{"id":1528,"date":"2025-07-15T01:11:02","date_gmt":"2025-07-14T23:11:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/?p=1528"},"modified":"2026-01-26T00:08:52","modified_gmt":"2026-01-25T23:08:52","slug":"oesterreich-dokumente-sdapdoe-parteitag-1933-fr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/oesterreich-dokumente-sdapdoe-parteitag-1933-fr\/","title":{"rendered":"Documents : SDAPD\u00d6 &#8211; Congr\u00e8s du Parti 14\u201116 octobre 1933"},"content":{"rendered":"\n<div class=WordSection1>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center'><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p>\n<div align=center>\n<table class=MsoTableGrid border=1 cellspacing=0 cellpadding=0 style='border-collapse:collapse;border:none'>\n<tr>\n<td width=756 valign=top style='width:16.0cm;border:solid windowtext 1.0pt; padding:5.65pt 14.2pt 5.65pt 14.2pt'>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center;line-height:16.0pt; page-break-after:avoid'><b><span style='letter-spacing:1.0pt'>Autriche 1918 &#8211; 1945<br \/> Documents&nbsp;:<br \/> SDAPD\u00d6 &#8211; Congr\u00e8s extraordinaire du Parti<br \/> 14-16 Octobre 1933, Vienne<\/span><\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><\/div>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center'><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a>Opposition interne au Parti.<\/p>\n<p class=Texte>Dans la p\u00e9riode pr\u00e9c\u00e9dant le congr\u00e8s d\u2019octobre 1933, une opposition interne au Parti se forma, qui critiqua dans son propre bulletin d\u2019information le &quot;caract\u00e8re hybride de ce parti r\u00e9formiste&quot; et exigea une &quot;ligne prol\u00e9tarienne et r\u00e9volutionnaire&quot; face au r\u00e9gime autoritaire en place (<span lang=DE>Informationsblatt der Revolution\u00e4ren Opposition Nr. 1<\/span>). Ce groupe a d\u00e9pos\u00e9 une r\u00e9solution au congr\u00e8s du Parti. Face \u00e0 l\u2019opposition grandissante qui poussait \u00e0 l\u2019action dans les organisations locales et les conf\u00e9rences du Parti et qui devenait de plus en plus autonome, Otto Bauer pr\u00f4nait la m\u00e9thode de la &quot;patience et de la discussion compr\u00e9hensive&quot;, qu\u2019il pr\u00e9conisait depuis toujours. La direction du parti accorda au groupe un temps de parole particulier lors du congr\u00e8s<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[1]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=Intertitre2>Congr\u00e8s du Parti<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-weight:normal'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=Intertitre2a>Motion Schrangl (Steyr) et camarades<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-weight:normal'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Linke in der Partei schl\u00e4gt vor&nbsp;: (31)<\/span><span lang=DE> <\/span><span lang=DE>In Zusammenfassung der Resolutionen Nr. 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 25, 29 und 30 beschlie\u00dft der Parteitag&nbsp;: In der Erkenntnis, da\u00df die Politik des kleineren Uebels eine der Ursachen f\u00fcr das jetzige Schicksal der Arbeiterklasse in Deutschland gewesen ist, lehnt der Parteitag jedes Kompromi\u00df mit der derzeitigen Diktaturregierung ab. Der gr\u00fcne Fascismus ist ebenso zu bek\u00e4mpfen wie der braune. Dieser Kampf kann aber nicht auf bestimmte Momente, in welchen es zur Entscheidung kommt, abgestellt werden, sondern es mu\u00df jede Situation in diesem Kampfe entsprechend ausgen\u00fctzt werden. Mittel hiezu sind unter anderen&nbsp;: Massenaktionen gegen alle Verschlechterungen der Arbeitslosenunterst\u00fctzung und Massenaussteuerungen. Streiks in Betrieben mit krasser Ausbeutung, Streiks gegen jede Lohnk\u00fcrzung und gegen Ma\u00dfregelungen der Vertrauensm\u00e4nner der Arbeiterschaft. Streik der Wiener Gemeindebetriebe gegen weitere Angriffe auf die rote Gemeinde Wien. Ausdehnung dieser Streiks unter F\u00fchrung der Partei zu weiter f\u00fchrenden Streiks und Massenbewegungen unter Beteiligung aller Formationen der Arbeiterklasse einschlie\u00dflich der Arbeitslosen bis zum Generalstreik zum Kampfe um die Macht. Der Parteitag stellt fest&nbsp;: Die Parole, da\u00df ein entscheidender Vorsto\u00df der Reaktion &#8209;&nbsp;Besetzung des Wiener Rathauses, Aufl\u00f6sung der Partei, Aufl\u00f6sung und Gleichschaltung der Gewerkschaften, Verfassungsoktroi der Anla\u00df zum Kampfe sei&nbsp;&#8209; gen\u00fcgt nicht. Die Partei mu\u00df zum Angriff \u00fcbergehen. Sie hat der Oeffentlichkeit die Forderungen zu stellen und zwar&nbsp;: Aufhebung aller arbeiterfeindlichen Notverordnungen. Wiederherstellung der vollen Demokratie f\u00fcr die Arbeiterschaft. Aufhebung und Entwaffnung aller fascistischen Garden. Der Parteitag mu\u00df der sichtbare Auftakt zu dieser Aenderung der bisherigen Politik der Parteileitung sein. Er verpflichtet den neuen Parteivorstand, unmittelbar vom Parteitag ausgehend, Aktionen schon in den n\u00e4chsten Tagen zu beginnen und so zu steigern, da\u00df sich aus ihnen die Durchsetzung unserer wichtigsten Forderungen oder die Entscheidung ergibt. Weiteres Zuwarten bedeutet die Untergrabung unserer Positionen, die Entmutigung der breiten Massen und den kampflosen Untergang der Arbeiterklasse. Der von der Partei organisierte Kampf wird uns vom Fascismus bewahren.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a><span lang=DE>Memorandum de <\/span>l&rsquo;Opposition<span lang=DE> interne.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>In tiefster Sorge um das Schicksal unserer Partei und der \u00f6sterreichischen Arbeiterklasse haben wir, eine Gruppe linker Sozialdemokraten uns zu gemeinsamen Auftreten vor dem Parteitag und vor der gesamten Partei\u00f6ffentlichkeit entschlossen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Der Zusammenbruch der deutschen Sozialdemokratie hat nicht nur uns, er hat alle \u00d6sterreichischen Sozialdemokraten ersch\u00fcttert. Und alle \u00f6sterreichischen Sozialdemokraten sind einig in dem Willen, eine \u00e4hnliche Katastrophe in Oesterreich zu verh\u00fcten, die \u00f6sterreichische Arbeiterklasse vor der Barbarei des Fascismus zu bewahren. Die Kampfesmethoden jedoch, die wir f\u00fcr notwendig halten, unterscheiden sich grunds\u00e4tzlich von den Methoden der Parteif\u00fchrung.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Politik der Parteif\u00fchrung seit dem M\u00e4rz dieses Jahres ist eine Politik des Abwartens, eine Taktik, die sich alle Termine, alle Kampfsituationen vom Gegner vorschreiben l\u00e4\u00dft.