{"id":1544,"date":"2025-07-15T18:12:46","date_gmt":"2025-07-15T16:12:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/?p=1544"},"modified":"2026-01-26T00:05:34","modified_gmt":"2026-01-25T23:05:34","slug":"oesterreich-dokumente-ungarn-raete-sdapdoe-fr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rocml.org\/References-ML\/oesterreich-dokumente-ungarn-raete-sdapdoe-fr\/","title":{"rendered":"Documents : Hongrie \u2013 Conseils \u2013 SDAPD\u00d6"},"content":{"rendered":"\n<div class=WordSection1>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center'><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p>\n<div align=center>\n<table class=MsoTableGrid border=1 cellspacing=0 cellpadding=0 style='border-collapse:collapse;border:none'>\n<tr>\n<td width=756 valign=top style='width:16.0cm;border:solid windowtext 1.0pt; padding:5.65pt 14.2pt 5.65pt 14.2pt'>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center;line-height:16.0pt; page-break-after:avoid'><b><span style='letter-spacing:1.0pt'>Autriche 1918 &#8211; 1945<br \/> Documents&nbsp;:<br \/> R\u00e9publique des conseils hongroise (21 mars &#8211; 1er aout 1919)<\/span><\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><\/div>\n<p class=MsoNormal align=center style='text-align:center'><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2>(Hongrie)<br \/> Appel<br \/> 22 Mars 1919&nbsp;<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-weight:normal'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[1]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=Texte style='text-indent:0cm'><span lang=DE>An Alle!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Das Proletariat Ungarns hat mit dem heutigen Tage jede Macht in seine eigene Hand genommen. Der vollst\u00e4ndige Zusammenbruch der b\u00fcrgerlichen Welt und die Bankerotterkl\u00e4rung des Koalitionsregimes zwingen die Arbeiterschaft und die Bauernschaft Ungarns zu diesem entscheidenden Schritte. Die kapitalistische Produktion ist zusammengebrochen. Die Arbeiterschaft ist nicht geneigt, ihr Haupt auch fernerhin unter das Joch der Gro\u00dfkapitalisten und Gro\u00dfgrundbesitzer zu beugen. Das Land kann von der Anarchie des Zusammenbruches nur durch Schaffung des Sozialismus und Kommunismus gerettet werden. Zur selben Zeit steht die ungarische Revolution auch au\u00dfenpolitisch vor der vollen Katastrophe. Die Pariser Friedenskonferenz hat dahin entschieden, da\u00df nahezu das ganze Gebiet Ungarns milit\u00e4risch besetzt werden soll. Sie erachtet die Linien der Besetzung als endg\u00fcltige politische Grenze und macht hierdurch die Verpflegung und Kohlenversorgung des revolution\u00e4ren Ungarn vollends unm\u00f6glich. In dieser Lage blieb der ungarischen Regierung zu ihrer eigenen Errettung als einziges Mittel die Diktatur des Proletariats, die Herrschaft der Arbeiter und der Armen des Ackerbaues. Die entscheidende Grundbedingung der Diktatur des Proletariats ist die vollkommene Einheit des Proletariats. Eben deshalb haben die ungarl\u00e4ndischen Sozialisten und die ungarl\u00e4ndische Partei der Kommunisten, der geschichtlichen Notwendigkeit gehorchend, ihre vollkommene Vereinigung ausgesprochen. An Stelle dieser Parteien wird hinfort die &quot;Ungarl\u00e4ndische Sozialistenpartei&quot; jeden arbeitenden Mann und jede arbeitende Frau des Landes in sich aufnehmen. Die Regierungsgewalt \u00fcbernimmt im Auftrage dieser Partei ein Revolution\u00e4rer Regierungsrat. Pflicht dieses Rates wird die Ausgestaltung der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenr\u00e4te sein. Die Macht der Gesetzgebung, die Exekutive und die Richtergewalt werden von der Diktatur der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenr\u00e4te ausge\u00fcbt. Ungarn konstituiert sich zu einer R\u00e4terepublik. Der Revolution\u00e4re Regierungsrat beginnt unverz\u00fcglich eine ganze Reihe der gro\u00dfen Arbeiten zur Vorbereitung und Verwirklichung des Sozialismus und Kommunismus. Er statuiert die Sozialisierung der Gro\u00dfgrundbesitze, der Bergwerke, der Gro\u00dfbetriebe, der Banken und der Verkehrsunternehmungen. Die Bodenreform f\u00fchrt er nicht durch eine Bodenaufteilung, die Rumpfgrundbesitze schafft, sondern im Wege von sozialistischen Produktionsgenossenschaften durch. Die Preistreiber, die Lebensmittelwucherer, die spekulativen Nutznie\u00dfer des Hungers und der Kleiderlosigkeit der Massen verfolgt er mit unnachsichtlicher Schonungslosigkeit. Er fordert eiserne Disziplin. Er ahndet mit Todesstrafe die Banditen der Gegenrevolution und die Briganten der Pl\u00fcnderung. Er organisiert eine m\u00e4chtige Proletarierarmee, die die Diktatur der Arbeiterschaft und der Bauernschaft gegen\u00fcber dem ungarischen Kapitalisten und dem ungarischen Gro\u00dfgrundbesitzer ebenso zur Geltung bringt wie gegen\u00fcber dem rum\u00e4nischen Bojaren und dem tschechischen Bourgeois. Er erkl\u00e4rt seine volle ideelle und seelische Solidarit\u00e4t mit der russischen Sowjetregierung und bietet den Proletariern Ru\u00dflands ein Waffenb\u00fcndnis an. Er entbietet der Arbeiterschaft Englands, Frankreichs, Italiens und Amerikas seinen Gru\u00df. Zugleich fordert er sie auf, keinen Augenblick mehr den verruchten Feldzug ihrer kapitalistischen Regierungen gegen die ungarische R\u00e4terepublik zu dulden. Er fordert die Arbeiter und Ackerbautreibenden B\u00f6hmens, Rum\u00e4niens und Serbiens sowie Kroatiens zu einem bewaffneten B\u00fcndnis gegen die Bojaren, die Gro\u00dfgrundbesitzer und die Dynastien