{"id":1538,"date":"2025-07-15T17:02:14","date_gmt":"2025-07-15T15:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/?p=1538"},"modified":"2026-01-26T00:07:14","modified_gmt":"2026-01-25T23:07:14","slug":"oesterreich-dokumente-bauer-otto-1933-1934-fr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/oesterreich-dokumente-bauer-otto-1933-1934-fr\/","title":{"rendered":"Documents : Otto Bauer &#8211; Son interpr\u00e9tation fondamentale de la situation et des \u00e9v\u00e8nements (1933 1934)"},"content":{"rendered":"\n<div class=WordSection1>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center'><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p>\n<div align=center>\n<table class=MsoTableGrid border=1 cellspacing=0 cellpadding=0 style='border-collapse:collapse;border:none'>\n<tr>\n<td width=756 valign=top style='width:16.0cm;border:solid windowtext 1.0pt; padding:5.65pt 14.2pt 5.65pt 14.2pt'>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center;line-height:16.0pt; page-break-after:avoid'><b><span style='letter-spacing:1.0pt'>Autriche 1918 &#8211; 1945<br \/> Documents&nbsp;:<br \/> <\/span><\/b><b><span lang=DE style='letter-spacing:1.0pt'>Otto Bauer &#8211; 1933-1934<\/span><\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><\/div>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center'><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2>Otto Bauer<br \/> Son interpr\u00e9tation fondamentale<br \/> de la situation et des \u00e9v\u00e8nements, 1933&#8209;1934<\/p>\n<p class=Intertitre2a>Discours \u00e0 un rassemblement des Hommes de confiance de Vienne, 10&nbsp;mars 1933<br \/> <span style='font-weight:normal'>(Extrait)<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[1]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>In dem Augenblick, in dem sich Europa wieder in zwei feindliche Lager zu spalten droht &#8209;&nbsp;auf der einen Seite die faschistischen Staaten, Deutschland, Italien und Ungarn, auf der andern Seite das imperialistische Frankreich mit seinen \u00f6stlichen Bundesgenossen&nbsp;&#8209;, in diesem Augenblick steht \u00d6sterreich vor einer schicksalsschweren Entscheidung. Der Faschismus im Innern&nbsp;&#8209; das bedeutet die Einbeziehung \u00d6sterreichs in das faschistische Staatenb\u00fcndnis. Und das w\u00fcrde dann in einer nahen oder fernen Zukunft bedeuten, da\u00df wir, so wie wir im Jahre 1914 auf die Schlachtbank geschickt worden sind f\u00fcr den Ruhm und die Gr\u00f6\u00dfe des Hauses Habsburg, dann einmal auf die Schlachtbank geschickt w\u00fcrden f\u00fcr den Ruhm und die Gr\u00f6\u00dfe der Herren Hitler, Mussolini und Horthy.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Der andre Weg aber, der, den wir wollen, ist der, die Demokratie, das Selbstbestimmungsrecht des \u00f6sterreichischen Volkes zu erhalten und damit zu erhalten eine Politik der strengsten Neutralit\u00e4t gegen\u00fcber dem einen wie gegen\u00fcber dem andern der beiden kriegerischen Staatenb\u00fcndnisse.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Deshalb w\u00e4re nichts verfehlter, als wenn wir diese Schicksalsbedeutung, die Verteidigung der Demokratie untersch\u00e4tzen wollten. Es wird mir gerade heute nicht leicht, ein Wort gegen die deutschen Kommunisten zu sagen, denn sie sind in diesen Tagen gehetzt, verfolgt; die Meute der Kapitalisten ist gegen sie los. Aber wir m\u00fcssen aus den Erfahrungen lernen. Die deutschen Kommunisten haben alle diese Jahre hindurch den deutschen Arbeitern &#8209;&nbsp;und Millionen deutscher Arbeiter sind ihnen gefolgt&nbsp;&#8209; gesagt&nbsp;: &quot;Was ist denn die Demokratie wert? Macht sie euch satt? Gibt sie den Arbeitslosen Arbeit? Die Demokratie ist doch auch nur eine Form der Diktatur der Bourgeoisie! Es steht nicht daf\u00fcr, die Demokratie gegen den Faschismus zu verteidigen, sondern unsere Aufgabe ist, die Demokratie zu st\u00fcrzen und an ihrer Stelle ein Sowjetdeutschland zu erobern.