr\u00fcnnig werden und zu denselben Mitteln des industriellen Erwerbs zu greifen anfangen, welchen die Bourgeoisie ihren Reichtum und somit ihre tats\u00e4chliche Macht verdankte.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Ganz entsprechend diesem Umschw\u00fcnge hatte sich bereits damals ein <i>Materialismus<\/i> entwickelt, ein hei\u00dfhungriges, gieriges Ringen nach Geld und Gut, dem alle sittlichen Ideen, ja, was bei den bevorrechteten St\u00e4nden leider in der Regel noch mehr sagen will, selbst alle Standesvorteile* feil waren.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[*&nbsp;So auch in der ersten Auflage. Es mu\u00df jedoch unzweifelhaft &quot;Standesvorurteile&quot; hei\u00dfen. (D.&nbsp;H.)]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Dabei mu\u00df aber sofort die Frage entstehen, ob denn nicht auch in den untersten Klassen Selbstsucht herrsche, oder warum hier weniger. Ja, es mu\u00df zun\u00e4chst als ein \u00fcberraschender Widerspruch erscheinen, da\u00df in den unteren St\u00e4nden eine geringere Selbstsucht herrschen soll als in den h\u00f6heren, welche vor ihnen Bildung und Erziehung, diese anerkannt sittigenden Element, in einem erheblichen Grade voraus haben.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der wahrhafte Grund und die Aufl\u00f6sung dieses zun\u00e4chst so \u00fcberraschend erscheinenden Widerspruches ist der folgende:<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Seit lange geht, wie wir gesehen haben, die Entwicklung der V\u00f6lker, der Atemzug der Geschichte auf eine immer steigende Abschaffung der Privilegien, welche den h\u00f6heren St\u00e4nden diese ihre Stellung als h\u00f6here und herrschende St\u00e4nde garantieren. Der Wunsch nach Forterhaltung derselben oder das <i>pers\u00f6nliche Interesse<\/i> bringt daher jedes Mitglied der h\u00f6heren St\u00e4nde, das sich nicht ein f\u00fcr allemal durch einen gro\u00dfen Blick \u00fcber sein ganzes pers\u00f6nliches Dasein erhoben und hinweggesetzt hat &#8209;&nbsp;und Sie werden begreifen, meine Herren, da\u00df dies nur immer sehr wenig zahlreiche Ausnahmen sein k\u00f6nnen&nbsp;&#8209; von vornherein in eine prinzipiell <i>feindliche<\/i> Stellung zu der Entwicklung des Volkes, zu dem Umsichgreifen der Bildung und Wissenschaft, zu den Fortschritten der Kultur, zu allen Atemz\u00fcgen und Siegen des geschichtlichen Lebens.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Dieser Gegensatz des pers\u00f6nlichen Interesses der h\u00f6heren St\u00e4nde und der Kulturentwicklung der Nation ist es, welcher die hohe und notwendige Unsittlichkeit der h\u00f6heren St\u00e4nde hervorruft. Es ist ein Leben, dessen t\u00e4gliche Bedingungen Sie sich nur zu vergegenw\u00e4rtigen brauchen, um den tiefen inneren Verfall zu f\u00fchlen, zu dem es f\u00fchren mu\u00df. Sich t\u00e4glich <i>widersetzen<\/i> m\u00fcssen allem Gro\u00dfen und Guten, sich <i>betr\u00fcben<\/i> m\u00fcssen \u00fcber sein Gelingen, \u00fcber sein Mi\u00dflingen sich freuen, seine weiteren Fortschritte aufhalten, seine bereits geschehenen r\u00fcckg\u00e4ngig machen oder verw\u00fcnschen zu m\u00fcssen. Es ist ein fortgesetztes Leben wie in <i>Feindes<\/i> Land&nbsp;&#8209; und dieser <i>Feind<\/i> ist die sittliche Gemeinschaft des <i>eigenen Volkes<\/i>, in der man lebt, und <i>f\u00fcr<\/i> welche zu streben alle wahre Sittlichkeit ausmacht. Es ist ein fortgesetztes Leben, sage ich, wie in <i>Feindes<\/i>land, dieser Feind ist das eigene Volk, und <i>da\u00df<\/i> es als der Feind angesehen und behandelt wird, mu\u00df noch wenigstens auf die Dauer listig verheimlicht und diese Feindschaft mit mehr oder weniger k\u00fcnstlichen Vorh\u00e4ngen bekleidet werden.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Dazu die Notwendigkeit, dies alles <i>entweder gegen<\/i> die eigene Stimme des Gewissens und der Intelligenz zu tun, <i>oder<\/i> aber diese Stimme schon gewohnheitsm\u00e4\u00dfig in sich ausgerottet zu haben, um nicht von ihr bel\u00e4stigt zu werden, oder endlich diese Stimme <i>nie<\/i> gekannt, <i>nie<\/i> etwas Besseres und anderes gekannt zu haben als die Religion des eigenen Vorteils ! <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Dieses Leben, meine Herren, f\u00fchrt also notwendig zu einer g\u00e4nzlichen Geringsch\u00e4tzung und Verachtung alles ideellen Strebens, zu einem mitleidigen L\u00e4cheln, so oft der gro\u00dfe Name der Idee nur ausgesprochen wird, zu einer tiefen Unempf\u00e4nglichkeit und Widerwilligkeit gegen alles Sch\u00f6ne und Gro\u00dfe, zu einem vollst\u00e4ndigen Untergang aller sittlichen Elemente in uns in die eine Leidenschaft des selbsts\u00fcchtigen Vorurteils und der Genu\u00dfsucht. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Dieser <i>Gegensatz<\/i>, meine Herren, des pers\u00f6nlichen Interesses und der Kulturentwicklung der Nation ist es, der bei den unteren Klassen der Gesellschaft zu ihrem Gl\u00fccke <i>fehlt<\/i>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Zwar ist auch in den unteren Klassen leider immer noch Selbstsucht genug vorhanden, viel mehr als vorhanden sein sollte. Aber hier ist diese Selbstsucht, wo sie vorhanden ist, der Fehler der Individuen, der <i>einzelnen<\/i>, und nicht der notwendige Fehler der <i>Klasse<\/i>. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Schon ein sehr m\u00e4\u00dfiger Instinkt sagt den Gliedern der unteren Klassen, da\u00df, sofern sich jeder von ihnen blo\u00df auf sich bezieht und jeder blo\u00df an sich denkt, er keine erhebliche Verbesserung seiner Lage f\u00fcr sich hoffen kann. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Insofern aber und insoweit die unteren Klassen der Gesellschaft die Verbesserung ihrer Lage <i>als Klasse<\/i>, die Verbesserung ihres <i>Klassenloses<\/i> erstreben, insofern und insoweit f\u00e4llt dieses <i>pers\u00f6nliche<\/i> Interesse, statt sich der geschichtlichen Bewegung entgegenzustellen und dadurch zu jener Unsittlichkeit verdammt zu werden, seiner <i>Richtung<\/i> nach vielmehr durchaus zusammen mit der Entwicklung des gesamten <i>Volkes<\/i>, mit dem Siege der Idee, mit den Fortschritten der <i>Kultur<\/i>, mit dem Lebensprinzip der Geschichte selbst, welche nichts anderes als die Entwicklung der <i>Freiheit<\/i> ist. Oder, wie wir schon oben sahen, <i>Ihre<\/i> Sache ist die Sache der gesamten <i>Menschheit<\/i>. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_j\"><\/a><a href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[39]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Es ist hier an der Zeit, meine Herren, wenn ich nicht Gefahr laufen will, da\u00df mein Vortrag vielleicht gro\u00dfen Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen ausgesetzt sei, mich \u00fcber die Bedeutung, des Wortes <i>Bourgeoisie<\/i> oder gro\u00dfe Bourgeoisie als <i>politischer Parteibezeichnung<\/i>, mich \u00fcber die Bedeutung, die das Wort Bourgeoisie in <i>meinem<\/i> Munde hat, auszusprechen. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>In die deutsche Sprache w\u00fcrde das Wort: Bourgeoisie mit <i>B\u00fcrgertum<\/i> zu \u00fcbersetzen sein. Diese Bedeutung aber hat es bei mir nicht; <i>B\u00fcrger<\/i> sind wir <i>alle<\/i>, der Arbeiter, der Kleinb\u00fcrger, der Gro\u00dfb\u00fcrger usw. Das Wort Bourgeoisie hat vielmehr im Laufe der Geschichte die Bedeutung angenommen, eine <i>ganz bestimmte politische Richtung<\/i> zu bezeichnen, die ich nun sofort darlegen will. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die gesamte nicht adlige b\u00fcrgerliche Klasse zerfiel, als die franz\u00f6sische Revolution eintrat, und zerf\u00e4llt noch heute im gro\u00dfen und ganzen wieder in <i>zwei<\/i> Unterklassen; n\u00e4mlich erstens die Klasse derer, welche ganz oder <i>haupts\u00e4chlich<\/i> aus ihrer <i>Arbeit<\/i> ihr Einkommen beziehen und hierin durch gar kein oder nur durch ein bescheidenes Kapital unterst\u00fctzt werden, welches ihnen eben die M\u00f6glichkeit gibt, eine produktive, sie und ihre Familie ern\u00e4hrende T\u00e4tigkeit auszu\u00fcben; in diese Klasse geh\u00f6ren also die Arbeiter, die Kleinb\u00fcrger und Handwerker und im ganzen die Bauern. Und zweitens die Klasse derer, welche \u00fcber einen gro\u00dfen b\u00fcrgerlichen Besitz, \u00fcber das <i>gro\u00dfe Kapital<\/i> verf\u00fcgen und auf Grund einer solchen gro\u00dfen Kapitalbasis produzieren oder Renteneinkommen daraus beziehen. Man k\u00f6nnte diese die <i>Gro\u00dfb\u00fcrger<\/i> nennen. Aber auch ein <i>Gro\u00dfb\u00fcrger<\/i>, meine Herren, ist darum an und f\u00fcr sich noch durchaus kein Bourgeois! <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Kein B\u00fcrgerlicher hat etwas dagegen, wenn ein Adliger sich in seinem Zimmer \u00fcber seine Ahnen und seinen Grundbesitz freut. Aber wenn der Adlige diese Ahnen oder diesen Grundbesitz zur Bedingung einer besonderen Geltung und Berechtigung im Staat, zur Bedingung einer Herrschaft \u00fcber den Staatswillen machen will,&nbsp;&#8209; dann beginnt der Zorn des B\u00fcrgerlichen gegen den Adligen, und er nennt ihn einen <i>Feudalen<\/i>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Es verh\u00e4lt sich nur ganz entsprechend mit den tats\u00e4chlichen Unterschieden des Besitzes innerhalb der b\u00fcrgerlichen Welt. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Da\u00df sich der Gro\u00dfb\u00fcrger in seinem Zimmer der gro\u00dfen Annehmlichkeit und des gro\u00dfen Vorteils erfreue, welche ein gro\u00dfer b\u00fcrgerlicher Besitz f\u00fcr den Besitzenden in sich schlie\u00dft,&nbsp;&#8209; nichts einfacher, nichts nat\u00fcrlicher und nichts rechtm\u00e4\u00dfiger als das!<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><a name=\"CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S173a\"><\/a><span lang=DE>So sehr der Arbeiter und der Kleinb\u00fcrger, mit einem Worte die ganze nicht Kapital besitzende Klasse, berechtigt ist, vom Staate zu verlangen, da\u00df er sein ganzes Sinnen und Trachten darauf richte, wie die kummervolle und notbeladene materielle Lage der arbeitenden Klassen zu verbessern, und wie auch ihnen, durch deren H\u00e4nde alle die Reicht\u00fcmer produziert worden, mit denen unsere Zivilisation prunkt, deren H\u00e4nden alle die Produkte ihre Entstehung verdanken, ohne welche die gesamte Gesellschaft keinen Tag existieren k\u00f6nnte, zu einem reichlicheren und gesicherten Erwerbe und damit wieder zu der M\u00f6glichkeit <i>geistiger<\/i> Bildung und somit erst zu einem wahrhaft menschenw\u00fcrdigen Dasein zu verhelfen sei&nbsp;&#8209; wie sehr, sage ich, die arbeitenden Klassen auch berechtigt sind, dies vom Staate zu fordern und dies als seinen wahrhaften <i>Zweck<\/i> hinzustellen, so darf und wird dennoch der Arbeiter niemals vergessen, da\u00df alles einmal erworbene gesetzliche Eigentum vollst\u00e4ndig unantastbar und rechtm\u00e4\u00dfig ist. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wenn aber der Gro\u00dfb\u00fcrger, nicht zufrieden mit der <i>tats\u00e4chlichen<\/i> Annehmlichkeit eines gro\u00dfen Besitzes, den <i>b\u00fcrgerlichen Besitz<\/i>, das <i>Kapital<\/i>, auch noch als <i>die Bedingung<\/i> hinstellen will, an der Herrschaft \u00fcber den Staat, an der Bestimmung des Staatswillens und Staatszweckes teilzunehmen, <i>dann<\/i> erst wird der Gro\u00dfb\u00fcrger zum Bourgeois, <i>dann<\/i> macht er die Tatsache des Besitzes zur <i>rechtlichen<\/i> Bedingung der politischen Herrschaft, <i>dann<\/i> charakterisiert er sich als einen <i>neuen privilegierten<\/i> Stand im Volke, der nun das herrschende Gepr\u00e4ge <i>seines<\/i> Privilegiums allen gesellschaftlichen Einrichtungen ebensogut aufdr\u00fccken will, wie dies der Adel im Mittelalter, wie wir gesehen haben, mit dem Privilegium des <i>Grundbesitzes<\/i> getan.