auf. Er fordert die Arbeiter Deutsch\u00f6sterreichs und des Deutschen Reiches auf, dem Beispiel der ungarl\u00e4ndischen Arbeiterschaft zu folgen, mit Paris end g\u00fcltig zu brechen und sich mit Moskau zu verb\u00fcnden, die R\u00e4terepublik zu konstituieren und mit den Waffen in der Hand den imperialistischen Eroberern Trotz zu bieten. Die Ungarische Sozialistenpartei und der Revolution\u00e4re Regierungsrat sind sich dessen bewu\u00dft, mit wie vielen Schwierigkeiten und Opfern die ungarische Arbeiterschaft zu k\u00e4mpfen haben wird, wenn sie diesen mutigen und gro\u00dfartigen Weg beschreitet. Wir m\u00fcssen aber den Krieg f\u00fchren zur Befreiung unserer Lebensmittel und unserer Bergwerke. Wir m\u00fcssen den Kampf ausfechten f\u00fcr die Freiheit unserer Proletarier und f\u00fcr die Freiheit unserer eigenen Existenz. Entbehrungen, Elend und Leiden harren unser auf diesem Wege. Trotzdem m\u00fcssen wir ihn beschreiten, denn wir vertrauen dem Heldenmut und der Opferwilligkeit des ungarischen Proletariats. Wir m\u00fcssen ihn gehen, denn nur so k\u00f6nnen wir der welterl\u00f6senden Sache, dem Sozialismus, zum Siege verhelfen. Wir fordern jeden Arbeiter und jeden Ackerbautreibenden auf, zu arbeiten und zu produzieren oder in die Proletarierarmee einzutreten und im Schwei\u00dfe seines Angesichtes oder mit dem Blute seines Herzens f\u00fcr den Triumph der Idee Opfer zu bringen. Was unser auch harren m\u00f6ge die Sache des Sozialismus mu\u00df siegen! Hoch die Proletarierdiktatur! Hoch die ungarische R\u00e4terepublik!<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2>Reichsvollzugsausschuss der Arbeiterr\u00e4te Deutsch\u00f6sterreichs<br \/> R\u00e9ponse \u00e0 l&rsquo;appel du Parti hongrois des socialistes<br \/> et du Conseil r\u00e9volutionnaire au pouvoir (Hongrie)<br \/> 22 Mars 1919&nbsp;<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-weight:normal'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=Texte style='text-indent:0cm'><span lang=DE>Genossen und Genossinnen!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Zur Sitzung des Reichsvollzugsausschusses der Arbeiterr\u00e4te Deutsch\u00f6sterreichs versammelt, erreicht uns euer Aufruf&nbsp;: An alle!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Ihr habt die Staatsgewalt in eure Hand genommen, dem Imperialismus der Entente die Unerschrockenheit und Kampfbegeisterung des geeinigten ungarischen Proletariats entgegengestellt. Mit euch sind wir der Meinung, da\u00df heute, nach dem Zusammenbruch des deutschen und \u00f6sterreichisch-ungarischen Imperialismus, der Hauptfeind der imperialistische Sieger ist. Die Konferenz der Sieger in Paris soll, wenn sie ganze V\u00f6lker vergewaltigen und das Selbstbestimmungsrecht der Nationen beugen will, auf den entschlossenen Widerstand der Arbeiter sto\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Ihr habt an uns den Ruf gerichtet, eurem Beispiel zu folgen. Wir t\u00e4ten es vom Herzen gern, aber zur Stunde k\u00f6nnen wir das leider nicht. In unserem Lande sind keine Lebensmittel mehr. Selbst unsere karge Brotversorgung beruht nur auf den Lebensmittelz\u00fcgen, die die Entente uns schickt. Wenn wir heute eurem Rate folgen w\u00fcrden, dann w\u00fcrde uns der Entente-Kapitalismus mit grausamer Unerbittlichkeit die letzte Zufuhr abschneiden, uns der Hungerkatastrophe preisgeben. Wir sind \u00fcberzeugt davon, da\u00df die russische R\u00e4terepublik nichts unversucht lassen w\u00fcrde, uns zu helfen. Aber ehe sie uns helfen k\u00f6nnte, w\u00e4ren wir verhungert. Wir sind daher in einer noch wesentlich schwierigeren Lage als ihr. Unsere Abh\u00e4ngigkeit von der Entente ist eine vollst\u00e4ndige.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wohl aber ist es unsere heilige Pflicht, f\u00fcr alle F\u00e4lle ger\u00fcstet zu sein. Darum hat die Reichskonferenz unserer Arbeiterr\u00e4te vor drei Wochen den Ausbau der R\u00e4teorganisation beschlossen. Wir haben an das arbeitende Volk den Appell gerichtet, \u00fcberall Arbeiterr\u00e4te einzusetzen, die Gr\u00fcndung von Bauernr\u00e4ten zu f\u00f6rdern sowie Arbeiter-, Bauern- und Soldatenr\u00e4te mit den bestehenden bew\u00e4hrten Organisationen zusammenzufassen, um alles vorzubereiten, was die Stunde gebietet.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Neuerdings ergeht der Ruf an die Arbeiter aller Orte, die R\u00e4teorganisation schleunigst auszubauen. Wir haben auch bereits gefordert, da\u00df der in den Beschl\u00fcssen der Reichskonferenz vorgesehene Zentralrat in den n\u00e4chsten Tagen zusammentrete.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>All unsere W\u00fcnsche sind bei euch. Mit hei\u00dfem Herzen verfolgen wir die Ereignisse und hoffen, da\u00df die Sache des Sozialismus siegen wird. Kampbereit stehen auch wir, gewillt zu erf\u00fcllen, was die geschichtliche Notwendigkeit fordern wird.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Es lebe die internationale Arbeitersolidarit\u00e4t!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Es lebe der Sozialismus!