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Diese Taktik ist falsch.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Regierung hat in den letzten Monaten ihre Taktik selbst den politisch Blinden zu erkennen gegeben. Nicht einen st\u00fcrmenden, sondern einen schleichenden Fascismus haben wir abzuwehren.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Warum sollte die Regierung das Rathaus besetzen? Sie wird die Gemeindeverwaltung aller Geldmittel berauben, wird sie zu unpopul\u00e4rer Massenbesteuerung, zur furchtbarsten Einschr\u00e4nkung aller sozialen Aufgaben und schlie\u00dflich zum Bankerott zwingen. Sie wird die rote Gemeinde nicht durch einen Handstreich erobern, sie wird durch eine planm\u00e4\u00dfige Blockade die Kapitulation herbeif\u00fchren. Warum sollte die Regierung eine Notverordnung, betreffend die Gleichschaltung erlassen? Sie wird, ohne das Wort Gleichschaltung auszusprechen, faktisch eine Gewerkschaft nach der anderen gleichschalten, eine Gewerkschaft nach der anderen ihrem Machtsystem eingliedern. Warum sollte die Regierung die Partei verbieten? Sie kann sich den Luxus nicht leisten, 75 Prozent der Bev\u00f6lkerung, die Nazi und die Sozialdemokraten, zur Illegalit\u00e4t zu verurteilen&nbsp;: das w\u00e4re die Anarchie in Permanenz, der v\u00f6llige Zusammenbruch der \u00f6sterreichischen Wirtschaft und des \u00f6sterreichischen Staatswesens. Die Regierung wird daher in absehbarer Zeit die Partei nicht verbieten, sie wird ihr nur keine M\u00f6glichkeit gew\u00e4hren, die Lebensinteressen der Arbeiterklasse zu verteidigen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir haben das ausf\u00fchrlich dargestellt, um zu zeigen, wie falsch es ist, alle Kampfmittel f\u00fcr den entscheidenden Augenblick aufzusparen; dieser entscheidende Augenblick wird voraussichtlich niemals kommen, er wird vielmehr, wie durch eine politische Zeitlupe, zu Monaten ausgedehnt. Was wir in diesen Monaten vers\u00e4umen, werden wir an einem Tage nicht mehr einzubringen imstande sein.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir wollen nicht einzelne Fehler kritisieren, unsere Kritik ist grunds\u00e4tzlich. Jede Politik der reinen Verteidigung gegen den Fascismus mu\u00df mit der Niederlage der Arbeiterklasse enden, nur der Angriff gegen das letzte Bollwerk des Kapitalismus, den Fascismus, und damit gegen den Kapitalismus selbst, ist f\u00fcr die Arbeiterklasse siegversprechend. Wenn wir in dieser Krise der kapitalistischen Gesellschaft nicht die Angreifer sind, wird der Fascismus uns aus allen Positionen verjagen, wird eine reaktion\u00e4re Bewegung uns \u00fcberrennen, weil sie revolution\u00e4re Mittel anwendet, vor denen wir, die revolution\u00e4re Bewegung, zur\u00fcckschrecken. Wenn wir nicht begreifen, da\u00df der Kampf heute nicht um einzelne Positionen, sondern um die ganze Macht, um die Herrschaft im Staate,<\/span><span lang=DE> <\/span><span lang=DE>gef\u00fchrt werden mu\u00df, werden wir nicht eine einzige Position in unserem Besitz behalten. Wenn wir nicht erkennen, da\u00df es heute nicht gen\u00fcgt, den alten Parlamentarismus wieder herstellen zu wollen, sondern da\u00df es notwendig ist, die Massen in den revolution\u00e4ren Kampf f\u00fcr die sozialistische Neuordnung der Gesellschaft zu f\u00fchren, werden wir nicht den fanatischen Kampfwillen entfachen, der die beste B\u00fcrgschaft des Sieges ist. Wenn wir nicht alle reformistischen Illusionen ausrotten, werden wir nicht die revolution\u00e4re Bewegung sein, die einzig bef\u00e4higt ist, alle Schwierigkeiten dieser gefahrvollen Situation zu \u00fcberwinden.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026]<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Auf den Proze\u00df der Fascisierung m\u00fcssen wir mit dem Proze\u00df der Revolutionierung erwidern, auf die sich steigernden Teilaktionen der Regierung m\u00fcssen wir mit sich steigernden Teilaktionen der Arbeiterklasse antworten. Die Taktik, die sagt: Heute nicht, morgen nicht, aber wenn die Regierung das und das tun wird, werden wir den Generalstreik proklamieren, ist falsch. Erstens wird die Regierung nicht das und das tun, und zweitens ist der Generalstreik nicht ein Allheilmittel; er ist die letzte Steigerung vieler wachsender Klassenkampfaktionen, Streikbewegungen, Arbeitslosenkundgebungen usw. Eine Partei, die den Kampf will, mu\u00df jede Teilaktion weitertreiben, die Front von Woche zu Woche verbreitern, immer gr\u00f6\u00dfere Massen mobilisieren, die Ruhe und Ordnung mit immer heftigeren St\u00f6\u00dfen ersch\u00fcttern und so die Entscheidung herbeif\u00fchren. Das ist nicht geschehen. Der Bergarbeiterstreik in der Steiermark, von den Nazi angezettelt<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[4]<\/span><\/span><\/span><\/a>, hat uns die M\u00f6glichkeit gegeben, die Klassenfront mit allen Bergarbeitern herzustellen, den Streik auf alle Bergwerksgebiete auszudehnen, die Hakenkreuzler zu entlarven und die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen. Die Parteif\u00fchrung hat diese M\u00f6glichkeit nicht ausgen\u00fctzt, sozialdemokratische Mandatare haben vermittelnd eingegriffen, anstatt die Bewegung weiterzutreiben. \u00c4hnlich war es in Kematen<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[5]<\/span><\/span><\/span><\/a>; die Arbeiter von Kematen haben allen Genossen ein Beispiel gegeben, doch wie es scheint, haben auch dort h\u00f6here Funktion\u00e4re vermittelnd eingegriffen, und der Streik wurde abgebrochen, ohne zu einem Erfolg gef\u00fchrt zu haben. Aber solange diese alten Methoden sich nicht grunds\u00e4tzlich \u00e4ndern, ist die Generalstreikparole nicht ernst zu nehmen, ist alle Aktivit\u00e4t nur Scheinaktivit\u00e4t. Wir d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger warten, wir m\u00fcssen zum Angriff \u00fcbergehen, wenn die Arbeiterschaft nicht an der Sozialdemokratie verzweifeln und in t\u00f6dliche Indifferenz versinken soll.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir m\u00fcssen zum Angriff \u00fcbergehen mit einem klaren Forderungsprogramm, mit einem Ultimatum an die Regierung. Unsere Minimalforderungen haben zu lauten&nbsp;: Aufhebung aller Notverordnungen. Wiederherstellung aller Arbeiterrechte. Unterst\u00fctzung f\u00fcr alle Arbeitslosen. Aufl\u00f6sung und Entwaffnung aller fascistischen Formationen. Wenn die Regierung unsere Forderungen nicht erf\u00fcllt, mu\u00df der Sturz der Regierung und die Wahl einer Regierung der Arbeiter und der Bauern unser unmittelbares Kampfziel sein.