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_k\"><\/a><a href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[40]<\/span><\/span><\/span><\/a>. <\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>So sehr der Arbeiter und der Kleinb\u00fcrger, mit einem Worte die ganze nicht Kapital besitzende Klasse, berechtigt ist, vom Staate zu verlangen, da\u00df er sein ganzes Sinnen und Trachten darauf richte, wie die kummervolle und notbeladene materielle Lage der arbeitenden Klassen zu verbessern, und wie auch ihnen, durch deren H\u00e4nde alle die Reicht\u00fcmer produziert worden, mit denen unsere Zivilisation prunkt, deren H\u00e4nden alle die Produkte ihre Entstehung verdanken, ohne welche die gesamte Gesellschaft keinen Tag existieren k\u00f6nnte, zu einem reichlicheren und gesicherten Erwerbe und damit wieder zu der M\u00f6glichkeit <i>geistiger<\/i> Bildung und somit erst zu einem wahrhaft menschenw\u00fcrdigen Dasein zu verhelfen sei&nbsp;&#8209; wie sehr, sage ich, die arbeitenden Klassen auch berechtigt sind, dies vom Staate zu fordern und dies als seinen wahrhaften <i>Zweck<\/i> hinzustellen, so darf und wird dennoch der Arbeiter niemals vergessen, da\u00df alles einmal erworbene gesetzliche Eigentum vollst\u00e4ndig unantastbar und rechtm\u00e4\u00dfig ist. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_l\"><\/a><span lang=DE>\u00a0\u00a0 <\/span><a name=\"NOT_a\"><\/a><a href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[41]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die sittliche Idee der Bourgeoisie ist diese, da\u00df ausschlie\u00dfend nichts anderes als die ungehinderte Selbstbet\u00e4tigung seiner Kr\u00e4fte jedem einzelnen zu garantieren sei. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>W\u00e4ren wir alle gleich stark, gleich gescheit, gleich gebildet und gleich reich, so w\u00fcrde diese Idee als eine ausreichende und sittliche angesehen werden k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Da wir dies aber <i>nicht sind<\/i> und nicht sein <i>k\u00f6nnen<\/i>, so ist dieser Gedanke nicht ausreichend und f\u00fchrt deshalb in seinen Konsequenzen notwendig zu einer tiefen Unsittlichkeit. Denn er f\u00fchrt dazu, da\u00df der St\u00e4rkere, Gescheitere, Reichere den Schw\u00e4cheren ausbeutet und in seine Tasche steckt. <\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die sittliche Idee des Arbeiterstandes dagegen ist die, da\u00df die ungehinderte und freie Bet\u00e4tigung der individuellen Kr\u00e4fte durch das Individuum noch nicht <i>ausreiche<\/i>, sondern da\u00df zu ihr in einem sittlich geordneten Gemeinwesen <i>noch hinzutreten m\u00fcsse: die Solidarit\u00e4t<\/i> der Interessen, die <i>Gemeinsamkeit und die Gegenseitigkeit in der Entwicklung<\/i>. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B3_b\"><\/a><a href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[42]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><i><span lang=DE>Das eherne \u00f6konomische Gesetz<\/span><\/i><span lang=DE>, welches unter den heutigen Verh\u00e4ltnissen, unter der Herrschaft von Angebot und Nachfrage nach Arbeit, <i>den Arbeitslohn bestimmt<\/i>, ist dieses: da\u00df der <i>durchschnittliche Arbeitslohn immer auf den notwendigen Lebensunterhalt reduziert bleibt, der in einem Volke gewohnheitsgem\u00e4\u00df zur Fristung der Existenz und zur Fortpflanzung erforderlich ist<\/i>. Dies ist der Punkt, um welchen der wirkliche Tageslohn in Pendelschwingungen jederzeit herum gravitiert, ohne sich jemals lange weder \u00fcber denselben erheben, noch unter denselben hinunterfallen zu k\u00f6nnen. Er kann sich nicht dauernd <i>\u00fcber<\/i> diesen Durchschnitt erheben&nbsp;&#8209; denn sonst entst\u00e4nde durch die leichtere, bessere Lage der Arbeiter eine Vermehrung der Arbeiterehen und der Arbeiterfortpflanzung, eine Vermehrung der Arbeiterbev\u00f6lkerung und somit des Angebots von <i>H\u00e4nden<\/i>, welche den Arbeitslohn wieder <i>auf und unter<\/i> seinen fr\u00fcheren Stand herabdr\u00fccken w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der Arbeitslohn kann auch nicht dauernd tief unter diesen notwendigen Lebensunterhalt fallen, denn dann entstehen&nbsp;&#8209; Auswanderungen, Ehelosigkeit, Enthaltung von der Kindererzeugung und endlich eine durch <i>Elend erzeugte Verminderung der Arbeiterzahl<\/i>, welche somit das Angebot von Arbeiterh\u00e4nden noch verringert und den Arbeitslohn daher wieder auf den fr\u00fcheren Stand zur\u00fcckbringt.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der wirkliche durchschnittliche Arbeitslohn besteht somit in der Bewegung, best\u00e4ndig um jenen seinen Schwerpunkt, in den er fortdauernd zur\u00fccksinken mu\u00df, herumzukreisen, bald etwas \u00fcber demselben (Periode der Prosperit\u00e4t in allen oder einzelnen Arbeitszweigen) bald etwas unter ihm zu stehen (Periode des mehr oder weniger allgemeinen Notstandes und der Krisen).<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Beschr\u00e4nkung des durchschnittlichen Arbeitslohnes auf die <i>in einem Volke gewohnheitsm\u00e4\u00dfig zur Fristung der Existenz und zur Fortpflanzung erforderliche Lebensnotdurft<\/i>&nbsp;&#8209; das ist also, ich wiederhole es Ihnen, das eherne und grausame Gesetz, welches den Arbeitslohn unter den heutigen Verh\u00e4ltnissen beherrscht.