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>F\u00fcr den Reichsvollzugsausschu\u00df der Arbeiterr\u00e4te Deutsch\u00f6sterreichs&nbsp;:<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Josef Benisch (Schriftf\u00fchrer), Friedrich Adler (Vorsitzender)<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2><span lang=DE>Ungarn und wir<br \/> <\/span><span lang=DE style='font-weight:normal'>Arbeiter-Zeitung, 23. M\u00e4rz 1919&nbsp;<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die proletarische Revolution in Ungarn hat ihre besonderen, ihre eigent\u00fcmlichen Z\u00fcge. Sie ist nicht so sehr eine Erhebung gegen die Bourgeoisie des eigenen Landes als ein Aufstand gegen die Ententebourgeoisie. Die Entente hat den gr\u00f6\u00dften Teil Ungarns an Tschechen, Rum\u00e4nen und S\u00fcdslaven verschenkt. Das ungarische Volk lehnt sich gegen die Zerst\u00fcckelung seines Landes, gegen die Preisgabe kernmagyarischer St\u00e4dte an fremde Nationen auf. Es fa\u00dft den verzweifelten Entschlu\u00df, sich gegen die \u00fcberm\u00e4chtigen Sieger mit der Waffe in der Hand zur Wehr zu setzen. Aber werden die Arbeiter und die Bauern dem Rufe zu den Waffen folgen? Werden die kriegsm\u00fcden Soldaten todesbereit gegen Tschecho-Slovaken und Rum\u00e4nen marschieren? Sie werden es nur dann, wenn Ungarn wirklich zu ihrem Vaterland wird&nbsp;: wenn der Staat ihr Eigentum wird, wenn die Fabriken und der Boden ihr Besitz werden. Die magyarische Bourgeoisie, deren wirtschaftliche Daseinsm\u00f6glichkeit die Zerst\u00fcckelung des Landes zerst\u00f6rt, fa\u00dft den verzweifelten Entschlu\u00df, zeitweilig abzudanken, Arbeitern und Bauern kampflos die Staatsgewalt zu \u00fcberlassen, weil sie darin das einzige Mittel erblickt, die Proletarier der Fabrik und der Scholle zu neuem Kampfe gegen den Landesfeind aufzubieten. So kann das Proletariat, ohne Widerstand zu finden, die Macht ergreifen. Die soziale Revolution dient hier der nationalen Verteidigung; der Uebergang der Macht aus den H\u00e4nden der Bourgeoisie in die H\u00e4nde des Proletariats dient der Verteidigung des Landes gegen den \u00e4u\u00dferen Feind. Es ist nicht zum erstenmal so&nbsp;: 1792 hat das franz\u00f6sische Volk die Jakobiner zur Macht erhoben, weil es sie allein f\u00fcr bef\u00e4higt hielt, den nationalen Widerstand gegen die koalierten F\u00fcrsten ganz Europas zu entfesseln; 1871 ist die Pariser Kommune aus der Bewegung der Patrioten hervorgegangen, die die Unterwerfung unter das Gebot des deutschen Siegers bek\u00e4mpften, den Krieg gegen Deutschland fortsetzen wollten.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Das ungarische Proletariat ruft die Proletarier der Nachbarl\u00e4nder, auch die Proletarier Deutsch\u00f6sterreichs auf, seinem Beispiel zu folgen. Und schon leuchtet hier manches Auge Heller, schon schl\u00e4gt hier lauter manches Herz! Ist unsere Lage nicht dieselbe wie die unserer ungarischen Br\u00fcder? Ist nicht auch hier &#8209;&nbsp;in Deutschb\u00f6hmen und im Sudetenland, in S\u00fcdtirol, K\u00e4rnten und Untersteier&nbsp;&#8209; deutsches Land vom \u00fcberm\u00fctigen Sieger bedroht, der \u00fcber V\u00f6lker verf\u00fcgt, als ob es Herden w\u00e4ren? Ist nicht auch f\u00fcr uns die Stunde gekommen, die Bourgeoisie zu st\u00fcrzen, die Macht an uns zu rei\u00dfen, die Fabriken und Bergwerke, den Boden des Adels und der Kirche mit einem Schlage dem Volke zuzueignen?<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Und doch sind wir in ganz anderer, viel schlimmerer Lage als die Br\u00fcder in Ungarn. Gewi\u00df, die Bourgeoisie des eigenen Landes k\u00f6nnten wir so leicht und so schnell entthronen wie sie; das w\u00fcrden ein paar Bataillone Volkswehr besorgen. Aber von der Ententebourgeoisie sind wir ganz anders gefesselt als das magyarische Proletariat. Die Diktatur des Proletariats w\u00fcrde hier wie dort eine Herausforderung der Entente, eine Kriegserkl\u00e4rung an sie bedeuten. Die Ungarn ertragen es, wenn die Ententemissionen Budapest verlassen; sie haben immerhin noch Lebensmittel im eigenen Lande. Wir w\u00fcrden es nicht ertragen. Wir haben kein Mehl mehr als das, das die Entente uns schickt. Wenn die Entente die Lebensmittelz\u00fcge einstellt, h\u00e4tten wir kein Brot mehr. Die Ungarn raten uns, uns von Paris zu trennen, um uns mit Moskau zu verb\u00fcnden; aber Moskau ist weit, die Sowjetarmeen stehen noch mehr als tausend Kilometer von uns, Polen und die Ukraine sperren uns jede Verbindung mit ihnen; wir sind an Paris gefesselt, weil nur Paris uns Brot geben kann.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Was t\u00e4ten wir, wenn die Entente uns kein Getreide, kein Mehl mehr schickt? Bei den Reichen requirieren? In Wien gibt es ungef\u00e4hr 500.000 Haushaltungen, unter ihnen etwa ein Zehntel, also etwa 50.000 reiche. Nehmen wir an, da\u00df jede reiche Familie f\u00fcr zehn Tage Mehl vorr\u00e4tig habe. Wir k\u00f6nnten dieses Mehl requirieren. 50.000 Familien brauchen f\u00fcr zehn Tage so viel wie 500.000 f\u00fcr einen Tag. Wenn wir also die gehamsterten Vorr\u00e4te der Reichen beschlagnahmen, so h\u00e4tten wir gerade so viel Mehl, als das Wiener Volk f\u00fcr einen Tag braucht. Und dann?<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir k\u00f6nnten bei den Bauern requirieren. Aber Deutsch\u00f6sterreich ist ein Gebirgsland; im gr\u00f6\u00dften Teile des Alpenlandes w\u00e4chst kein Getreide. Wir haben auch im Frieden nie von deutsch\u00f6sterreichischen, sondern von ungarischem, galizischem, m\u00e4hrischem Getreide gelebt. Was heute bei den sch\u00e4rfsten Requisitionen aus den Bauernh\u00f6fen noch herauszuholen w\u00e4re, w\u00fcrde nicht einmal f\u00fcr einige Wochen, wahrscheinlich nicht f\u00fcr vierzehn Tage reichen. Und dann?