&quot; Und nach dieser Theorie haben die deutschen Kommunisten gehandelt. Seit 1930 war ein Reichstag da, mit einer gro\u00dfen faschistischen Fraktion rechts und mit einer gro\u00dfen kommunistischen Fraktion links. Die beiden hatten zusammen die Mehrheit. Sie konnten zusammen nicht regieren, aber sie konnten zusammen jedes demokratische Regieren unm\u00f6glich machen. Die Kommunisten haben gehofft, auf diese Weise die Demokratie zu zerst\u00f6ren, und ihr Erbe werde ein Sowjetdeutschland sein. Sie haben die Demokratie auf diese Weise zerst\u00f6rt, und ihr Erbe ist ein Hitler-Deutschland. Aus dieser Erfahrung m\u00fcssen wir lernen. Die Demokratie auf dem Boden der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, die Demokratie, die noch vom B\u00fcrgertum beherrscht wird, die Demokratie im Staate bei kapitalistischer Autokratie in den Fabriken, bleibt gewi\u00df den Arbeitern unendlich viel schuldig. Aber Ihr braucht etwa blo\u00df das demokratische Deutschland unter dem Reichskanzler Hermann M\u00fcller mit dem faschistischen Deutschland von heute vergleichen, um zu verstehen, welche Lebensnotwendigkeit es f\u00fcr die Arbeiterklasse ist, mit ihrer ganzen Kraft die Demokratie gegen den Angriff des Faschismus zu verteidigen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir stehen heute vor dieser Aufgabe, denn jetzt ist die Demokratie auch hier ernsthaft bedroht. Wir haben vorausgesehen, da\u00df unter der Einwirkung der Ereignisse im Ausland diese Gefahr kommen wird. Deshalb haben wir immer darauf geachtet, da\u00df der \u00f6sterreichische Nationalrat arbeitsf\u00e4hig bleibe, da\u00df er dem Faschismus keinen Vorwand liefere. Heute behaupten die Regierung und die b\u00fcrgerlichen Parteien, das \u00f6sterreichische Parlament sei immer obstruiert gewesen, es habe nicht ordentlich arbeiten k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Das ist eine L\u00fcge. Gewi\u00df, das Parlament hat oft Schwierigkeiten gehabt, seitdem wir eine Regierung haben, hinter der nur eine knappe Mehrheit von wenigen Stimmen steht. Man sehe sich doch um in den Parlamenten der Welt. Nirgends h\u00e4lt man es f\u00fcr m\u00f6glich, f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit ein Regierungssystem aufrechtzuerhalten, das bei den Abstimmungen nur Mehrheiten von ein bis drei Stimmen hat. \u00dcberall ist man \u00fcberzeugt, da\u00df zu einer Mehrheit mehr geh\u00f6rt, da\u00df nicht Zuf\u00e4lle die Abstimmungen entscheiden d\u00fcrfen. Hier aber h\u00e4lt man an einem Regierungssystem mit einer so knappen Mehrheit fest. Und trotzdem hat das Parlament \u00fcber die wichtigsten Fragen des Landes demokratisch entscheiden k\u00f6nnen. Und wenn eine Mehrheit von nur einer Stimme gegen uns war, so haben wir uns dem gef\u00fcgt, weil wir wu\u00dften, da\u00df die Demokratie in Mitteleuropa jetzt in eine Gefahrenzone hineingekommen ist, und da\u00df man sie nicht in ernste Gefahren dadurch st\u00fcrzen darf, da\u00df man ihr Funktionieren unm\u00f6glich macht. Hand aufs Herz, Genossen, Ihr habt das uns sozialdemokratischen Abgeordneten oft zum Vorwurf gemacht. Ich habe von Genossen, von Arbeitslosen und von Ausgesteuerten, die durch die furchtbaren H\u00e4rten der sozialen Verwaltung der b\u00fcrgerlichen Regierung getroffen worden sind, oft geh\u00f6rt&nbsp;: &quot;Warum duldet Ihr denn das? Warum schlagt Ihr nicht lieber alles kurz und klein?&quot; Ich habe diese Stimmungen verstanden. Aber wir haben uns doch immer gesagt&nbsp;: Heute, da die Demokratie durch die deutsche Entwicklung in ganz Mitteleuropa bedroht ist, mu\u00df man sich vor allem h\u00fcten, was die Demokratie funktionsunf\u00e4hig machen und dadurch in Gefahr bringen k\u00f6nnte. Man mu\u00df das Parlament, so klein und so erb\u00e4rmlich seine Mehrheit ist, aktionsf\u00e4hig erhalten. Nat\u00fcrlich konnten und durften wir nicht darauf verzichten, mit allen demokratischen Mitteln die Interessen der Arbeiterschaft zu verteidigen; aber wir waren immer \u00e4ngstlich besorgt, unseren Kampf so zu f\u00fchren, da\u00df dadurch der demokratische Kampfboden selbst nicht