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wie also? Sollte das <i>Prinzip der freien individuellen Assoziation der Arbeiter nicht verm\u00f6gen, die Verbesserung der Lage des Arbeiterstandes zu bewirken?<\/i><\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><i><span lang=DE>Allerdings vermag es das<\/span><\/i><span lang=DE>&nbsp;&#8209; aber nur durch seine <i>Anwendung und Ausdehnung auf die fabrikm\u00e4\u00dfige Gro\u00dfproduktion<\/i>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><i><span lang=DE>Den Arbeiterstand zu seinem eigenen Unternehmer machen&nbsp;&#8209; das<\/span><\/i><span lang=DE> ist das Mittel, durch welches &#8209;&nbsp;und durch <i>welches allein<\/i>&nbsp;&#8209; wie Sie jetzt sofort selbst sehen, jenes eherne und grausame Gesetz beseitigt sein w\u00fcrde, das den Arbeitslohn bestimmt!<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Wenn <i>der Arbeiterstand sein eigener Unternehmer ist<\/i>, so f\u00e4llt jene <i>Scheidung<\/i> zwischen <i>Arbeitslohn und Unternehmergewinn<\/i> und mit ihr der blo\u00dfe <i>Arbeitslohn<\/i> \u00fcberhaupt fort, und an seine Stelle tritt als Vergeltung der Arbeit: der <i>Arbeitsertrag<\/i>!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B2_m\"><\/a><span lang=DE>\u00a0\u00a0 <\/span><a name=\"NOT_b\"><\/a><a href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[43]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Entsprechend diesem Unterschiede, fa\u00dft die Bourgeoisie den sittlichen Staatszweck so auf: er bestehe ausschlie\u00dfend und allein darin, die pers\u00f6nliche Freiheit des einzelnen und sein Eigentum zu sch\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Dies ist eine Nachtw\u00e4chteridee, meine Herren, eine Nachtw\u00e4chteridee deshalb, weil sie sich den Staat selbst nur unter dem Bilde eines Nachtw\u00e4chters denken kann, dessen ganze Funktion darin besteht, Raub und Einbruch zu verh\u00fcten. Leider ist diese Nachtw\u00e4chteridee nicht nur bei den eigentlichen Liberalen zu Hause, sondern selbst bei vielen angeblichen Demokraten, infolge mangelnder Gedankenbildung, oft genug anzutreffen. Wollte die Bourgeoisie konsequent ihr letztes Wort aussprechen, so m\u00fc\u00dfte sie gestehen, da\u00df nach diesen ihren Gedanken, wenn es keine R\u00e4uber und Diebe gebe, der Staat \u00fcberhaupt ganz \u00fcberfl\u00fcssig sei.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Ganz anders, meine Herren, fa\u00dft der vierte Stand den Staatszweck auf, und zwar fa\u00dft er ihn so auf, wie er in Wahrheit beschaffen ist.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Geschichte, meine Herren, ist ein Kampf mit der Natur; mit dem Elende, der Unwissenheit, der Armut, der Machtlosigkeit und somit der Unfreiheit aller Art, in der wir uns befanden, als das Menschengeschlecht im Anfang der Geschichte auftrat. Die fortschreitende <i>Besiegung<\/i> dieser Machtlosigkeit&nbsp;&#8209; das ist die Entwicklung der Freiheit, welche die Geschichte darstellt.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>In diesem Kampfe w\u00fcrden wir niemals einen Schritt vorw\u00e4rts gemacht haben oder jemals weiter machen, wenn wir ihn als <i>einzelne jeder f\u00fcr sich, jeder allein,<\/i> gef\u00fchrt h\u00e4tten oder f\u00fchren wollten.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der <i>Staat<\/i> ist es, welcher die <i>Funktion<\/i> hat, <i>diese Entwicklung der Freiheit<\/i>, diese <i>Entwicklung des Menschengeschlechts<\/i> zur Freiheit zu vollbringen.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der <i>Staat<\/i> ist diese Einheit der Individuen in einem sittlichen Ganzen, eine Einheit, welche die Kr\u00e4fte <i>aller<\/i> einzelnen, welche in diese Vereinigung eingeschlossen sind, millionenfach vermehrt, die Kr\u00e4fte, welche ihnen <i>allen<\/i> als einzelnen zu Gebote stehen w\u00fcrden, millionenfach vervielf\u00e4ltigt.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Der Zweck des Staates ist also nicht der, dem einzelnen nur die pers\u00f6nliche Freiheit und das Eigentum zu <i>sch\u00fctzen<\/i>, mit welchen er nach der Idee der Bourgeoisie angeblich schon in den Staat eintritt; der Zweck des Staates ist vielmehr gerade der, <i>durch<\/i> diese Vereinigung die einzelnen in den Stand zu setzen, <i>solche Zwecke<\/i>, eine solche <i>Stufe des Daseins<\/i> zu erreichen, die sie als einzelne nie erreichen k\u00f6nnten, sie zu bef\u00e4higen, eine Summe von <i>Bildung, Macht und Freiheit<\/i> zu erlangen, die ihnen s\u00e4mtlich als einzelnen schlechthin unersteiglich w\u00e4re. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Lassalle_F_1919_B3_c\"><\/a><a href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[44]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Eben deshalb ist es Sache und Aufgabe des <i>Staates<\/i>, Ihnen dies zu <i>erm\u00f6glichen<\/i>, die gro\u00dfe Sache der <i>freien individuellen Assoziation des Arbeiterstandes f\u00f6rdernd und entwickelnd<\/i> in seine Hand zu nehmen und es zu seiner heiligsten Pflicht zu machen, Ihnen die <i>Mittel und M\u00f6glichkeit<\/i> zu dieser Ihrer <i>Selbstorganisation und Selbstassoziation<\/i> zu bieten.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><a name=\"CIT_Berchtold_K_1967_c\"><\/a><a href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[45]<\/span><\/span><\/span><\/a>: <\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Staatliche F\u00f6rderung aller von den Arbeitern ausgehenden, selbst\u00e4ndigen, genossenschaftlichen Unternehmungen und Aufh\u00f6ren der privatkapitalistischen Ausbeutung der im Betriebe des Staates stehenden Unternehmungen, als Eisenbahnen, Bergwerke, Fabriken.