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Um diese Politik des revolution\u00e4ren Widerstandes gegen den Fascismus mit der n\u00f6tigen Festigkeit durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, mu\u00df die Partei sich nicht nur im Prinzip, sondern auch in der Organisation den neuen Kampfnotwendigkeiten anpassen. Wir schlagen also vor, der Kerntruppe der Bewegung, den Arbeitern und Arbeitslosen organisatorisch besondere Rechte einzur\u00e4umen und zu diesem Zweck Arbeiterr\u00e4te in die Parteiorganisation einzubauen. Diese Arbeiterr\u00e4te sind von den Betrieben, den Arbeitslosen und den Ordnerformationen zu w\u00e4hlen. Diesen Arbeiterr\u00e4ten ist die unmittelbare Kontrolle \u00fcber die Parteif\u00fchrung zu \u00fcbertragen; ihre Beschl\u00fcsse haben der Partei die politische Linie und die taktischen Ma\u00dfnahmen vorzuzeichnen. Um den Arbeitslosen die n\u00f6tige Mitbestimmung zu sichern, m\u00fcssen unverz\u00fcglich in allen Bezirken und bei allen Gewerkschaften Arbeitslosenkomitees gew\u00e4hlt werden&nbsp;: diese Arbeitslosenkomitees entsenden ihre Delegierten nicht nur in den Arbeiterrat, sondern auch in alle K\u00f6rperschaften der Partei und Gewerkschaft. Nur wenn die F\u00fchrung der Partei von unten, aus den Massen der Arbeiterschaft emporw\u00e4chst und den Massen unmittelbar verbunden und verantwortlich bleibt, ist die B\u00fcrgschaft f\u00fcr die h\u00f6chste Kampfkraft der Arbeiterklasse gegeben. F\u00fcr uns ist die notwendige Umgestaltung der Partei keine Personenfrage, sondern eine Frage der prinzipiellen Neuorientierung mit allen ihren organisatorischen Konsequenzen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir sind uns bewu\u00dft, da\u00df die \u00f6sterreichische Arbeiterklasse in den kommenden Machtk\u00e4mpfen der aktiven Unterst\u00fctzung der Internationale bedarf. Wir sagen vor allem den Vertretern der Internationale auf diesem Parteitag, da\u00df die \u00f6sterreichischen Arbeiter, die treuesten Vork\u00e4mpfer der internationalen Solidarit\u00e4t, von den letzten Beschl\u00fcssen der Internationale tief entt\u00e4uscht sind. Die \u00f6sterreichischen Arbeiter haben gehofft, in der Frage des internationalen Kampfes gegen den Fascismus das volle Verst\u00e4ndnis auch der Parteien zu finden, die sich heute noch der Demokratie erfreuen; sie haben gehofft, da\u00df der Parole der fascistischen Diktatur die Parole der sozialen Revolution der proletarischen Diktatur entgegengesetzt wird; diese Hoffnungen haben sich nicht erf\u00fcllt. Sie haben ferner gehofft, in der Frage des Krieges eine entschiedene Antwort zu vernehmen; nach ihrer Meinung kann ein Krieg nur verhindert werden, wenn die Sozialdemokratie in allen L\u00e4ndern den Sturz der b\u00fcrgerlichen Regierung herbeizuf\u00fchren versucht, nach ihrer Meinung ist es, &quot;sollte der Krieg dennoch ausbrechen&quot;, die einzige Aufgabe der Arbeiterklasse, in allen L\u00e4ndern das Umschlagen des Krieges in die Revolution vor zubereiten. Sie haben gehofft, in der Frage der proletarischen Einheitsfront nicht nur unverbindliche Worte des guten Willens, sondern auch ein konkretes und ehrliches Angebot an die dritte Internationale zu h\u00f6ren, auf Grund eines revolution\u00e4ren Aktionsprogramms \u00fcber eine gemeinsame Offensive gegen den Fascismus zu verhandeln. Alle diese Fragen sind f\u00fcr die \u00f6sterreichische Arbeiterschaft nicht nur von prinzipiellem, sondern auch von brennendem aktuellen Interesse; wir fordern daher von der Internationale, da\u00df sie unseren Kampf nicht nur durch Sympathiekundgebungen, sondern auch durch internationale Aktionen unterst\u00fctze.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir sind \u00fcberzeugt, da\u00df der Fascismus geschlagen wird, wenn die Arbeiterklasse in allen L\u00e4ndern die Gefahr nicht nur in ihrer ganzen Gr\u00f6\u00dfe begreift, sondern ihr auch mit h\u00f6chster revolution\u00e4rer Aktivit\u00e4t entgegentritt. Wir halten den Fascismus nicht f\u00fcr eine Naturnotwendigkeit, sondern f\u00fcr den abwendbaren letzten Versuch des Kapitalismus, seine Herrschaft zu sichern und die soziale Revolution zu verh\u00fcten; wir halten diesen Versuch aber nur f\u00fcr ablenkbar, wenn die Arbeiterschaft prinzipiell zur Revolution entschlossen und organisatorisch auf sie vorbereitet ist. Wir wenden uns daher mit \u00e4u\u00dferster Sch\u00e4rfe gegen alle Fatalisten, die unseren Kampf verlorengeben, ehe er recht begonnen hat, gegen alle Kapitulanten, die lieber in Schande vegetieren als den Kampf wagen wollen, gegen alle Kompromi\u00dfler, die auf ein Einlenken des Klassengegners spekulieren. Der Wille, mit allen Mitteln zu siegen, ist die beste B\u00fcrgschaft des Sieges, der Fatalismus in unseren Reihen der beste Verb\u00fcndete des Klassengegners.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir wenden uns daher an alle mit der Aufforderung, uns in unsren Bestrebungen zu unterst\u00fctzen. Es ist die Sorge um die Partei, die Liebe zur Bewegung, die uns zwingt, unsere Meinungen offen auszusprechen und f\u00fcr diese Meinungen zu werben. Man hat Genossen, die unsere Meinungen vertreten und f\u00fcr sie werben, in Diskussionen manchmal verd\u00e4chtigt, sie h\u00e4tten die Absicht, die Partei zu spalten; wir weisen diese Verd\u00e4chtigungen mit leidenschaftlichem Nachdruck zur\u00fcck. Wir bekennen uns mit allen Fasern zur Einheit der Arbeiterklasse und erkl\u00e4ren &#8209;&nbsp;obwohl sich das von selbst versteht&nbsp;&#8209;, da\u00df wir an jeder Kampfaktion der Partei gegen den Fascismus bedingungslos teilnehmen, da\u00df wir uns der n\u00f6tigen Kampfdisziplin bedingungslos unterwerfen. Wir verdammen jeden Versuch, die Partei zu spalten, von welcher Seite immer er kommen mag; nicht die Partei spalten, sondern gewinnen und erneuern mu\u00df die Parole sein. Wir sind \u00fcberzeugt, im Namen der proletarischen Kerntruppe unserer Partei zu sprechen. H\u00f6rt auf die Stimme der Kerntruppe, mi\u00dfachtet nicht ihre Forderungen! Wir sind eine Minderheit vor dem Parteitag, wir sind eine Mehrheit in dem besten und aktivsten Teil der Arbeiterschaft. Noch ist in Oesterreich nichts verloren, noch ist der Kampf zu gewinnen, wenn wir alle revolution\u00e4ren Energien der Partei mobilisieren. Es liegt uns nichts daran, gegen die Partei recht zu behalten. Es liegt uns alles daran, mit der Partei zu siegen.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a>R\u00e9solution qui a \u00e9t\u00e9 adopt\u00e9e par le Congr\u00e8s<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-weight:normal'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[6]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.