gef\u00e4hrdet werde. Vielleicht verstehen jetzt manche Genossen besser als bisher, warum wir das getan haben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wenn aber die Krise der Demokratie trotzdem gekommen ist, dann ist sie nicht durch unsere Schuld gekommen, weil wir das Parlament nicht h\u00e4tten arbeiten und funktionieren lassen, sondern sie ist gekommen durch die Schuld der Herren, die in den deutschen Ereignissen eine Konjunktur f\u00fcr ihre alten Pl\u00e4ne wittern und sich an jede Formalit\u00e4t als Vorwand klammern, um das Selbstbestimmungsrecht und die Freiheitsrechte des Volkes anzugreifen. Wir haben, bevor jene Notverordnung erschienen ist, die gezeigt hat, wohin die Regierung steuern will, den b\u00fcrgerlichen Parteien gesagt&nbsp;: Angesichts der Ereignisse in Deutschland ist es heute notwendig, \u00d6sterreich eine ruhige demokratische Entwicklung zu sichern. Daran sind wir mitzuwirken bereit. Mitzuwirken nicht in der Form einer Regierungskoalition von der war keine Rede&nbsp;&#8209;, aber durch demokratisches Zusammenarbeiten der Parteien im Parlament unter der Voraussetzung, da\u00df man die demokratische Verfassung der Republik nicht antaste, da\u00df man die gro\u00dfen politischen Streitfragen, die uns von den b\u00fcrgerlichen Parteien trennen, f\u00fcr eine Zeitlang zur\u00fcckstellt und sich statt dessen mit den wirklichen Sorgen des Volkes besch\u00e4ftige, damit, wie man den Arbeitslosen Arbeit beschafft, damit, wie man den Massen, die noch Arbeit haben, sie erh\u00e4lt, und damit, wie man die unschuldigen Opfer der Krise durch diese Zeit der Not durchzubringen vermag.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Herren haben dieses unser Angebot in dem christlichsozialen Regierungsorgan f\u00fcr unzeitgem\u00e4\u00df erkl\u00e4rt. Aber wir betreiben keine Prestigepolitik. Und deshalb erkl\u00e4re ich heute nochmals&nbsp;: Wenn die Herren ihre faschistischen Pl\u00e4ne aufgeben, den verfassungsm\u00e4\u00dfigen demokratischen Zustand ohne S\u00e4umen wiederherstellen, die rechtswidrigen Angriffe auf verfassungsm\u00e4\u00dfig verb\u00fcrgte Freiheitsrechte einstellen, dann sind wir auch jetzt zu einer friedlichen Entwirrung der Lage und zur Mitarbeit an den sachlichen, wirtschaftlichen Aufgaben der Zeit bereit. Denn wir w\u00fcnschen den Kampf nicht um seiner selbst willen. Wir wissen, da\u00df ein gro\u00dfer Verfassungskampf der Volkswirtschaft des Landes Wunden schlagen w\u00fcrde, die sich in noch vermehrter Arbeitslosigkeit ausdr\u00fccken w\u00fcrden, und wir wissen, da\u00df, wenn es zum Entscheidungskampf kommt, Opfer fallen w\u00fcrden, die wir vor den M\u00fcttern unseres Landes nur verantworten k\u00f6nnen, nachdem wir vorher alles getan haben, was eine friedliche L\u00f6sung auf dem Boden der Volksfreiheit m\u00f6glich macht.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber wenn ich das hier noch einmal sage, dann soll man mich nicht mi\u00dfverstehen. Denn dar\u00fcber darf sich niemand t\u00e4uschen&nbsp;: Wenn der Gegner es anders will, wenn er unsere Friedensbereitschaft mi\u00dfachtet, wenn er sich einbildet, \u00d6sterreich auf die deutsche Bahn f\u00fchren zu k\u00f6nnen, dann, Genossinnen und Genossen, soll der Gegner wissen, da\u00df wir zu allem, aber auch wirklich zu allem entschlossen sind.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a>&quot;R\u00e9volution et contrer\u00e9volution en Autriche&quot;, 1934<br \/> <span style='font-weight:normal'>(Extraits)<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026] Seit dem 7. M\u00e4rz 1933, dem Tage des Staatsstreichs der Regierung Dollfu\u00df-Fey, hat die \u00f6sterreichische Sozialdemokratie die gr\u00f6\u00dften Anstrengungen unternommen, um eine friedliche verfassungsm\u00e4\u00dfige L\u00f6sung der politischen Krise zu erm\u00f6glichen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Sozialdemokratie hat elf Monate lang die gr\u00f6\u00dfte Zur\u00fcckhaltung ge\u00fcbt. Sie hat auf die Ausschaltung des Parlaments und die Etablierung