<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Ungarn kann uns nichts geben; seine getreidereichen Gebiete &#8209;&nbsp;die Bacska, das Banat, die Slovakei&nbsp;&#8209; sind von fremden Truppen besetzt. Oder sollen wir darauf rechnen, da\u00df die Revolution auch nach B\u00f6hmen \u00fcberschlagen wird, da\u00df die Tschechen uns dann helfen werden? Nun, die Tschechen k\u00f6nnten uns Kohlen liefern, sie k\u00f6nnten uns vielleicht f\u00fcr ein paar Tage mit Kartoffeln versorgen, aber Getreide f\u00fcr uns h\u00e4tten auch sie nicht! Oder sollen wir darauf bauen, da\u00df die Revolution auch die Ententel\u00e4nder erfassen, ihr Proletariat uns dann Getreide schicken wird? Aber wann wird das geschehen? Vielleicht nach Monaten, vielleicht in einem Jahre! Und wir haben nicht f\u00fcr zwei Wochen Vorr\u00e4te!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>So ist Deutsch\u00f6sterreich ganz auf die Zusch\u00fcbe der Entente angewiesen. Durch den Hunger sind wir der Entente wehrloser ausgeliefert, als wir es durch eine Besatzungsarmee w\u00e4ren. Der Versuch, hier eine R\u00e4tediktatur aufzurichten, w\u00fcrde damit enden, da\u00df wir in ein paar Tagen ganz ohne Brot w\u00e4ren, binnen kurzem durch die Hungersnot zur Kapitulation gezwungen w\u00fcrden. Darum keine Illusionen! Mit Bourgeoisie des eigenen Landes fertig zu werden w\u00e4re leicht; aber die Ententebourgeoisie h\u00e4lt uns in Fesseln, die wir nicht zu sprengen verm\u00f6gen, und sie h\u00e4lt sch\u00fctzend ihre Hand \u00fcber der heimischen Bourgeoisie!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber so wehrlos wir heute sind, wir brauchen darum nicht zu verzweifeln. Die R\u00e4tediktatur in Ungarn beweist trotz alledem, da\u00df unsere Sache marschiert. Unaufhaltsam w\u00e4lzt sich die Welle der sozialen Revolution vom Osten nach dem Westen. Die Stunde wird kommen, in der auch die Arbeiterklasse Englands und Amerikas, Frankreichs und Italiens die Fesseln sprengen wird! Der Ententebourgeoisie wehrlos unterworfen, sind wir heute noch ohnm\u00e4chtig; aber wenn sich das Proletariat der Ententel\u00e4nder selbst gegen seine Bourgeoisie erhebt, dann werden im Bunde mit ihm auch wir alle Fesseln brechen.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2><span lang=DE>R\u00e4tediktatur oder Demokratie?<br \/> 4. Der Weg der Demokratie.<br \/> <\/span><span lang=DE style='font-weight:normal'>Arbeiter-Zeitung, 28. M\u00e4rz 1919&nbsp;<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[4]<\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Revolution hat der deutsch\u00f6sterreichischen Arbeiterschaft die demokratische Republik, die Selbstregierung des Volkes im Staate, im Lande und in der Gemeinde gebracht und damit ihre Macht wesentlich erweitert. Aber der gro\u00dfe politische Sieg konnte das wirtschaftliche Elend nicht bannen. Unsere Lebensmittelvorr\u00e4te sind ersch\u00f6pft; wir leben nur von den allzu kargen Zusch\u00fcben der Entente. Die Zufuhr der ausl\u00e4ndischen Kohle, auf die wir angewiesen sind, stockt; daher ist unser Eisenbahnverkehr gedrosselt, unsere Fabriken k\u00f6nnen infolge des Mangels ausl\u00e4ndischer Rohstoffe und Kohlen nicht arbeiten; Hunderttausende sind arbeitslos. Die Kriegskosten sind mit Milliarden Banknoten, die in den Umlauf gepre\u00dft wurden, gezahlt worden; dadurch sind unsere Geldzeichen entwertet, die Preise steigen ins Unerh\u00f6rte, die leeren Staatskassen und die Krise der Industrie machen es unm\u00f6glich, L\u00f6hne und Gehalte in gleichem Ausma\u00df zu erh\u00f6hen. Die Entente verweigert uns immer noch den Frieden, die R\u00fcckkehr unserer Gefangenen, die freie Einfuhr von Rohstoffen und Lebensmitteln. An all dem kann keine Regierung etwas \u00e4ndern, Aber die Massen, die hungern und leiden wie nie zuvor, sind verzweifelt und erbittert. Die Leidenschaft, durch die Not entfesselt, droht \u00fcber besonnene Erw\u00e4gung zu obsiegen. Das Vorbild Ru\u00dflands und Ungarns lockt Tausende. Die Bourgeoisie sieht, da\u00df die Versuchung zu neuer Revolution, zur Proklamierung der R\u00e4tediktatur die Massen lockt, Die Bourgeoisie zittert davor, da\u00df die Masse der Versuchung erliegt. So klammert sich die Bourgeoisie jetzt selbst an die Demokratie, gegen die sie sich vor wenigen Monaten noch mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen gewehrt, die sie nur unter unwiderstehlichem Zwange hingenommen hat. Die Bourgeoisie sucht die Demokratie zu retten, indem sie den arbeitenden Volksmassen ihre Fruchtbarkeit beweist. So ist die Bourgeoisie unter dem Drucke der Furcht vor der R\u00e4tediktatur zu weit gr\u00f6\u00dferen Zugest\u00e4ndnissen bereit, als sie sonst bei gleichen Machtverh\u00e4ltnissen bereit w\u00e4re. Ist die Macht des Proletariats zun\u00e4chst vergr\u00f6\u00dfert worden durch den Sieg der Demokratie, so wird sie jetzt neuerlich vergr\u00f6\u00dfert dadurch, da\u00df die Bourgeoisie die Demokratie bedroht sieht durch die Werbekraft des Gedankens der R\u00e4tediktatur.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>So k\u00f6nnen wir heute im Rahmen der demokratischen Republik ohne neuen gewaltsamen Umsturz sehr viel durchsetzen. Wir k\u00f6nnen die alten monarchischen, feudalen und militaristischen Institutionen von der Wurzel aus ausrotten. Wir k\u00f6nnen durch eine Reihe mutiger Reformen das Unterrichtswesen neu gestalten, um f\u00fcr die Erziehung einer selbstbewu\u00dften, denkenden, mutigen Generation die Grundlagen zu schaffen. Wir k\u00f6nnen das Arbeiterrecht auf neue Grundlagen stellen, den Arbeiterschutz und die Arbeiterversicherung unvergleichlich schneller und unvergleichlich gro\u00dfz\u00fcgiger, als es jemals zuvor m\u00f6glich war, ausbauen. Wir k\u00f6nnen die ersten Schritte auf dem Wege zur Sozialisierung der Industrie und des Bergbaues, der Forstwirtschaft und des Handels zur\u00fccklegen. Wir k\u00f6nnen durch eine energische Verm\u00f6gensbesteuerung das Volk von dem Tribut an die Staatsgl\u00e4ubiger befreien. All das ist heute m\u00f6glich auf der Grundlage der Demokratie. Und all das ist im Zuge, im Werden. Die Demokratie wird diese Aufgaben erf\u00fcllen, wenn ihr nur Zeit zur Erf\u00fcllung dieser Aufgaben gelassen wird.