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_05\"><\/a>Annexe<\/p>\n<p class=Intertitre2a><a name=\"TOC_06\"><\/a>R\u00e9f\u00e9rences bibliographiques<\/p>\n<h2>Notes<\/h2>\n<\/p><\/div>\n<div><br clear=all> <\/p>\n<hr align=left size=1 width=\"33%\">\n<div id=edn1>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[1]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Dieter Dowe, Kurt Klotzbach (Hg.): Programmatische Dokumente der deutschen Sozialdemokratie, Bonn, J.&nbsp;H.&nbsp;W.&nbsp;Dietz&nbsp;Nachf., 1973<\/span>, p.&nbsp;137&#8209;139. Ici p.&nbsp;138.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn2>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>.&nbsp;<\/span><\/span><span lang=DE>D.&nbsp;Dowe, Kurt Klotzbach (Hg.): Programmatische Dokumente&#8230;<\/span>, p.&nbsp;165&#8209;170. Ici p.&nbsp;166.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn3>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>.&nbsp;<\/span><\/span><span lang=DE>Ferdinand Lassalle: Das Arbeiterprogramm&nbsp;&#8209;&nbsp;\u00fcber den besonderen Zusammenhang der gegenw\u00e4rtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes. Vortrag, gehalten in Berlin am 12.&nbsp;April 1862.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;Ferdinand Lassalle, Gesammelte Reden und Schriften (Eduard Bernstein, Hg.) (Band&nbsp;2), Berlin, Paul Cassirer, 1919, <\/span>p.&nbsp;144&#8209;202. Ici pp.&nbsp;<span lang=DE>147,<\/span>&nbsp;<span lang=DE>179,<\/span>&nbsp;<span lang=DE>185&#8209;186,<\/span>&nbsp;<span lang=DE>193&#8209;194,<\/span>&nbsp;<span lang=DE>196.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText>Dans toutes <span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>les citations tir\u00e9es de l\u00b4<\/span><\/span>&quot;<span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>Arbeiterprogramm<\/span><\/span>&quot;<span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>, les italiques c<\/span><\/span>orrespondent \u00e0 des mots imprim\u00e9s en lettres espac\u00e9es<span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'> dans l\u2019original.<\/span><\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn4>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[4]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle: Das Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;<span lang=DE>197.<\/span> (Ce passage constitue la suite de celui de la <a href=\"#CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S196a\">p.&nbsp;196<\/a> cit\u00e9 plus haut.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn5>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[5]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F&nbsp;Lassalle: Das Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;<span lang=DE>187&#8209;188.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn6>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[6]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F&nbsp;Lassalle: Das Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;185. (Ce passage pr\u00e9c\u00e8de celui de la <a href=\"#CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S185a\">p.&nbsp;185<\/a> cit\u00e9 plus haut.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn7>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[7]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Ferdinand Lassalle: Offenes Antwortschreiben an das Zentralkomitee zur Berufung eines Allgemeinen deutschen Arbeiterkongresses zu Leipzig. 1.&nbsp;M\u00e4rz 1863.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;Ferdinand Lassalle: Gesammelte Reden und Schriften ((Eduard Bernstein, Hg.) (Band&nbsp;3), Berlin, Paul Cassirer, 1919, <\/span>p.&nbsp;39&#8209;92. Ici pp.&nbsp;<span lang=DE>47, 88&#8209;89, 90.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn8>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[8]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Karl Kautsky, Manifest, verfa\u00dft im Jahre 1883, unver\u00f6ffentlicht geblieben.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;Klaus Berchtold (Hg.): \u00d6sterreichische Parteiprogramme 1868&#8209;1966, M\u00fcnchen, Oldenbourg, 1967, <\/span>p.&nbsp;130&#8209;134. Ici p.&nbsp;132&#8209;134.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn9>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\" title=\"\"><span lang=DE><span lang=DE style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[9]<\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Protokoll \u00fcber die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Hannover, 9.&nbsp;bis&nbsp;14.&nbsp;Oktober 1899. Berlin, Expedition der Buchhandlung Vorw\u00e4rts, p.&nbsp;152.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn10>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[10]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Eduard Bernstein: Ferdinand Lassalle&nbsp;&#8209;&nbsp;eine W\u00fcrdigung des Lehrers und K\u00e4mpfers, Berlin, Paul Cassirer, 1919<\/span>, p.&nbsp;160&#8209;161.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn11>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[11]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Eduard Bernstein: Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie (1899), Stuttgart, J.&nbsp;H.&nbsp;W.&nbsp;Dietz&nbsp;Nachf., 1902<\/span>, p.&nbsp;122,&nbsp;126.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn12>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[12]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Eduard Bernstein: Die deutsche Revolution (Ihr Ursprung, ihr Verlauf und ihr Werk) (Band&nbsp;1: Geschichte der Entstehung und ersten Arbeitsperiode der deutschen Republik), Berlin, Verlag Gesellschaft und Erziehung, 1921<\/span>, p.&nbsp;197&#8209;198.