eines absolutistischen Notverordnungsregimes, auf die Aufl\u00f6sung des Republikanischen Schutzbundes, auf eine ganze Reihe von Notverordnungen, die in verfassungswidriger Weise das Versammlungsrecht der Arbeiter, die Pressefreiheit aufhoben, die sozialpolitischen Errungenschaften der Arbeiter abbauten, die sozialdemokratische Gemeindeverwaltung Wiens ihrer Einnahmen beraubten und dadurch leistungsunf\u00e4hig machten, nicht mit gewaltsamem Widerstand geantwortet. Sie hat im Gegenteil immer wieder bis in die allerj\u00fcngste Zeit alle Anstrengungen unternommen, um zu Verhandlungen mit der Regierung Dollfu\u00df und mit dem nicht faschistischen Fl\u00fcgel der Christlichsozialen Partei \u00fcber eine friedliche Verst\u00e4ndigung um die Bildung einer Einheitsfront gegen die Nationalsozialisten zu gelangen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber diese friedliche und zuwartende Haltung der Sozialdemokratischen Partei hat die Regierung Dollfu\u00df-Fey nur zu immer feindlicheren Ma\u00dfregeln gegen die Arbeiterschaft und gegen die Sozialdemokratie ermutigt. Alle Versuche, zu Verst\u00e4ndigungsverhandlungen zu gelangen, hat Herr Dollfu\u00df bis in die allerj\u00fcngsten Tage in der hochm\u00fctigsten und beleidigendsten Weise abgelehnt.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026]<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Erbitterung der Arbeiterschaft wandte sich immer mehr gegen die zuwartende und verst\u00e4ndigungsbereite Politik des Parteivorstandes. Wachsame Teile der Parteimitgliedschaft forderten immer st\u00fcrmischer das Losschlagen. Trotzdem hielt der Parteivorstand an der schon im Herbst vom Parteitage festgestellten Linie fest&nbsp;: Die Partei d\u00fcrfe nur im \u00e4u\u00dfersten Fall die Parole zum Generalstreik geben, nur dann, wenn die Regierung eine faschistische Verfassung oktroyiert, wenn sie die verfassungsm\u00e4\u00dfige Landesregierung und Gemeindeverwaltung von Wien absetzt, wenn sie die Partei aufl\u00f6st oder die Gewerkschaften gleichschaltet. Solange nicht einer dieser vier F\u00e4lle gegeben sei, m\u00fc\u00dften die Versuche zu einer friedlichen L\u00f6sung geduldig fortgesetzt werden. Es ist dem Parteivorstand aber schon seit Monaten immer schwerer geworden, den erbitterten Arbeitern die Notwendigkeit dieser zuwartenden Politik klarzumachen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>In der letzten Woche mehrten sich die Anzeichen, da\u00df die Regierung zum entscheidenden Schlag gegen die Demokratie und gegen die Arbeiterschaft aushole. Der Verfassungsminister Dr. Ender k\u00fcndigte an, \u00d6sterreich m\u00fcsse binnen kurzem eine &quot;\u00dcbergangsverfassung&quot; bekommen, die &quot;fast eine Diktatur&quot; sein werde. [\u2026] Zugleich forderten die Heimwehren auch die Aufl\u00f6sung der Sozialdemokratischen Partei und aller Gemeindevertretungen, in denen die Sozialdemokraten die Mehrheit hatten. Die Heimwehren drohten ganz unverh\u00fcllt, mit gewaltsamer Besetzung der Landesregierungsgeb\u00e4ude und der Rath\u00e4user, wenn ihre Forderungen nicht erf\u00fcllt w\u00fcrden. Ein faschistischer Staatsstreich schien unmittelbar bevorzustehen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026]<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Trotzdem hielt der Parteivorstand auch jetzt noch an seiner Linie fest. Er hielt es f\u00fcr notwendig, da\u00df die Arbeiterschaft die Ergebnisse der f\u00fcr Montag, den 12. Feber 1934, angesagten Verhandlungen des Bundeskanzlers mit den Landeshauptleuten \u00fcber die Forderungen der Heimwehr abwarte, und da\u00df sie nicht losschlage, solange nicht etwa einer der vier F\u00e4lle, in denen gem\u00e4\u00df dem Parteitagsbeschlu\u00df ein Abwehrkampf zum Schutze der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung unvermeidlich sei, gegeben sei. Noch am Sonntag haben Funktion\u00e4re des Parteivorstandes in diesem Sinne Genossen, die \u00fcber die erregte Stimmung der Arbeiterschaft berichteten, instruiert und vor eigenm\u00e4chtigem Losschlagen dringend gewarnt. Aber die Erregung der Massen hatte einen solchen Grad erreicht, da\u00df sich diese Warnungen des Parteivorstandes nicht mehr durchsetzen konnten. Als Montag fr\u00fch die Polizei in Linz neuerlich Waffen beschlagnahmen und Schutzbundf\u00fchrer verhaften wollte, zwei Tage, nachdem die Heimwehren in Linz, mit Waffengewalt drohend, die ultimative Forderung nach der Gleichschaltung der Landesregierung und der Aufl\u00f6sung der sozialdemokratischen Gemeindeverwaltungen dem Landeshauptmann \u00fcberreicht hat, schlugen die Linzer Arbeiter los.