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber freilich, all das gen\u00fcgt den breiten Massen des Proletariats nicht mehr. Aufgew\u00fchlt durch das furchtbare Erlebnis des Krieges, aufger\u00fcttelt durch die St\u00fcrme der Revolution in Ru\u00dfland, in Deutschland, in Ungarn, fordert das Proletariat die volle Macht, die Alleinherrschaft. Sie kann es freilich in der deutsch\u00f6sterreichischen Nationalversammlung nicht erlangen; denn in ihr halten die Kr\u00e4fte der klerikalen Bauernschaft und der sozialistischen Arbeiterschaft einander das Gleichgewicht. Aber m\u00fcssen wir darum die Demokratie aufgeben? Gibt es nicht auch auf demokratischer Grundlage einen Weg zur Macht?<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Im Staate ist die Macht der Arbeiter begrenzt durch die Macht der Bauern. Anders in lokalen Selbstverwaltungsk\u00f6rpern. In der Nationalversammlung haben wir nicht die Mehrheit; aber in der Gemeindevertretung von Wien, im Landtag von Nieder\u00f6sterreich, in den zu schaffenden Kreisvertretungen des Viertels unter dem Wienerwald oder des obersteirischen Kreises kann die Arbeiterschaft unschwer die Mehrheit erringen. Und wenn nun all diesen Selbstverwaltungsk\u00f6rpern eine breite Autonomie zugewiesen, wenn ihnen insbesondere auch das Recht zur Enteignung und Sozialisierung dazu geeigneter Betriebe zugestanden wird, dann kann die Herrschaft \u00fcber die lokalen Selbstverwaltungsk\u00f6rper zur gewaltigsten Machtquelle des Proletariats werden. Im Staate sind die Bauern zu zahlreich, als da\u00df die Arbeiterschaft allein herrschen k\u00f6nnte; in den Gro\u00dfst\u00e4dten und Industriebezirken aber ist die Arbeiterschaft die \u00fcberwiegende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung, da kann sie auf demokratische Weise, durch den Stimmzettel, die Herrschaft in den lokalen Vertretungsk\u00f6rpern erringen und die Autonomie der Gemeinden und Kreise kann so zu einem wichtigen Herrschaftsmittel des Proletariats werden. Darum brauchen wir vor allem eine demokratische Lokalverwaltung mit breiten Kompetenzen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Andererseits aber brauchen wir den Anschlu\u00df an das Deutsche Reich. Denn wie immer sich die Klassenk\u00e4mpfe des reichsdeutschen Proletariats vor\u00fcbergehend gestalten, schlie\u00dflich sind in der gro\u00dfen deutschen Republik die Voraussetzungen f\u00fcr die Herrschaft des Proletariats doch unvergleichlich g\u00fcnstiger als in unserem kleinen, industriell viel weniger entwickelten Deutsch\u00f6sterreich. Dort bildet die Arbeiterklasse einen viel gr\u00f6\u00dferen, die Bauernschaft einen viel kleineren Teil der Bev\u00f6lkerung als hier. In Deutschland wird das Proletariat die Herrschaft erobern; also wird auch Deutsch\u00f6sterreich unter proletarischer Herrschaft stehen, sobald es ein Teil des Deutschen Reiches wird.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Unser deutsch\u00f6sterreichischer Staat ist ein Notgebilde, zu vor\u00fcbergehender Leistung bestimmt. Wenn es erst in dem gro\u00dfen Deutschland aufgegangen sein wird, dann werden unserer Nationalversammlung keine wichtigen Aufgaben mehr bleiben. Das Schwergewicht der Gesetzgebung und der Verwaltung wird dann fallen einerseits an das Reich, andererseits an die lokalen Selbstverwaltungsk\u00f6rper, an Gemeinden, Kreise und L\u00e4nder. Im Reiche aber kann die Arbeiterschaft auf demokratischem Wege die Herrschaft erlangen und in den Stadtgemeinden und industriellen Kreisen wird sie mit demokratischen Mitteln die Herrschaft erobern. So k\u00f6nnen wir ohne R\u00e4tediktatur, mit den Mitteln der Demokratie die Macht gewinnen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die R\u00e4tediktatur w\u00fcrde in Deutsch\u00f6sterreich keineswegs die Diktatur des Proletariats bedeuten; denn die Arbeiterr\u00e4te m\u00fc\u00dften mit den Bauernr\u00e4ten die Macht teilen. Die R\u00e4tediktatur w\u00fcrde aber bei den heutigen Verh\u00e4ltnissen neuen Krieg gegen die Entente, die Gefahr einer Besetzung unseres Landes durch fremde Heere, die vollst\u00e4ndige Einstellung der Lebensmittel- und der Kohlenzufuhr, die ungeheuerlichste Steigerung des Massenelends bedeuten und in einer Hungerkatastrophe enden, aus der es keinen anderen Ausweg mehr g\u00e4be als die Konterrevolution. Es gibt einen anderen, sichereren und schmerzloseren Weg zur Macht. Das ist der Weg der Demokratie. Wenn wir uns einerseits dem gro\u00dfen roten Deutschland eingliedern und andererseits in Gemeinden und Kreisen starke Burgen roter Herrschaft schaffen, f\u00fchren wir das Proletariat auf sichererem Weg zur Macht.