<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText>Les italiques correspondent<span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'> <\/span><\/span>\u00e0 des mots imprim\u00e9s en lettres espac\u00e9es<span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'> dans l\u2019original.<\/span><\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn13>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[13]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Ferdinand Lassalle: \u00dcber Verfassungswesen (Ein Vortrag).<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In: Ferdinand Lassalle, Gesammelte Reden und Schriften (Eduard Bernstein, Hg.) (Band&nbsp;2), Berlin, Paul Cassirer, 1919, <\/span>p.&nbsp;7&#8209;61. Ici p.&nbsp;17.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn14>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[14]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>E.&nbsp;Bernstein: Die deutsche Revolution&#8230; (Band&nbsp;1)<\/span>, p.&nbsp;21&#8209;22.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn15>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[15]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Gerhard Albert Ritter, Konrad von&nbsp;Zwehl: Die II.&nbsp;Internationale 1918\/1919 (Protokolle, Memoranden, Berichte und Korrespondenzen), J.&nbsp;H.&nbsp;W.&nbsp;Dietz&nbsp;Nachf., 1980<\/span>, S. 552&#8209;553.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn16>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[16]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Karl Kautsky: Der Sieger im Weltkrieg, In: <i>Die Freiheit<\/i>, <\/span>17&nbsp;novembre 1918<span lang=DE>, <\/span>cit\u00e9 d&rsquo;apr\u00e8s: <i><span lang=DE>Sozialistische Monatshefte<\/span><\/i><span lang=DE>, 1918, p.&nbsp;1123.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn17>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[17]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Cf.&nbsp;Eberhard Kolb (Hg.): Vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, K\u00f6ln, Kiepenheuer&nbsp;&amp;&nbsp;Witsch, 1972<\/span>, p.&nbsp;163, note&nbsp;102.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn18>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[18]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Otto Bauer: Der Weg zum Sozialismus, Berlin, 1919.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;Otto Bauer, Werkausgabe (Band&nbsp;2), Wien, Europaverlag, 1976, p.&nbsp;91&#8209;131.<\/span> Ici p.&nbsp;124.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn19>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[19]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Fritz Tarnow: Bericht auf dem Parteitag der SPD de 1931 (&quot;Kapitalistische Wirtschaftsanarchie und Arbeiterklasse&quot;)<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;Protokoll der Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, 31.&nbsp;Mai&#8209;5.&nbsp;Juni 1931 in Leipzig, Berlin, J.&nbsp;H.&nbsp;W.&nbsp;Dietz&nbsp;Nachf<\/span>. p.&nbsp;32&#8209;52. Ici p.&nbsp;45&#8209;46.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn20>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[20]<\/span><\/a>.&nbsp;In:<span lang=DE>&nbsp;<i>Der sozialistische Kampf<\/i> (Auslandsvertretung der \u00d6sterreichischen Sozialisten, Hg.), Paris, 1938, p.&nbsp;84.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn21>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[21]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Otto Bauer: Die \u00d6sterreichische Revolution, Wien, Wiener Volksbuchhandlung, 1923<\/span>, p.&nbsp;242&#8209;248 (<span lang=DE>\u00a7&nbsp;16&nbsp;&#8209;&nbsp;Die Volksrepublik)<\/span>.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn22>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[22]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>O.&nbsp;Bauer: Die \u00d6sterreichische Revolution<\/span>. Ici p.&nbsp;245&#8209;246. (Cette citation figure d\u00e9j\u00e0 dans la citation de la <a href=\"#CIT_Bauer_Oesterr_Revolution_S245a\">p. 245 246<\/a> donn\u00e9e plus haut.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn23>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[23]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Otto Bauer: Das Gleichgewicht der Klassenkr\u00e4fte.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;<i>Der Kampf<\/i>, Wien, Wiener Volksbuchhandlung, Band&nbsp;17, <\/span>f\u00e9vrier&nbsp;1924, p.&nbsp;56&#8209;67. Ici p.&nbsp;66&#8209;67.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn24>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[24]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>K.&nbsp;Berchtold (Hg.): \u00d6sterreichische Parteiprogramme&#8230;<\/span>, p.&nbsp;251&#8209;252.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn25>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[25]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Max Adler: Politische oder soziale Demokratie (ein Beitrag zur sozialistischen Erziehung), Berlin, Laub&rsquo;sche Verlagsbuchhandlung, 1926<\/span>, pp.&nbsp;112,&nbsp;114,&nbsp;130.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn26>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[26]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Max Adler: &quot;Zur Diskussion des neuen Parteiprogramms&quot;.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;<i>Der Kampf<\/i>, Wien, Wiener Volksbuchhandlung, Band&nbsp;19<\/span>, novembre&nbsp;1926, p.&nbsp;490&#8209;498. Ici p.&nbsp;493.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn27>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[27]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>M.