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber auch in Wien herrschte Montag fr\u00fch schon gro\u00dfe Erregung in der Arbeiterschaft.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Am Sonntag war in Floridsdorf, dem industriereichsten Bezirk von Wien, Genosse Stockhammer, ein Betriebsratsobmann, der in der Floridsdorfer Arbeiterschaft besonders angesehen ist, verhaftet worden. Montag fr\u00fch forderten die Arbeiter in den Floridsdorfer Betrieben einen Proteststreik gegen diese Verhaftung. Als in den Betrieben dar\u00fcber noch diskutiert wurde, wurde bekannt, da\u00df in Linz schon Stra\u00dfenk\u00e4mpfe stattfanden. Nun gab es kein Halten mehr. Die Wiener Arbeiter hatten das Gef\u00fchl, da\u00df sie die Linzer und Ober\u00f6sterreicher nicht im Stich lassen, nicht allein im Kampfe lassen k\u00f6nnten, wenn nicht die gesamte Arbeiterschaft von einem Ort nach dem anderen wehrlos gemacht und dann dem f\u00fcr den n\u00e4chsten Tage zu gew\u00e4rtigenden Staatsstreich kampfunf\u00e4hig gegen\u00fcberstehen sollte. So nahmen denn die Ereignisse ihren Lauf.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>W\u00e4re es dem Parteivorstand gelungen, seine Linie bis zur letzten Stunde durchzusetzen, so w\u00e4re der Kampf wahrscheinlich auch nicht vermieden worden. Denn der Gegner war hart daran, Taten zu setzen, die die Arbeiterschaft auf jeden Fall zum Kampfe gezwungen h\u00e4tten, wenn sie nicht kampflos sich einer faschistischen Diktatur unterwerfen wollte. Aber der Kampf w\u00e4re wahrscheinlich von breiten Volksmassen besser verstanden worden.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2a>&quot;Le soul\u00e8vement des travailleurs autrichiens&quot;, 1934<br \/> <span style='font-weight:normal'>(Extraits)<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/a>.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Arbeiter forderten von ihrer Partei Hilfe und Schutz. Sie konnten nicht begreifen, da\u00df die Partei, gestern noch so m\u00e4chtig, mit einem Male wehrlos geworden war. Sie forderten Kampf gegen die Diktatur.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber mit welchen Mitteln, in welcher Weise sollte dieser Kampf gef\u00fchrt werden, da es gesetzliche Abwehrmittel nicht mehr gab?<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die \u00f6sterreichischen Arbeiter hatten es, ebenso wie die Arbeiter der ganzen Welt, als besch\u00e4mend empfunden, da\u00df in Deutschland sowohl die m\u00e4chtige Sozialdemokratie als auch die gro\u00dfe kommunistische Partei kampflos dem Faschismus erlegen waren. Sie hatten es am eigenen Leibe erfahren, wie sehr dieses kampflose Erliegen der deutschen Arbeiterklasse die Reaktion in den anderen L\u00e4ndern ermutigt hat. Sie schworen&nbsp;: &quot;Es darf uns nicht so ergehen, wie es in Deutschland gegangen ist.&quot; Sie f\u00fchlten&nbsp;: &quot;Die Freiheit ist verloren, wenn es nicht M\u00e4nner gibt, die die Freiheit mit Einsatz ihres Lebens zu verteidigen bereit sind.&quot; Sie dachten&nbsp;: &quot;Eine Bande gewaltt\u00e4tiger M\u00e4nner, hinter der nur eine kleine Minderheit des Volkes steht, f\u00fchrt den Kampf gegen die Sozialdemokratie und gegen die Nationalsozialisten zugleich, das hei\u00dft&nbsp;: gegen mindestens 70 Prozent des ganzen Volkes. Sie hat eidbr\u00fcchig die Verfassung aufgehoben, sie tritt t\u00e4glich die Rechte, die die Verfassung dem Volke und jedem einzelnen Staatsb\u00fcrger zusichert, mit F\u00fc\u00dfen. Wir haben als Staatsb\u00fcrger das Recht, diese Bande von Rechtsbrechern davonzujagen und im Kampfe die Wiederherstellung der demokratischen Verfassung zu erzwingen.