<\/span><\/p>\n<p class=Texte>Du <span lang=DE>14 <\/span>au <span lang=DE>16 <\/span>octobre <span lang=DE>1933, <\/span>un congr\u00e8s extraordinaire<span lang=DE> du SDAPD\u00d6 <\/span>se tient \u00e0 Vienne. Une r\u00e9solution est adopt\u00e9e \u00e0 l&rsquo;unanimit\u00e9. Elle peut \u00eatre r\u00e9sum\u00e9e comme suit&nbsp;:<\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>Die Partei hat sechs Monate lang eine Taktik der Zur\u00fcckhaltung, des Zuwartens und der gr\u00f6\u00dften Selbstbeherrschung ge\u00fcbt, um alles zu vermeiden, was dem deutschen Nationalfaschismus die willkommene Gelegenheit zu einem Angriff auf \u00d6sterreich gegeben h\u00e4tte. Die Partei war immer und bleibt auch jetzt zu friedlicher, verfassungsm\u00e4\u00dfiger L\u00f6sung der Krise bereit. Alle Erkl\u00e4rungen dieser Bereitschaft sind aber immer nur mit der Versch\u00e4rfung des Kampfes gegen die Arbeiterklasse und die Sozialdemokratie beantwortet worden. Die gegenw\u00e4rtige Lage erfordert daher eine Verst\u00e4rkung der Aktivit\u00e4t der Partei. Die Partei k\u00e4mpft f\u00fcr folgende Forderungen: 1. Wiedereinberufung der Volksvertretung. 2. Arbeitsbeschaffungsprogramm: Arbeit f\u00fcr 200.000 Arbeitslose. Hebung der Kaufkraft des Volkes. Schutz f\u00fcr die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter. 3. Wiederherstellung der vollen Koalitionsfreiheit. Aufhebung aller Ma\u00dfnahmen, durch die das Arbeits- und Dienstrecht und die sozialen Schutzgesetze verschlechtert werden. 4. Aufhebung der seit dem 5. M\u00e4rz verf\u00fcgten Ma\u00dfnahmen, durch die die Arbeitslosenf\u00fcrsorge verschlechtert worden ist. 5. Wiederherstellung der Versammlungs- und Pressefreiheit f\u00fcr alle demokratischen Parteien. 6. Aufl\u00f6sung und Entwaffnung der faschistischen Wehrformationen. In st\u00e4ndiger Aktivit\u00e4t im Eintreten f\u00fcr diese Forderungen mu\u00df sich die Arbeiterschaft auf die Entscheidungen \u00fcber die staatliche Zukunft \u00d6sterreichs vorbereiten. Der Parteitag erinnert an den Beschlu\u00df, den der Parteivorstand und der Bundesvorstand der freien Gewerkschaften angesichts der Forderungen des Heimwehrfaschismus am 17. September gefa\u00dft haben, und bekr\u00e4ftigt diesen Beschlu\u00df.<\/span><\/p>\n<p class=MsoQuote><span lang=DE>[Otto Bauer: Werkausgabe, Volume 5, Europaverl., 1978; S. 694.]<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a>Discours d\u2019Otto Bauer<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-weight:normal'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[7]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber wenn wir als Vertrauensm\u00e4nner beisammensitzen, wollen wir, wenn wir vom Kampf reden, in erster Linie die Voraussetzung daf\u00fcr feststellen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Was k\u00f6nnen diese Voraussetzungen sein? Ein solcher Kampf um Tod und Leben, bei dem es nicht nur um das Leben von tausenden Menschen, sondern um die Existenz der \u00f6sterreichischen Arbeiterbewegung \u00fcberhaupt f\u00fcr viele Jahre geht, kann nur dann gewagt werden, wenn gro\u00dfe Ereignisse die Leidenschaften des Volkes, den Zorn des Volkes, die Wut des Volkes weit \u00fcber die Reihen der politisch interessierten Minderheit hinaus derart aufw\u00fchlen, da\u00df der Zorn der Millionen eben st\u00e4rker ist als die Bajonette von&nbsp;20.000 oder 30.000&nbsp;Mann, die man uns entgegenstellen kann.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Diese Tatsache sich zu vergegenw\u00e4rtigen und vor allem festzuhalten, da\u00df dieser Kampf nicht ein Putsch sein kann, der herbeigef\u00fchrt wird durch ein Signal des Parteivorstandes, sondern da\u00df er nur aus einer gro\u00dfen gewaltigen Aufw\u00fchlung der tiefsten Leidenschaften des Volkes hervorgehen kann, ist die erste Erkenntnis, die wir brauchen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber nicht weniger wichtig, und das unterstreiche ich dreimal, ist meiner Meinung nach die andere Erkenntnis, die wir heute den Genossen entgegenhalten m\u00fcssen, die aus dieser konkreten Anschauung des Kampfes falsche, gef\u00e4hrliche Schl\u00fcsse ziehen: Es gibt Genossen, die sich der ungeheuren Gefahr bewu\u00dft sind und wissen, was auf dem Spiel steht. Und sie ziehen daraus den Schlu\u00df, es sei \u00fcberhaupt nicht zul\u00e4ssig &#8209;&nbsp;unter keinen Umst\u00e4nden zul\u00e4ssig&nbsp;&#8209;, diesen Kampf zu wagen. Vor dieser Vorstellung m\u00f6chte ich eindringlich warnen! Denn es gibt nach meiner \u00dcberzeugung keine gr\u00f6\u00dfere Gefahr f\u00fcr die \u00f6sterreichische Arbeiterschaft im gegenw\u00e4rtigen Augenblick, als diese Vorstellung. Es ist ja eine groteske Lage, in der wir sind. Da ist eine Regierung, hinter der &#8209;&nbsp;wenn ich ein Drittel des Volkes annehme, so ist das sicher viel zu hoch&nbsp;&#8209; vielleicht nicht einmal ein Viertel des Volkes steht, in Wirklichkeit demnach eine Regierung, die sich auf nichts st\u00fctzt als auf die nackte Gewalt. Ja, sie verf\u00fcgt \u00fcber das Milit\u00e4r. Das Milit\u00e4r ist gegen uns, das ist zun\u00e4chst sicher; ob es auch gegen die Nazi ist, wei\u00df ich nicht. Die Regierung verf\u00fcgt \u00fcber die Polizei, die Gendarmerie, nicht zu hundert Prozent, aber zum gro\u00dfen Teil.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[&#8230;] So grotesk ist also das, was hier vorgeht. Eine Regierung, hinter der nichts steht als dies, und die in den St\u00e4dten, vor allem in den Gro\u00dfst\u00e4dten, nur winzig kleine Teile des Volkes hinter sich hat: eine solche Regierung regiert gegen 70&nbsp;Prozent des Volkes. Sie greift einmal die Nazi an, einmal uns, l\u00f6st die Nazi auf und droht am n\u00e4chsten Tag auch uns mit der Aufl\u00f6sung. An Mut und K\u00fchnheit &#8209;&nbsp;wir wollen es auch dem Gegner anerkennen&nbsp;&#8209; fehlt es Herrn Dr. Dollfu\u00df nicht.