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>So steht es heute. Freilich, wie es morgen, wie es \u00fcbermorgen stehen wird, kann niemand voraussagen. Heute w\u00e4re die R\u00e4tediktatur nichts als ein leichtfertiges Abenteuer., das uns nur ins Verderben f\u00fchren k\u00f6nnte. Aber wir leben in einer Zeit der gewaltigsten Umw\u00e4lzungen, in der sich das Denken der Menschen, die Machtverh\u00e4ltnisse zwischen Klassen und Staaten von Tag zu Tag \u00e4ndern. Was heute verderbliches Abenteuer w\u00e4re, kann in ein paar Tagen, in ein paar Wochen, in ein paar Monaten zur unentrinnbaren Notwendigkeit werden. Wir lehnen die R\u00e4tediktatur nicht f\u00fcr alle L\u00e4nder, nicht f\u00fcr alle Zeiten ab. Wir glauben nur, da\u00df sie in unserem Lande, am heutigen Tage, bei den gegebenen Machtverh\u00e4ltnissen, in unserer gegenw\u00e4rtigen wirtschaftlichen Not nicht der Weg zur Macht w\u00e4re, sondern der Weg ins Verderben. Wen der Sturm der proletarischen Revolution die Bourgeoisregierungen in unseren Nachbarl\u00e4ndern hinwegfegt und sich das Proletariat auch in den Ententel\u00e4ndern erhebt; wenn die Kette des Hungers, die uns heute an die Ententebourgeoisie fesselt, zerrissen wird und proletarische Regierungen uns die Kohle und die Lebensmittel geben k\u00f6nnen, die wir heute aus den H\u00e4nden der Ententebourgeoisie empfangen m\u00fcssen, dann kann der Tag kommen, an dem der Weg der R\u00e4tediktatur auch f\u00fcr uns gangbar wird. Aber noch sind wir nicht so weit. Noch gibt es f\u00fcr uns keinen anderen zielsicheren Weg als den Weg der Demokratie.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2>Appel des communistes hongrois<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-weight:normal'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[5]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>An die Proletarier aller L\u00e4nder.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Von Ungarn, dem klassischen Lande der Bedr\u00fcckung und des Sklaventums aus, wenden wir uns an Euch. Von dem Lande , in dem das feudale Regime frei sein R\u00e4uberwesen trieb und die Reaktion mit nackter Gewalt w\u00fctete; von dem Lande, in dem das Volk, Millionen Arbeitender, nie das Recht besa\u00df, mitzureden und wo blutige Unterdr\u00fcckung, Kerker, Soldaten- und Gendarmenwaffe die einzige Antwort auf alle ihre Forderungen abgab; von dem Lande, in dem einige tausend Familien alles Recht, alle Macht in H\u00e4nden hielten und wo alle anderen, die auf diesem Boden lebten, freie Beute, elender Abschaum waren.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die Qualen des Krieges haben auf uns st\u00e4rker gelastet als auf irgend einem anderen Volke. Unsere Gebieter haben uns verkauft, um ihre Macht zu sichern, und der Imperialismus verschont niemanden. Von einem Schlachtfeld zum anderen hat man ungarische Soldaten geschleppt, und dieses kleine Land hat in dem rasenden Gemetzel mehr als eine Million Menschen verloren. Und als sich unsere Ausbeuter, unsere Gro\u00dfgrundbesitzer, Bankiers und Spekulanten dank dem Kriege phantastisch bereichert hatten, verfielen wir arbeitenden Proletarier in Elend und Entbehrungen, die aller Beschreibung spotten.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Man hat uns zum K\u00e4mpfen gezwungen; wir haben f\u00fcr sie gelitten und geblutet und Hunger, Entbehrung, Verluste sind uns zuteil geworden.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Vielleicht war es darum , weil wir die Unterdr\u00fccktesten waren, weil unser Volk am meisten gelitten hat, da\u00df wir die Stimme unserer russischen Br\u00fcder als erste geh\u00f6rt und verstanden, durch unsere revolution\u00e4re Kraft die Herrschaft der Ausbeuter gebrochen und die Diktatur des Proletariats proklamiert haben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Genossen! Proletarier!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Unsere Revolution war die Revolution der Arbeit. Die Revolution der Entrechteten, der Bedr\u00fcckten und Ausgebeuteten gegen jene, die durch den Krieg ihren Jahrhunderte lang betriebenen Verbrechen die Krone auf gesetzt haben. Und unsere Revolution war siegreich ohne einen Tropfen Blutes zu vergie\u00dfen. Denn jedermann wu\u00dfte und jubelte es&nbsp;: f\u00fcr Ungarn gab es keine andere Wahl, als entweder v\u00f6llige Aufl\u00f6sung oder die Diktatur des Proletariats. Die Arbeiterklasse hielt zu uns, und wir begannen, gef\u00fchrt durch starken, klaren Willen, das schwierige Werk&nbsp;: die Zerst\u00f6rung der alten verfaulten Gesellschaft und den Aufbau der neuen, des freien und gleichen Reiches freier und gleicher Arbeiter.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Mehr als einmal wandten sich die M\u00e4chtigen von gestern, die ihren verlorenen Privilegien nachtrauerten, gegen uns und hetzten die vom alten Regime korrumpierten, kulturlosen Bauern gegen uns. Wir w\u00e4ren Feiglinge, Kanaillen, Verr\u00e4ter an der Arbeiterklasse gewesen, wenn wir mit verschr\u00e4nkten Armen der W\u00fchlarbeit gegen unsere Gesellschaftsordnung zugesehen h\u00e4tten, wenn wir die nicht gestraft h\u00e4tten, die die Sklaverei wieder herstellen wollten. Aber es ist nicht wahr, da\u00df wir auch einen Tropfen Blut aus Rachelust oder Klassenha\u00df vergossen h\u00e4tten oder da\u00df wir auch nur einen einzigen Menschen get\u00f6tet h\u00e4tten, blo\u00df weil wir im Besitz der Macht und der Waffen waren. Denn wir w\u00e4ren Schufte und Verr\u00e4ter gewesen, h\u00e4tten wir blutigen Leidenschaften freies Feld gelassen. Wir haben die Proletarier bewaffnet zum Schutz der Revolution, nicht aber, um sie zu gemeinen M\u00f6rdern zu machen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Gegen die Gewaltt\u00e4tigkeiten der kapitalistischen M\u00e4chte der ganzen Welt. konnten wir uns nicht halten&nbsp;: die ungarische