&nbsp;Adler: Politische oder soziale Demokratie&#8230;,<\/span><span lang=DE> <\/span>p.&nbsp;13&#8209;14.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn28>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[28]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Gy\u00f6rgy Luk\u00e1cs: Thesenentwurf \u00fcber die politische und wirtschaftliche Lage in Ungarn und \u00fcber die Aufgaben der KPM(S) [T\u00e9zistervezet a magyar politikai \u00e9s gazdas\u00e1gi helyzetr\u00f4l \u00e9s a KMP feladatair\u00f3l] <\/span>(janvier 1929)<span lang=DE>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In: Demokratische Diktatur &#8211; Politische Aufs\u00e4tze&nbsp;V (1925-1929), Frank Benseler (Hg.), Neuwied, Luchterhand, 1979<\/span>, p.&nbsp;139&#8209;197. Ici p.&nbsp;170&#8209;171.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn29>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[29]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>G.&nbsp;Luk\u00e1cs: Thesenentwurf&#8230;<\/span> Ici p.&nbsp;171&#8209;172. (Le passage cit\u00e9 ici constitue la suite de celui r\u00e9f\u00e9renc\u00e9 par la note&nbsp;28.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn30>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[30]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Gy\u00f6rgy Luk\u00e1cs: Der Kampf des Fortschritts und der Reaktion in der heutigen Kultur.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;Gy\u00f6rgy Luk\u00e1cs, Werkauswahl, Band&nbsp;2, Neuwied, Luchterhand, 1967<\/span>, p.&nbsp;603&#8209;632. Ici p.&nbsp;607&#8209;608.<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText>[321Ignition:] Voici une autre citation, o\u00f9 G.&nbsp;Luk\u00e1cs se r\u00e9f\u00e8re explicitement \u00e0 la notion de d\u00e9mocratie populaire<a name=\"CIT_Lukacs_G_1970_a\"><\/a>:<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>&quot;[&#8230;] Zur Zeit der gro\u00dfen Franz\u00f6sischen Revolution war n\u00e4mlich die Struktur der Gesellschaft so beschaffen, da\u00df alle heroischen Bem\u00fchungen der werkt\u00e4tigen Massen nur der Zerschlagung des feudalabsolutistischen Rahmens, der Schaffung der Voraussetzungen f\u00fcr die kapitalistische Entwicklung dienen konnten. Die direkten demokratischen \u00c4u\u00dferungen der gro\u00dfen Massenbewegungen (die Klubs der Jakobiner, die direkten Eingriffe der Pariser Bezirke in die Politik des Konvents usw.) beeinflu\u00dften ma\u00dfgeblich den Verlauf der Franz\u00f6sischen Revolution, erm\u00f6glichten dort &#8209;&nbsp;und nur dort&nbsp;&#8209; die v\u00f6llige Zerschlagung des Feudalismus; die gesellschaftlichen Zielsetzungen dieser Massenbewegungen waren jedoch damals in ihrem \u00f6konomischen Inhalt undurchf\u00fchrbar, waren utopisch. Heute aber sind sowohl die \u00f6konomischen wie die gesellschaftlichen und machtpolitischen Voraussetzungen daf\u00fcr gegeben, da\u00df der heroische Kampf des werkt\u00e4tigen Volkes um die Niederwerfung des Faschismus ernsthaftere Ergebnisse zeitige als den blo\u00dfen \u00dcbergang zur Wiederherstellung der formalen demokratischen Ordnung der Vorkriegszeit. Heute sind die Voraussetzungen gegeben, da\u00df das Volk, das in diesem Ringen allein k\u00e4mpfte und siegte (das auch 1830, 1848, 1918-1919 allein um die Freiheit k\u00e4mpfte), seine Herrschaft bewahre und festige, ohne da\u00df diese Herrschaft sozialistische Formen annimmt. Das ist heute die zentrale Frage der Lage der Demokratie in Europa (kurz: die Frage der Schaffung einer Volksdemokratie neuen Typs).&quot;<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>(&quot;Literatur und Demokratie&quot;<\/span>, texte de 1946, in:&nbsp;<span lang=DE>Ausgew\u00e4hlte Schriften (Band&nbsp;4: Marxismus und Stalinismus&nbsp;&#8209;&nbsp;Politische Aufs\u00e4tze), Reinbek, Rowohlt, 1970)<\/span>, p.&nbsp;94&#8209;109. Ici p. &nbsp;100.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn31>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[31]<\/span><\/a>.&nbsp;<i><span lang=DE>Die Internationale<\/span><\/i><span lang=DE>, Prag, 1937, Nr. 1\/2, S. 75-82.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In: Wilhelm Pieck: Gesammelte Reden und Schriften (Band&nbsp;5&nbsp;&#8209;&nbsp;Februar 1933 bis August 1939) (Institut f\u00fcr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, Hg.), Berlin, Dietz, 1972, p.&nbsp;356&#8209;373.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"http:\/\/321ignition.free.fr\/pag\/de\/lin\/pag_007\/1936_06_yy_KPD_ZK_Richtlinien.htm\"><span lang=DE>http:\/\/321ignition.free.fr\/pag\/de\/lin\/pag_007\/1936_06_yy_KPD_ZK_Richtlinien.htm<\/span><\/a><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn32>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[32]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Georgi Dimitrow: Diskussionsrede zur spanischen Frage in der Sekretariatssitzung des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale<\/span>, 18&nbsp;septembre 1936.<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In: <i>Beitr\u00e4ge zur Geschichte der Arbeiterbewegung<\/i>, Institut f\u00fcr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hg.), Berlin, Dietz, 14.&nbsp;Jahrgang, 1972, Heft&nbsp;3, p.&nbsp;459.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"http:\/\/321ignition.free.fr\/pag\/de\/lin\/pag_007\/1936_09_18_KI_EK_Dimitrow.htm\"><span lang=DE>http:\/\/321ignition.free.fr\/pag\/de\/lin\/pag_007\/1936_09_18_EKKI_Dimitrow.htm<\/span><\/a><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn33>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[33]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Berner Parteikonferenz der Kommunistischen Partei Deutschlands, Resolution: &quot;Der Weg zum Sturze Hitlers und der Kampf um die neue, demokratische Republik&quot;, <\/span>1er&nbsp;f\u00e9vrier 1939<span lang=DE>.