&quot; Immer breitere Schichten der Arbeiterschaft dr\u00e4ngten nach der Revolution gegen die Diktatur.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Partei war sich der Gefahren einer revolution\u00e4ren Erhebung vollkommen bewu\u00dft. Wir wu\u00dften, wie schwer ein Generalstreik gelingen kann in einer Zeit, in der mehr als ein Drittel der ganzen Arbeiterschaft arbeitslos ist, in der viele Arbeitslose, seit drei, vier, f\u00fcnf Jahren arbeitslos, durch die furchtbarste Not zerm\u00fcrbt und demoralisiert sind, in der jeder Arbeiter, der noch Arbeit hat, um seine Arbeitsstelle zittert. Wir wu\u00dften, da\u00df die Diktatur jeden Streik gewaltsam zu brechen versuchen werde, da\u00df daher jeder Generalstreik binnen wenigen Stunden in einen bewaffneten Kampf Umschl\u00e4gen m\u00fcsse. Wir wu\u00dften, da\u00df in einem solchen bewaffneten Kampf der Gegner die furchtbare Ueberlegenheit der modernen Kriegstechnik haben werde. Wir haben darum alles, was nur irgend m\u00f6glich war, getan, um der gewaltsamen Entscheidung auszuweichen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026]<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir haben immer wieder jede Gelegenheit ausgen\u00fctzt, um b\u00fcrgerliche Politiker und durch sie die Regierung vor dem Anschwellen revolution\u00e4rer Stimmungen in der Arbeiterschaft, vor der wachsenden Gefahr, da\u00df ein Zwischenfall auch gegen den Willen der Partei zu einem gewaltsamen Ausbruch des angeh\u00e4uften Zorns gegen die Diktatur f\u00fchren k\u00f6nne, zu warnen. Dollfu\u00df lehnte alle diese Warnungen immer wieder mit der hochm\u00fctigen Antwort ab&nbsp;: &quot;Es ist keine Gefahr! F\u00fcr diese F\u00fchrer werden sich die Arbeiter nicht mehr schlagen!&quot;<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir boten immer weiter gehende Zugest\u00e4ndnisse an, um eine friedliche L\u00f6sung zu erm\u00f6glichen. Wir lie\u00dfen Dollfu\u00df wissen, da\u00df wir bereit w\u00e4ren, der Regierung auf verfassungsm\u00e4\u00dfige Weise au\u00dferordentliche Vollmachten f\u00fcr zwei Jahre zu bewilligen, wenn diese Vollmachten nur unter der Mitwirkung eines engeren Ausschusses des Parlaments und unter Kontrolle des Verfassungsgerichtshofes gehandhabt w\u00fcrden, und da\u00df wir daf\u00fcr f\u00fcr die Partei nichts als Bewegungsfreiheit, als die Wiederherstellung des gesetzlichen Versammlungsrechtes und der Pre\u00dffreiheit innerhalb der gesetzlichen Schranken verlangten. Wir erkl\u00e4rten uns bereit, selbst dem Gedanken der &quot;berufsst\u00e4ndischen&quot; Organisation der Gesellschaft und des Staates Zugest\u00e4ndnisse zu machen, um nur eine Verst\u00e4ndigung zu erm\u00f6glichen. Es war alles, umsonst; Dollfu\u00df lehnte jede Verhandlung ab.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026]<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir haben unsere Bem\u00fchungen um eine friedliche Entwirrung bis zur allerletzten Stunde fortgesetzt. Noch am Montag, dem 12. Februar, vormittags, konferierten nieder\u00f6sterreichische Sozialdemokraten mit christlichsozialen Politikern \u00fcber die M\u00f6glichkeit, in letzter Stunde die Katastrophe zu vermeiden. Wenige Stunden sp\u00e4ter waren diese Sozialdemokraten verhaftet.