Sowjetrepublik ist gefallen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Nun \u00fcbt die b\u00fcrgerliche Gesellschaft ihren beispiellosen wei\u00dfen Terror aus. 1500 Genossen sind eingekerkert, Dutzende von ihnen sind schon tot. Man nimmt sich kaum die M\u00fche, sie irgend eines Verbrechens anzuklagen, es gen\u00fcgt, da\u00df jemand als Sozialist denunziert wird und schon ist er Gefangener, dem wildesten Terror, den es jemals gegeben hat, auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Nicht bewaffnete M\u00e4nner, nicht Revolution\u00e4re in hellem Aufruhr, sondern friedliche Arbeiter, Arbeiterinnen, Kinder werden in Fesseln geschlagen, gequ\u00e4lt und ermordet. Mit der Grausamkeit der Wilden werden die entsetzlichsten Mittel ausgedacht, um den Genossen das Leben zu rauben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Der wei\u00dfe Terror kann all das vollbringen, weil hinter ihm die bewaffnete Macht der Ententemissionen steht; und unter dem Protektorat der Verteidiger der V\u00f6lkerfreiheit und der Menschenrechte flie\u00dft heute an einem einzigen Tage mehr Blut in Budapest als in 4 Monaten proletarischer Diktatur geflossen war.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Zur Zeit der ersten bewaffneten Regungen der Gegenrevolution in Budapest, als durch ihren heftigen Widerstand auch eine Anzahl Arbeiter und Soldaten get\u00f6tet wurden, protestierte der Chef der Ententemissionen, Oberstleutnant Romanelli, in einer scharfen Note gegen die Hinrichtung von Gegenrevolution\u00e4ren, die doch nur politische Gegner seien, obgleich sie bewaffneten Widerstand geleistet hatten. Und die Diktatur schwach genug, niemanden hinrichten zu lassen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Heute werden waffenlose Arbeiter, die nicht mehr an Widerstand denken, sinnlos und grundlos massenhaft gemordet, aber die Missionen schweigen sich aus, ja, sie finden nicht einmal ein Wort des Protestes. Im Gegenteil, sie unterst\u00fctzen durch ihre Macht und ihre Autorit\u00e4t den war wei\u00dfen Terror, ohne die er sich nicht einen Tag lang aufrechterhalten k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Genossen, Proletarier aller L\u00e4nder!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Den Machthabern Eurer L\u00e4nder, Eurer Bourgeoisie mundet das proletarische Blut nicht schlecht. Ihre einzige Richtlinie ist, sich an der ungarischen Arbeiterklasse, die die K\u00fchnheit hatte, sich von ihrem Joch zu befreien, zu r\u00e4chen. Das gro\u00dfe Gemetzel wird inszeniert, um Euch zu terrorisieren, um Euch einzusch\u00fcchtern, Euch den Mut zu nehmen, Eure Unterdr\u00fccker durch Eure Revolution zu zerschmettern. Es gibt kein Erbarmen, es gibt keine Menschlichkeit; wenn ihr Profit, ihre Macht in Gefahr ger\u00e4t, werden sie nicht davor zur\u00fcckschrecken, Millionen Arbeiter hinschlachten zu lassen, gerade so wie sie ohne Bedenken Millionen Arbeiter im Kriege hinschlachten lie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Aber Ihr steht uns bei! Unsere Schmerzen sind Eure Schmerzen, und Ihr d\u00fcrft es nicht l\u00e4nger dulden, da\u00df die einzige Antwort auf die legitime Revolution des ungarischen Proletariats auch weiterhin die Schl\u00e4chterei bleibe.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wir begeben uns in Eure Obhut; wir erwarten, wir erhoffen von Euren Kr\u00e4ften unsere Befreiung, unsere Erl\u00f6sung. La\u00dft Eure Donnerstimme ert\u00f6nen, nehmt all Eure Kraft zusammen, um zu verhindern, da\u00df man die Arbeiter eines Landes g\u00e4nzlich vernichte, blo\u00df weil sie sich gegen die sch\u00e4ndlichste Reaktion der Welt aufgelehnt haben.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Es lebe die Solidarit\u00e4t! Es lebe die internationale Revolution!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die sozialistisch-kommunistische Arbeiterpartei Ungarns.<\/span><\/p>\n<p class=Intertitre2>Appel du Comit\u00e9 ex\u00e9cutif de l&rsquo;Internationale communiste<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-weight:normal'><span class=MsoEndnoteReference><span style='font-size:12.0pt;letter-spacing:1.0pt'>[6]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>An die Arbeiter aller L\u00e4nder.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Die an den ungarischen Arbeitern ver\u00fcbte Bluttat.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Genossen! Bereits mehr als drei Monate lang flie\u00dft in Ungarn unaufh\u00f6rlich das Blut der besten ungarischen Proletarier. Tausende und Abertausende ungarischer Arbeiter hat die triumphierende b\u00fcrgerliche Gegenrevolution ohne jeglichen Richterspruch erschossen und geh\u00e4ngt. Und jetzt wird in Budapest die Kom\u00f6die eines Gerichts \u00fcber die noch lebenden K\u00e4mpfer veranstaltet. Etwa f\u00fcnfzehntausend ungarischer Arbeiter sind vor das Milit\u00e4rgericht geladen. Vier Tribunale werden unsere ungarischen Br\u00fcder richten. Und schon im Voraus verk\u00fcndet ein amerikanisches Radio der ganzen Welt, da\u00df in Budapest so viele Todesurteile gef\u00e4llt werden, wie noch niemals im Laufe der Weltgeschichte.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Das Gericht \u00fcber die ungarischen Arbeiter l\u00e4\u00dft jene Schrecken erblassen, durch die die blutgierige franz\u00f6sische Bourgeoisie \u00fcber die heldenhaften Pariser Kommunarden von 1871 ihren Sieg kennzeichnete. Die Bluttat in Ungarn erreicht die gleichen Resultate, wie die Bluttat des Henkers Mannerheim in Finnland, wo die Bourgeoisie laut den letzten Berichten im Laufe eines einzigen Jahres 76.000 finnische Arbeiter get\u00f6tet und ausgehungert hat.