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>In:&nbsp;Institut f\u00fcr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hg.): Zur Geschichte der Kommunistischen Partei Deutschlands, Berlin, Dietz, 1955<\/span>, p.&nbsp;393&#8209;410.<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"http:\/\/321ignition.free.fr\/pag\/de\/lin\/pag_007\/1939_02_01_KPD_Bern_Resolution.htm\"><span lang=DE>http:\/\/321ignition.free.fr\/pag\/de\/lin\/pag_007\/1939_02_01_KPD_Bern_Resolution.htm<\/span><\/a><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn34>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[34]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;186&#8209;187.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn35>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[35]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici pp.&nbsp;148,&nbsp;186. (Le passage de la p.&nbsp;186 cit\u00e9 ici pr\u00e9c\u00e8de celui de la <a href=\"#CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S186a\">p.&nbsp;186<\/a> cit\u00e9 plus haut.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn36>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[36]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;165.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn37>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[37]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;187. (Ce passage suite celui de la <a href=\"#CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S186a\">p.&nbsp;186<\/a> cit\u00e9 plus haut.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn38>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[38]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici pp.&nbsp;156,&nbsp;157,&nbsp;158,&nbsp;191&#8209;194. (Le dernier paragraphe de cette citation figure d\u00e9j\u00e0 dans la citation de la <a href=\"#CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S193a\">p.&nbsp;193 et suiv.<\/a> donn\u00e9e plus haut.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn39>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[39]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici pp.&nbsp;172&#8209;174.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn40>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[40]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;173&#8209;174. (Ce passage est celui de la <a href=\"#CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S173a\">p. 173 174<\/a> d\u00e9j\u00e0 cit\u00e9 plus haut.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn41>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\" title=\"\"><span style='font-size:10.0pt;font-family:\"Garamond\",\"serif\"'>[41]<\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;195. (Les citations r\u00e9f\u00e9renc\u00e9es par les notes&nbsp;41 et&nbsp;43 reprennent plus extensivement un passage d\u00e9j\u00e0 cit\u00e9 partiellement: <a href=\"#CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S196a\">p.&nbsp;196<\/a> et la suite <a href=\"#CIT_Lassalle_Arbeiterprogramm_S197a\">p.&nbsp;197<\/a>.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn42>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[42]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle: Offenes Antwortschreiben&#8230;<\/span> Ici p.&nbsp;58&#8209;59,&nbsp;69.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn43>\n<p class=MsoEndnoteText style='line-height:12.0pt'><a href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size: 12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[43]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle, Arbeiterprogramm<\/span>. Ici p.&nbsp;195&#8209;198. (Cette citation constitue la suite de celle r\u00e9f\u00e9renc\u00e9e par la note&nbsp;41.)<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn44>\n<p class=MsoEndnoteText style='line-height:12.0pt'><a href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size: 12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[44]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>F.&nbsp;Lassalle: Offenes Antwortschreiben&#8230;<\/span> Ici p.&nbsp;70.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn45>\n<p class=MsoEndnoteText style='line-height:12.0pt'><a href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size: 12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[45]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>K.&nbsp;Berchtold (Hg.): \u00d6sterreichische Parteiprogramme&#8230;<\/span>, p.&nbsp;129&#8209;130. Ici p.&nbsp;130.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-1401\" data-postid=\"1401\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-1401 themify_builder tf_clear\">\n    <\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aux sources de la social-d\u00e9mocratie: Ferdinand Lassalle Extraits des documents cit\u00e9s, reproduits selon les sources d&rsquo;origine Cette page est associ\u00e9e au texte Aux sources de la social-d\u00e9mocratie: Ferdinand Lassalle Introduction I. L\u00b4&quot;\u00c9tat populaire&quot; de F. Lassalle &#8211; une mystification tenace 1. F. Lassalle et l&rsquo;\u00c9tat populaire 2. De K. Kautsky \u00e0 M. Adler, la th\u00e9orie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1401","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-non-classe","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"builder_content":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1401"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1401"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1401\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}