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Jetzt aber sehen wir, wie das immer weiter fortschreitet, wie es zu immer unm\u00f6glicheren Forderungen f\u00fchrt, wie alle Mittel dem gegen\u00fcber versagen: die Mittel des Protestes, die Mittel der Berufung an das Rechtswissen, die Mittel selbst einer so gewaltigen gro\u00dfen Demonstration, wie es die Volksadresse war. Das alles gilt ja nicht mehr gegen\u00fcber Maschinengewehren. In so einer Situation, in der der Gegner alles tun zu k\u00f6nnen glaubt, in der er glaubt, diese ganze \u00f6sterreichische Partei, diese alte kampfgewohnte Arbeiterschaft einfach um alles bringen zu k\u00f6nnen, ihr morgen auch das gleiche Wahlrecht mit einem Federstrich nehmen zu k\u00f6nnen, blo\u00df weil er \u00fcber ein paar hundert Maschinengewehre verf\u00fcgt, in so einer Zeit hat der Weg zum Faschismus gar keine Grenze mehr, wenn sie nicht in der Erkenntnis liegt: an einem bestimmten Punkt ist die Grenze gegeben, und wer sie \u00fcberschreitet, mu\u00df dann damit rechnen, da\u00df die \u00f6sterreichische Arbeiterschaft ohne alle anderen R\u00fccksichten und Erw\u00e4gungen k\u00e4mpfen wird. Warum sind die Herren so dreist, warum werden sie immer k\u00fchner? Weil sie sich einbilden, da\u00df wir den Kampf auf keinen Fall aufnehmen werden. Ja, Genossen, wir haben die st\u00e4rksten Hemmungen. Ich habe hier schon davon gesprochen, Generalstreik in der Zeit der gr\u00f6\u00dften Arbeitslosigkeit, eine gewaltsame Auseinandersetzung, die nicht einem verlorenen Krieg folgt, sondern die mit einer vollkommen intakten milit\u00e4rischen Macht erfolgt, das sind gewisse Hemmungen! Das bedeutet aber auch, wenn es zum Kampf kommt, einen Kampf auf Leben und Tod. Und noch mehr: Wir sind die ganze Zeit hindurch durch den Gedanken gehemmt worden, da\u00df wir nicht einem, sondern zwei Gegnern gegen\u00fcberstehen. All das hat uns gehemmt und um all dessentwillen haben wir das halbe Jahr lang jetzt eine Zur\u00fcckhaltung und eine Selbstbeherrschung ge\u00fcbt, die wir uns vor zwei Jahren noch nicht h\u00e4tten vorstellen k\u00f6nnen. Das hat den Gegner irregef\u00fchrt, die Herren glauben, da\u00df wir den Kampf nicht f\u00fchren werden. Wenn auch wir das glaubten, w\u00e4re \u00d6sterreich verloren, dann ginge \u00d6sterreich den Weg zum Faschismus unaufhaltsam weiter. Wenn es zum Kampf kommt, dann k\u00f6nnte der Kampf auch, wie immer er ausgeht, den herrschenden Klassen verdammt kostspielig werden. Wenn ich fr\u00fcher gesagt habe, da\u00df es gewi\u00df auch eine M\u00f6glichkeit der friedlichen Entwirrung durch eine Verst\u00e4ndigung mit der Bauernschaft gibt, so bin ich \u00fcberzeugt, da\u00df diese friedlichen Elemente in der Bauernschaft und im B\u00fcrgertum durch nichts so gest\u00e4rkt werden k\u00f6nnten, als durch die Erkenntnis, da\u00df man gewisse Grenzen nicht \u00fcberschreiten darf, wenn man nicht eine Katastrophe herbeif\u00fchren will. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Welches sind aber die Grenzen?<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir haben durch lange Zeit nicht dar\u00fcber gesprochen. Als im Monat September die Ank\u00fcndigungen des Faschismus immer massiver wurden, als Herr Starhemberg bei der T\u00fcrkenbefreiungsfeier vor dem Rathaus seine Drohrede gehalten hat, als man jeden Tag die Verwirklichung des Totalit\u00e4tstaates und die Aufl\u00f6sung aller Parteien und der Gewerkschaften ank\u00fcndigte, als man von der Aufhebung des gleichen Wahlrechtes sprach, da mu\u00dften wir endlich einmal diese Grenzen festsetzen. Der Parteivorstand und der Bundesvorstand der Gewerkschaften sind an einem Sonntag im September [17. September 1933] auf Nachrichten hin, die wir bekommen hatten, zusammengetreten und haben diese Grenzen festgelegt. Wir haben vier F\u00e4lle festgestellt, die uns zu bezeichnen damals sehr aktuell erschienen sind. Vier F\u00e4lle, in denen die Arbeiterschaft den Kampf auf jeden Fall wagen m\u00fc\u00dfte.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Der erste Fall w\u00e4re die Erf\u00fcllung der alten Heimwehrforderung nach Aufhebung der Rechte Wiens und Einsetzung eines Regierungskommiss\u00e4rs im Rathaus.<span style='color:red'> <\/span>Ich glaube, ich brauche kein Wort dar\u00fcber zu reden, wenn die Arbeiterschaft einen solchen Staatsstreich ohne verzweifelte Gegenwehr dulden w\u00fcrde, w\u00e4re sie verloren. Alles andere k\u00e4me dann selbstverst\u00e4ndlich, so selbstverst\u00e4ndlich wie in Deutschland nach dem 20.&nbsp;Juli, nachdem die Regierung Severing von einem Leutnant und drei Mann davongejagt worden ist und es keine M\u00f6glichkeit des Widerstandes in einem sp\u00e4teren Zeitpunkt gegeben hat. Ich m\u00f6chte, da\u00df man in den- Bundesl\u00e4ndern nicht nur selbst diesen Zusammenhang verstehe, sondern da\u00df auch den Massen klargemacht wird, da\u00df Starhemberg recht hat, wenn er gesagt hat: die Einsetzung des Regierungskommiss\u00e4rs in Wien werde die Geburtsstunde des faschistischen \u00d6sterreichs &#8209;&nbsp;nicht Wiens&nbsp;&#8209; sein. Das mu\u00df die Arbeiterschaft ganz \u00d6sterreichs verstehen, das ist ein Kriegsfall f\u00fcr uns alle. Da bedarf es keiner weiteren Weisungen und Beschl\u00fcsse, keiner formellen Kriegserkl\u00e4rung, keines Ultimatums, da m\u00fcssen wir alle an Ort und Stelle sofort wissen, was wir zu tun haben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir haben einen zweiten Fall aufgestellt, der nicht weniger aktuell ist: Dieser Fall ist der Angriff auf die Gewerkschaften. Ich glaube nicht, da\u00df Herr Dollfu\u00df die Absicht hat, an einem Tag s\u00e4mtliche \u00f6sterreichische Gewerkschaften aufzul\u00f6sen oder gleichzuschalten. Die Herren haben sich ein anderes Vorgehen ersonnen, ganz nach dieser Methode, die Blum heute vormittag geschildert hat. Sie haben einen Teilangriff gemacht, und ich will auch da wieder nicht ungerecht sein und sagen, da\u00df sie sich die richtige Stelle dazu ausgesucht haben. Die Genossen kennen die Vorg\u00e4nge bei den Bundesbahnen. Herr Vaugoin<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[8]<\/span><\/span><\/span><\/a> ist aus der Regierung hinausgeworfen worden. Der stolze Herr hat daf\u00fcr gleich wieder eine andere Stelle angenommen. Aber er meint: wenn auch eine andere Stelle, so ist es doch dasselbe Metier. Und er meint, was er in einem siebenj\u00e4hrigen z\u00e4hen Kampf gegen die Z\u00e4higkeit und Charakterst\u00e4rke unserer roten Wehrm\u00e4nner schlie\u00dflich durchgesetzt hat, nicht weil er sie gebrochen hat, sondern weil ihre Dienstzeit zu Ende war und er andere Soldaten einstellen konnte&nbsp;&#8209; nun, er meint also, dasselbe in ein paar Wochen mit dem alten Elitekorps der \u00f6sterreichischen Arbeiterschaft, den Eisenbahnern, tun zu k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Man hat die Eisenbahner zun\u00e4chst aufgefordert, der &quot;Vaterl\u00e4ndischen Front&quot; beizutreten. Der Parteivorstand hat sich schon viele Wochen fr\u00fcher aus einem anderen Anla\u00df mit der Frage des Beitritts zur Vaterl\u00e4ndischen