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber so sehr wir uns bis zur letzten Stunde um den Frieden bem\u00fcht haben, so sehr mu\u00dften wir doch auch mit der M\u00f6glichkeit rechnen, da\u00df uns der letzte Entscheidungskampf nicht erspart bleiben werde. Denn das allerdings war seit jenem 7. M\u00e4rz unser Entschlu\u00df, unser Wille&nbsp;: Kampflos, ohne einen mannhaften Versuch des Widerstandes werden wir die demokratische Verfassung, die wir mitgeschaffen und f\u00fcnfzehn Jahre lang verteidigt haben, nicht gewaltsam vernichten lassen, die Arbeiterklasse nicht der faschistischen Diktatur preisgeben, die Partei, das gro\u00dfe Werk dreier Arbeitergenerationen, nicht zerst\u00f6ren lassen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir wu\u00dften, da\u00df der ungleiche Kampf gegen die furchtbaren Gewaltmittel des Staates nur gewonnen werden k\u00f6nnte, wenn sich wirklich bis in den letzten Industrieort hinein die ganze Arbeiterklasse erh\u00f6be. Deshalb wollten wir das Zeichen zum Kampf nur dann geben, wenn die Diktatur Taten setzte, die den Volkszorn, die Volksleidenschaften auf das \u00e4u\u00dferste zu steigern geeignet waren. Im Herbst hat ein au\u00dferordentlicher Parteitag beschlossen, da\u00df das Zeichen zum Generalstreik in folgenden vier F\u00e4llen zu geben sei&nbsp;:<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>1.&nbsp;wenn die Regierung rechts- und verfassungswidrig eine faschistische Verfassung oktroyierte;<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>2.&nbsp;wenn die Regierung die verfassungsm\u00e4\u00dfige Gemeinde- und Landesverwaltung des roten Wien rechts- und verfassungswidrig absetzte und die Verwaltung Wiens einem Regierungskommiss\u00e4r \u00fcbertr\u00fcge;<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>3.&nbsp;wenn die Regierung die Partei aufl\u00f6ste;<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>4.&nbsp;wenn die Gewerkschaften aufgel\u00f6st oder &quot;gleichgeschaltet&quot; w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>In jedem dieser vier F\u00e4lle solle die Arbeiterschaft mit dem Generalstreik einsetzen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Dieser Beschlu\u00df des Parteitages wurde den Massen vermittelt und verbreitet. Die &quot;vier Punkte&quot; fanden anfangs ihre Zustimmung. Aber je l\u00e4nger die Diktatur dauerte, je h\u00e4rter ihre Verordnungen die Arbeiterschaft trafen, je mehr die Arbeiterschaft sah, da\u00df der Staatsapparat in der Zwischenzeit seine milit\u00e4rischen Machtmittel verst\u00e4rkte und zugleich die Kampfkraft der Arbeiterschaft zu zerm\u00fcrben suchte, desto mehr mehrten sich in den Betrieben und in den Parteisektionen die Stimmen der Ungeduldigen, der Kampflustigen, der Vorw\u00e4rtsst\u00fcrmenden&nbsp;: &quot;Warten wir nicht l\u00e4nger! Wir werden nicht mehr kampff\u00e4hig sein, wenn einer der vier F\u00e4lle eintreten wird! Schlagen wir los, solange wir noch kampff\u00e4hig sind! Sonst wird es uns so gehen wie den Genossen in Deutschland!&quot;.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Von Monat zu Monat erstarkte innerhalb der Partei die oppositionelle Str\u00f6mung gegen die Politik des Parteivorstandes&nbsp;: gegen die Versuche, zu Verhandlungen mit dem Gegner zu gelangen, und gegen das Abwarten auf einen der &quot;vier Punkte&quot;. Trotzdem hielt der Parteivorstand an seiner Taktik fest. Er war und blieb entschlossen, den \u00e4u\u00dfersten Kampf nur zu wagen, wenn eine Tat des Gegners ihn ganz unabwendbar und unvermeidlich machte.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026]<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Der sozialdemokratische Parteirat trat am 28. J\u00e4nner zusammen. Er beantwortete die Rede Dollfu\u00df\u2019 vom 18. J\u00e4nner. Er erkl\u00e4rte, die Partei sei bereit, \u00fcber eine neue Verfassung zu verhandeln und an der Verteidigung der Unabh\u00e4ngigkeit Oesterreichs mitzuwirken. Er stellte nur zwei Bedingungen: erstens m\u00fcsse das allgemeine und gleiche Wahlrecht, die Verk\u00f6rperung der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t und der politischen Rechtsgleichheit der Arbeiter, die Errungenschaft jahrzehntelanger K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse, erhalten bleiben. Zweitens d\u00fcrfe an das freie Koalitionsrecht der Arbeiter nicht ger\u00fchrt werden. Die Regierungspresse antwortete mit Hohn. Allgemeines und gleiches Wahlrecht, Koalitionsfreiheit&nbsp;&#8209; solche Dinge k\u00f6nne es im neuen Oesterreich nicht mehr geben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026]<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>In