Front besch\u00e4ftigt. Damals hat es sich um Bundesangestellte gehandelt. Der Parteivorstand hat schon damals, als auf Bundesangestellte auf verschiedenen Dienststellen ein erpresserischer Druck zum Beitritt zur Vaterl\u00e4ndischen Front ausge\u00fcbt wurde, folgenden Beschlu\u00df gefa\u00dft: Grunds\u00e4tzlich ist selbstverst\u00e4ndlich die Zugeh\u00f6rigkeit zur Vaterl\u00e4ndischen Front mit der Zugeh\u00f6rigkeit zur Sozialdemokratischen Partei unvereinbar. Die Vaterl\u00e4ndische Front hat selbst erkl\u00e4rt, da\u00df in ihren Reihen f\u00fcr alle, die auf dem Boden des Klassenkampfes stehen, kein Platz ist. Aber wir haben erkl\u00e4rt, da\u00df, wenn Bundesangestellte in \u00f6ffentlichen Dienststellen nicht anders k\u00f6nnen, als beizutreten, ohne ihre Existenz zu gef\u00e4hrden, so wird man das pardonieren und sie deswegen nicht aus der Partei ausschlie\u00dfen. Als man aber nun bei den Eisenbahnern damit begonnen hat, hat die Gewerkschaft der Eisenbahner im Einvernehmen mit der Partei einen anderen Weg, wie ich glaube mit Recht, gew\u00e4hlt. Denn da handelt es sich anders als bei den Bundesangestellten, um einen ersten Schritt gegen das Recht auf freigewerkschaftlichen Zusammenschlu\u00df. Die Gewerkschaft hat die Parole ausgegeben, nicht beizutreten. Wir wollen aussprechen, was ist, und wollen feststellen, da\u00df diese Parole nicht \u00fcberall durchgegriffen hat. Es gibt Orte und Dienststellen, wo sie in einer Tasche h\u00e4ngengeblieben ist und nicht zur Kenntnis aller organisierten Eisenbahner gekommen ist. Es hat auch Eisenbahner gegeben &#8209;&nbsp;nicht etwa schlechte Genossen&nbsp;&#8209;, die schon seit&nbsp;10, 15&nbsp;oder mehr Jahren gewerkschaftlich organisiert sind, die schlie\u00dflich dem Druck gewichen und beigetreten sind. Da\u00df das geschehen ist, hat seine Ursache, die wir feststellen wollen. Es sind bei den Eisenbahnern infolge des R\u00fcckganges des Verkehrs einige tausend Bedienstete mehr, als man bei der jetzt \u00fcblichen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft braucht, und viele tausende Eisenbahner f\u00fcrchten daher den Abbau. Die Drohung, wer der Vaterl\u00e4ndischen Front nicht beitritt, wird abgebaut, hat nat\u00fcrlich auf viele gewirkt. Niemand wird sich des Ausganges dieser Aktion freuen, aber man mu\u00df das nat\u00fcrlich menschlich begreiflich finden. Es w\u00e4re f\u00fcr jeden, der nicht in derselben Lage ist, allzu wohlfeil, allzu billig, wollte er jetzt den ersten Stein auf diese Eisenbahner werfen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber das ist nicht das Entscheidende. Vorl\u00e4ufig stehen die Eisenbahner auf dem Standpunkt, wir bleiben, was wir sind: Parteigenossen, gewerkschaftlich organisiert; die zwanzig Groschen f\u00fcr die Vaterl\u00e4ndische Front sind eine Versicherungspr\u00e4mie, wie sie meinen, gegen den Abbau. Ich glaube allerdings, da\u00df sich diese Art Versicherung als nicht sehr wirksam erweisen wird. Das ist nun geschehen. Aber t\u00e4uschen wir uns nicht, es ist zu bef\u00fcrchten, da\u00df der Gegner von diesem ersten Schritt zu einem zweiten kommen kann, der unvergleichlich ernster w\u00e4re und nicht so behandelt werden k\u00f6nnte wie der erste, bei dem wir menschlich begreifen, was bisher geschehen ist. Es kann der Moment kommen, wo man den Eisenbahnern sagt: Jetzt bist du Mitglied der Vaterl\u00e4ndischen Front, Front, folglich darfst du weder sozialdemokratisch noch freigewerkschaftlich sein. Wenn das geschieht, so ist das der erste Schritt zum Angriff nicht nur auf die Gewerkschaft der Eisenbahner &#8209;&nbsp;was allein schon lebenswichtig f\u00fcr die ganze Bewegung w\u00e4re&nbsp;&#8209;, sondern der erste Schritt zum Angriff auf die Freien Gewerkschaften \u00fcberhaupt. Gel\u00e4nge es der Reaktion, dort bei den Eisenbahnen die Gewerkschaft zu zerschlagen, dann w\u00e4re die Kampff\u00e4higkeit der ganzen \u00f6sterreichischen Arbeiterklasse gef\u00e4hrdet. Das w\u00fcrde die Entscheidungsk\u00e4mpfe sehr schwer beeintr\u00e4chtigen, dann w\u00fcrde eine unentbehrliche Waffe fehlen, um die anderen Gewerkschaften gegen denselben Angriff zu sch\u00fctzen. Und deswegen ist es unsere Meinung, da\u00df ein solcher Angriff auf die Eisenbahner &#8209;&nbsp;nicht das, was bisher geschehen ist, aber das, was kommen kann&nbsp;&#8209; die Existenzfrage der gewerkschaftlichen Organisation und damit die Frage der Wehrf\u00e4higkeit, der Entscheidungsf\u00e4higkeit, der Abwehrf\u00e4higkeit der Arbeiterklasse \u00fcberhaupt aufrollt. Wir sind ferner der Meinung, da\u00df, wenn ein solcher Terror die Eisenbahner zu einem Entscheidungskampf zw\u00e4nge, es unm\u00f6glich w\u00e4re, die Eisenbahner in diesem Kampf allein zu lassen, sondern, da\u00df dies der Fall w\u00e4re f\u00fcr einen Kampf der ganzen Arbeiterklasse.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Ich brauche \u00fcber die anderen zwei Punkte, die wir in jener Sonntagssitzung formuliert haben, nicht ausf\u00fchrlich sprechen. Die Aufl\u00f6sung der Partei &#8211; wir werden uns doch nicht eine so gewaltige, so gro\u00dfe, so ruhmreiche Partei einfach aufl\u00f6sen lassen: Das w\u00fcrde der Moment sein, da mit dem Kampfe auf der ganzen Front eingesetzt werden m\u00fc\u00dfte. Oder wenn die Herren eine faschistische Verfassung, die das gleiche Wahlrecht aufheben will, die Souver\u00e4nit\u00e4t des Volkswillens aufhebt und von oben her oktroyieren sollte, so w\u00e4re dies der Fall, in dem die Arbeiterschaft sich zur Wehr setzen mu\u00df. Das unterliegt keinem Zweifel.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Das sind die vier Punkte, die der Parteivorstand einvernehmlich festgestellt hat.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Glauben Sie nicht, da\u00df wir jedem Kampfe ausweichen. Gewi\u00df, wir kennen die Schwere eines solchen Entscheidungskampfes, wir erkennen die Gefahr, die aus der Existenz dieser drei Gegner hervorgeht. Aber es gibt F\u00e4lle, wo an nichts mehr gedacht werden darf, wo gek\u00e4mpft werden mu\u00df. Und beschlossen haben wir es \u00fcberdies, um unseren Gegnern zu sagen, sie sollen sich nicht einbilden, da\u00df sie gehen k\u00f6nnen, so weit sie wollen. Die \u00f6sterreichische Arbeiterschaft kann Selbstbeherrschung \u00fcben, weil sie nicht w\u00fcnscht, da\u00df diese K\u00e4mpfe in diesem Land damit enden, da\u00df die braunen Hemden ihr zum Trutz die Diktatur aufrichten. Aber es gibt F\u00e4lle, in denen man k\u00e4mpfen mu\u00df und k\u00e4mpfen wird, ohne jede R\u00fccksicht, was daraus wird. Das m\u00f6gen sich die Herren gesagt sein lassen. Wer immer einen solchen Kampf anfinge und provozierte, der wird, wie immer der Kampf ausgeht, erfahren, da\u00df die \u00f6sterreichischen Arbeiter nicht billig, nicht wohlfeil, nicht ohne Risiko niederzuwerfen sind. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Das war der Sinn dieses Beschlusses. Er bedeutet nat\u00fcrlich nicht, da\u00df diese F\u00e4lle die einzig denkbaren sind. Es k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch andere F\u00e4lle eintreten. Wir k\u00f6nnen uns sehr wohl vorstellen, da\u00df sich die Situation v\u00f6llig ver\u00e4ndert, wenn etwa jene braunen Banden eines Tages in \u00d6sterreich eindringen. Ich glaube, wir sind uns alle dar\u00fcber einig, da\u00df in diesem Fall, wir nicht die Regierung, aber die Freiheit des deutsch\u00f6sterreichischen Volkes verteidigen werden gegen die Unterjochung, gegen die Braunen. Es k\u00f6nnen andere F\u00e4lle vorkommen. Es k\u00f6nnen Provokationen verschiedenster Art den Kampf ausl\u00f6sen. Das kann nat\u00fcrlich niemand voraussagen, und niemand wollte das mit diesem Beschlu\u00df voraussagen. Wir wollten nach beiden Seiten, der Arbeiterschaft und der Regierung gegen\u00fcber, sagen: Grenzen gibt es; h\u00fctet euch, sie zu \u00fcberschreiten. Ich glaube nicht, da\u00df wir taktisch heute einen anderen Beschlu\u00df fassen k\u00f6nnen als in jener Sitzung.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Ich glaube, wir k\u00f6nnen auch heute nicht etwas anderes tun, als diese Beschl\u00fcsse zu best\u00e4tigen und zu bekr\u00e4ftigen. Ich wei\u00df, sie sind nicht ein Rezept f\u00fcr alle m\u00f6glichen F\u00e4lle. Alle m\u00f6glichen F\u00e4lle kann niemand voraussehen. Ich wei\u00df, es gibt Genossen, die andere Vorstellungen haben. Die meinen: ja, da \u00fcberl\u00e4\u00dft man doch dem Dollfu\u00df die Regierung, die Initiative; wenn sie diesen vier Dingen nur ausweichen, dann wird kein Kampf entbrennen und man gibt ihnen dadurch gewisserma\u00dfen einen Freibrief f\u00fcr anderes. Ich wei\u00df, es gibt Genossen, die meinen, man m\u00fcsse anders verfahren. <\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Es liegen auch Antr\u00e4ge in diesem Sinn vor, man m\u00fc\u00dfte Forderungen stellen; wenn das oder jenes nicht geschieht, dann werden wir. an dem oder dem Tag um 12&nbsp;Uhr mittag in den Streik treten. Das w\u00fcrde ich f\u00fcr t\u00f6richt halten. Diese Politik sieht furchtbar revolution\u00e4r aus. Aber ich w\u00fcnsche gar nicht, den Herren die Mitteilung zu machen, die f\u00fcr sie von au\u00dferordentlichem Wert w\u00e4re, f\u00fcr Ma\u00dfregeln, die sie dann treffen w\u00fcrden. Ich w\u00fcrde das f\u00fcr falsch halten. Gewi\u00df, es k\u00f6nnen auch F\u00e4lle eines Ultimatums, auch F\u00e4lle von Forderungen von unserer Seite auftreten. Ich glaube aber nicht, da\u00df die Situation heute so ist. Ich glaube, wir k\u00f6nnen heute nichts anderes tun, als das bekr\u00e4ftigen, was wir gesagt haben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Es hat nicht viel Sinn, \u00fcber die Vergangenheit zu streiten, und es liegt mir daher sehr wenig daran, darzulegen, ob unsere Taktik vom&nbsp;15.&nbsp;M\u00e4rz das Ausweichen damals, richtig gewesen ist. Ich kann f\u00fcr den Parteivorstand wenigstens eines in Anspruch nehmen, da\u00df er die Entscheidung damals, die dem F\u00fchlen vieler Genossen so widersprochen hat und die viele Genossen uns heute noch zum Vorwurf machen, nur gefa\u00dft hat nach dem schwersten Ringen jedes einzelnen mit sich selbst. Es hat keiner damals eine Nacht ruhig geschlafen, es hat jeder damals eine Woche lang mit sich gerungen, es ist keinem leicht geworden. Wir haben damals die M\u00f6glichkeit abgesch\u00e4tzt und damals die Meinung gehabt, da\u00df es richtig war, auszuweichen. Ob das andere richtiger gewesen w\u00e4re, l\u00e4\u00dft sich nicht beweisen, l\u00e4\u00dft sich auch nicht experimentell festsetzen. Aber wie immer das in der Vergangenheit war, wir wollen heute nicht dar\u00fcber streiten, wir wollen der Arbeiterschaft klarmachen, da\u00df Fragen, die einen Kampf betreffen, der auf Tod und Leben gehen m\u00fc\u00dfte, nicht mit der schon erw\u00e4hnten \u201cLeutnants-Psychologie\u201d gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, sondern h\u00f6chste Verantwortlichkeit erfordern. Und wir m\u00fcssen der Arbeiterschaft deshalb das Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr beibringen, warum wir jenen Beschlu\u00df damals nicht gefa\u00dft haben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber auf der anderen Seite m\u00fcssen wir uns mit der gr\u00f6\u00dften Entschiedenheit gegen jeden Kleinmut wenden, der diesen Entscheidungskampf f\u00fcr \u00fcberhaupt nicht mehr m\u00f6glich oder wagbar h\u00e4lt, denn das w\u00e4re eine entscheidende Hilfe f\u00fcr den Faschismus, wenn wir uns auf diesen Standpunkt stellten. Heute vormittag hat einer unserer Freunde von der Internationale gesagt: Die Internationale erwartet, da\u00df die Arbeiterschaft in jedem Fall die Ehre des internationalen Proletariats wahren werde. Er hat damit sicher gemeint, da\u00df dem Faschismus kampflos unterliegen eine Gefahr f\u00fcr die Ehre des internationalen Proletariats sei. F\u00fcr mich ist das nicht der entscheidende Grund. Ich will aus Fragen, bei denen es um Leben und Tod von Tausenden und Zehntausenden Menschen, um Witwen und Waisen und um das Schicksal der ganzen Bewegung geht, keine Prestige- und keine Ehrenfrage machen, sondern mir handelt es sich um etwas ganz anderes. Es geht hier darum, da\u00df wenn die Grenzen \u00fcberschritten w\u00fcrden, die wirklich Faschismus bedeuten, da\u00df in diesem Fall nur unsere Entschlossenheit dem Gegner Einhalt gebieten kann. Es geht heute darum, das Interesse der \u00f6sterreichischen Arbeiterbewegung und das Interesse der internationalen Arbeiterbewegung zu wahren, indem wir dem Gegner das Gef\u00fchl beibringen, da\u00df es ihm keinesfalls wohlfeil und billig gelingen mag, eine gro\u00dfe Arbeiterpartei zu besiegen. Denn wenn wir heute in dieser Lage sind, so nicht nur darum, weil die deutsche Sozialdemokratie geschlagen worden ist, sondern weil sie kampflos geschlagen worden ist. Seither h\u00f6ren wir den Gegner allt\u00e4glich das zynische Wort Mussolinis des J\u00fcngeren <i>[note&nbsp;: gemeint ist Bundeskanzler Dollfu\u00df]<\/i> gebrauchen: Der Marxismus sei doch nur ein Schwamm; wenn man den zusammendr\u00fcckt, flie\u00dft das Wasser heraus und man sehe dann, da\u00df er nur so aufgedunsen gewesen und gar nicht so gro\u00df gewesen sei, wie er es schien. Diese Meinung der \u00f6sterreichischen und auch der internationalen Bourgeoisie zu widerlegen, das ist unsere gro\u00dfe Aufgabe, sonst ist die Sozialdemokratie in der Welt verloren.