der ersten Februarwoche setzten die Heimwehren ein, den vollen Faschismus zu erzwingen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>[\u2026]<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>In Schwechat bei Wien war es der Gendarmerie gelungen, gr\u00f6\u00dfere Waffenvorr\u00e4te der Arbeiter auszuheben. Fey nahm dies zum Anla\u00df, \u00fcberall in den Heimen der Arbeiter nach Waffen suchen und \u00fcberall die F\u00fchrer des Schutzbundes verhaften zu lassen. Am Sonntag dem 11. Feber hat er ein Kommunique ver\u00f6ffentlicht, in dem er mitteilte, die Waffenfunde in Schwechat bewiesen ein &quot;Komplott&quot; &quot;marxistisch-bolschewistischer Verbrecher&quot; gegen die Staatsgewalt, die deshalb gegen die Sozialdemokratie nunmehr r\u00fccksichtslos vorgehen m\u00fcsse. Es war klar&nbsp;: Die Schwechater Waffenfunde sollten der Reichstagsbrand des Herrn Fey sein.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Arbeiterschaft geriet in gro\u00dfe Erregung. Da\u00df man sie zu entwaffnen versuchte und ihre Schutzbund-F\u00fchrer verhaftete in demselben Augenblick, in dem die Heimwehren die Landesregierungen unter ihren bewaffneten Druck setzten, um die Uebergabe der Verwaltung an die Faschisten zu erzwingen, zeigte, da\u00df die Stunde der Entscheidung gekommen war. Die Arbeiterschaft dachte&nbsp;: In diesem Augenblick d\u00fcrfen wir uns keine Waffen mehr wegnehmen lassen, wenn wir nicht in der unmittelbar bevorstehenden Stunde der Entscheidung kampfunf\u00e4hig sein sollen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Der Parteivorstand warnte. Er wollte den Kampf vermeiden, solange die Regierung nicht eine jener Taten setzte, die die ganze Masse der Arbeiterklasse aufger\u00fcttelt, die Volksleidenschaft aufs h\u00f6chste gesteigert h\u00e4tte. Aber die Erregung eines gro\u00dfen Teiles der Arbeiter war schon so gro\u00df, da\u00df die Mahnungen des Parteivorstandes nicht mehr durchdrangen. Als zwei Tage nach dem bewaffneten Einmarsch der Heimwehren in Linz und der Ueberreichung der faschistischen Forderungen an den ober\u00f6sterreichischen Landeshauptmann die Polizei im Heim der Linzer Arbeiter Waffen beschlagnahmen wollte, setzten sich die Schutzb\u00fcndler zur Wehr. Der Sturm brach los.<\/span><\/p>\n<p class=Texte>&nbsp;<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div><br clear=all> <\/p>\n<hr align=left size=1 width=\"33%\">\n<div id=edn1>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[1]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Otto Bauer, Werkausgabe<\/span>, Volume 6; <span lang=DE>Europaverlag<\/span>, 1979; S. 567.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn2>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;Script, avec la mention manuscrite &quot;\u00c9crit \u00e0 Bratislava O. B. pour service de presse&quot;. Le sous-titre est&nbsp;: &quot;D\u2019un dirigeant de la social-d\u00e9mocratie autrichienne&quot;.<\/p>\n<p class=MsoEndnoteText>Source&nbsp;: <span lang=DE>Internationale Information<\/span> 5\/1934, Z\u00fcrich, 18 f\u00e9vrier 1934.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn3>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a>.&nbsp;<span lang=DE>Otto Bauer, Der Aufstand der \u00f6sterreichischen Arbeiter &#8211; Seine Ursachen und seine Wirkungen; Prag, Verlag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik,<\/span> 19 f\u00e9vrier 1934.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-1538\" data-postid=\"1538\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-1538 themify_builder tf_clear\">\n    <\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Autriche 1918 &#8211; 1945 Documents&nbsp;: Otto Bauer &#8211; 1933-1934 &nbsp; Otto Bauer Son interpr\u00e9tation fondamentale de la situation et des \u00e9v\u00e8nements, 1933&#8209;1934 Discours \u00e0 un rassemblement des Hommes de confiance de Vienne, 10&nbsp;mars 1933 (Extrait)[1]. 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