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Und deswegen: Nicht leichtfertig \u00fcber den Kampf reden! Wir m\u00fcssen wissen, was das bedeutet, wie schwer die Schicksalsfrage ist und worum da gespielt wird. Wir m\u00fcssen volle Klarheit dar\u00fcber haben und dann verstehen, da\u00df man so etwas nicht machen kann, wegen irgendeiner Notverordnung, die diese oder jene Gruppe von Arbeitern betrifft, sondern da\u00df so etwas nur geschehen kann, wenn Ereignisse von ganz gro\u00dfem Ausma\u00df die Leidenschaften der breiten Massen der Arbeitenden und Arbeitslosen so aufgew\u00fchlt haben, da\u00df der Kampf auch dann gelingen kann. Aber bei vollem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bedingtheit dieses Kampfes m\u00fcssen wir zugleich entschlossen, unbeugsam, hart und k\u00fchn f\u00fcr den Kampf sein, sobald es sein mu\u00df. Wenn der Gegner wirklich aus diesem \u00d6sterreich einen faschistischen Staat machen will, wenn er diese \u00f6sterreichische Sozialdemokratie, die soviel f\u00fcr dieses Land seit Jahrzehnten und, ich darf wohl sagen, so viel auch in der Welt bedeutet, wirklich zerst\u00f6ren und vernichten wollte: Dann keine Sentimentalit\u00e4ten, keine Weichheit mehr. Dann in den Kampf gehen, aber mit der Erkenntnis, was dieser Kampf bedeutet. Dann mu\u00df man wissen, da\u00df das ein anderer Kampf ist als alle K\u00e4mpfe vorher, da\u00df es kein Pardon mehr gibt und keine R\u00fccksicht, da\u00df es keine andere Entscheidung gibt, als zu siegen oder unterzugehen und f\u00fcr lange Zeit zu verschwinden!<\/span><\/p>\n<p class=Texte>&nbsp;<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div><br clear=all> <\/p>\n<hr align=left size=1 width=\"33%\">\n<div id=edn1>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[1]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Wolfgang C. M\u00fcller, Die Organisation der \u00f6sterreichischen Sozialdemokratie 1889-1995; Wien, L\u00f6cker Verlag, 1996; S.&nbsp;145.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn2>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;<\/span>Litt\u00e9rature sur le th\u00e8me&nbsp;:<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Ludwig Jedlicka und Rudolf Neck, Vom Justizpalast zum Heldenplatz &#8211; Studien u. Dokumentationen 1927 bis 1938; Wien, \u00d6sterreichische Staatsdruckerei, 1975.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText>Jeanne Benay, Robert Julien, Paul Pasteur, Marianne Walle, L\u2019Autriche 1918-1938 &#8211; recueil de textes civilisationnels; \u00c9tudes autrichiennes n\u00b06, Universit\u00e9 Rouen Havre, 1998.<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText><span lang=DE>Inez Kykal und Karl R. Stadler, Richard Bernaschek &#8211; Odyssee eines Rebellen; Wien, Europaverlag, 1976.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn3>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;Franz Schrangl, Conseiller municipal \u00e0 Steyr.<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText>La motion Schrangl a \u00e9t\u00e9 retir\u00e9e.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn4>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[4]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;<\/span>Le 8 septembre 1933, les mineurs du bassin houiller de Rosental (pr\u00e8s de K\u00f6flach au Tyrol) se mirent en gr\u00e8ve. Le mouvement s\u2019est \u00e9tendu aux bassins miniers voisins, il a pris fin le 22 septembre.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn5>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[5]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;<\/span>D\u00e9but octobre 1933, une gr\u00e8ve a \u00e9clat\u00e9 dans l\u2019usine de cellulose de Kematen an der Ybbs (Basse-Autriche) suite \u00e0 l\u2019arrestation de Vertrauenspersonen parmi les ouvriers et \u00e0 des perquisitions infructueuses. Dans l\u2019usine de papier de Hausmening et dans la scierie Rauscher de Neufurth, les ouvriers ont entam\u00e9 une gr\u00e8ve de sympathie. En r\u00e9action \u00e0 ces arr\u00eats de travail motiv\u00e9s par des raisons politiques, la Heimwehr organisa le dimanche suivant une &quot;marche de promotion&quot; d\u00e9monstrative \u00e0 Kematen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn6>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[6]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Otto Bauer, Werkausgabe, Band 5; Wien, Europaverlag, 1978; S.&nbsp;694.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn7>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[7]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Idem, S.&nbsp;714.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn8>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[8]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;Carl Vaugoin (Christlichsoziale Partei). 1921 et 1922&#8209;1933 Ministre f\u00e9d\u00e9ral des Arm\u00e9es, 1929&#8209;1930 Vice-chancelier, septembre-d\u00e9cembre 1930 chancelier f\u00e9d\u00e9ral.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-1528\" data-postid=\"1528\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-1528 themify_builder tf_clear\">\n    <\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Autriche 1918 &#8211; 1945 Documents&nbsp;: SDAPD\u00d6 &#8211; Congr\u00e8s extraordinaire du Parti 14-16 Octobre 1933, Vienne &nbsp; Opposition interne au Parti. Dans la p\u00e9riode pr\u00e9c\u00e9dant le congr\u00e8s d\u2019octobre 1933, une opposition interne au Parti se forma, qui critiqua dans son propre bulletin d\u2019information le &quot;caract\u00e8re hybride de ce parti r\u00e9formiste&quot; et exigea une &quot;ligne prol\u00e9tarienne [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,36,9],"tags":[],"class_list":["post-1528","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-article-document","category-autriche-documents","category-francais-document","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"builder_content":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1528"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1528"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1528\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1528"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1528"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}