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Der wildeste wei\u00dfe Terror wird in allen Ecken und Winkeln Ungarns ausge\u00fcbt. Die z\u00fcgellose gutsherrlich-b\u00fcrgerliche Gegenrevolution w\u00fctet mit unerh\u00f6rter Blutgier. Jeder ungarische Arbeiter kann in jedem beliebigen Augenblick von dem ersten besten Vertreter der &quot;jeunesse dor\u00e9e&quot; erschossen werden.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Dieselben b\u00fcrgerlichen Philanthropen , dieselben heuchlerisichen Sozialverr\u00e4ter, die nun zwei Jahre lang Tr\u00e4nen vergie\u00dfen, weil die russischen Proletarier in ihrem gerechten Kampf gegen die Bourgeoisie, in ihrem heiligen Verteidigungskrieg gegen die Zarengenerale zur bewaffneten Macht Zuflucht nehmen, dieselben Scheinheiligen und Verr\u00e4ter finden kein Wort des Protestes gegen dies ungeheure Bacchanal des wei\u00dfen b\u00fcrgerlichen Terrors, das sich eben in Ungarn abspielt.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Wof\u00fcr kreuzigt man unsere Br\u00fcder, die ungarischen Arbeiter?<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Weil unsere Br\u00fcder, die ungarischen Arbeiter, in dem f\u00fcr ihr Land entscheidenden historischen Augenblick, als die Bourgeoisie, die Ungarn an den Rand des Untergangs gebracht hatte, sich die H\u00e4nde wusch und der Macht entsagte, die Macht in ihre H\u00e4nde nahmen und versuchten, das Land aus der Sackgasse zu f\u00fchren. Die englisch-franz\u00f6sische Bourgeoisie, die die ungarischen Sozialverr\u00e4ter bestach, brachte ihnen mit Hilfe der ultrareaktion\u00e4ren rum\u00e4nischen Truppen die schwerste Niederlage bei. Die internationale proletarische Revolution erwies sich zu jener Zeit nicht gen\u00fcgend stark, um eine unserer ruhmvollen Vortruppen &#8209;&nbsp;die ungarische Truppe&nbsp;&#8209; aus der Not zu retten, in die sie geraten war.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Von allen Seiten von w\u00fctenden, z\u00e4hneknirschenden Feinden umringt, sich selbst \u00fcberlassen, erlitt die ungarische R\u00e4terepublik, die noch nicht erstarkt war, noch nicht fest auf den F\u00fc\u00dfen stand, einen grausamen Schlag. Doch der Tag des Gerichts \u00fcber die Henker des ungarischen Proletariats ist nicht fern. Die internationale Revolution erstarkt trotz allem mit jedem Tage. Die internationale Revolution naht und eilt unseren Br\u00fcdern, den ungarischen Arbeitern, die gekreuzigt werden, zu Hilfe.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Der w\u00fctende wei\u00dfe Terror der Bourgeoisie beschleunigt nur deren Untergang. Die in Ungarn wiederhergestellte b\u00fcrgerliche &quot;Ordnung&quot; hat Hunderttausende und Millionen ungarischer B\u00fcrger ruiniert. Die in Ungarn wiederhergestellte b\u00fcrgerliche &quot;Ordnung&quot; hat betrunkene rum\u00e4nische Banden in die ungarische Hauptstadt gebracht, die in Budapest keinen Stein auf dem andern lassen. Diese b\u00fcrgerliche &quot;Ordnung&quot; wird durch eine neue Woge des Aufstands in Ungarn hinweggefegt, der dieses Mal aktive Unterst\u00fctzung seitens der Arbeiter und Bauern einer ganzen Reihe von L\u00e4ndern findet.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Genossen! Entbl\u00f6\u00dft das Haupt vor den glorreichen Helden der ungarischen Kommune, die ihr Leben der Sache des Proletariats hingegeben haben! Millionen von Arbeitern aller L\u00e4nder begleiten liebevoll die das Schafott betretenden ungarischen Proletarier, und diese Arbeiter geloben, die Bourgeoisie zu besiegen. Euch, ungarischen Genossen, die den Weg zum b\u00fcrgerlichen Golgatha gehen, sendet das internationale Proletariat seinen br\u00fcderlichen Gru\u00df.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale ruft die Arbeiter aller L\u00e4nder auf, den Tag des Gerichts \u00fcber unsere ungarischen Genossen durch eine ganze Reihe von Kundgebungen zu feiern, in der Form , wie sie in jedem Lande m\u00f6glich ist.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Mit den ruhmvollen Helden der ungarischen Kommune rufen wir aus&nbsp;: Die Republik Ungarn ist tot! Es lebe die R\u00e4terepublik Ungarn!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Auf den wei\u00dfen Terror der Bourgeoisie antworten wir mit Bewaffnung der Arbeiter, ihrer Organisierung und Ihrem Zusammenschlie\u00dfen zum letzten Kampf.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Nieder mit der Herrschaft der blutgierigen Bourgeoisie; nieder mit den Henkern der ungarischen Kommune! Es lebe das ungarische Proletariat! Es lebe die internationale Revolution!<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Vorsitzender des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale&nbsp;:<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>G. Sinowjew.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>Petrograd, den 28. November 1919.<\/span><\/p>\n<p class=Texte><span lang=DE>&nbsp;<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div><br clear=all> <\/p>\n<hr align=left size=1 width=\"33%\">\n<div id=edn1>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[1]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Schulthess&rsquo; europ\u00e4ischer Geschichtskalender; C.H. Beck&rsquo;sche, 1923; S. 573.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn2>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Arbeiter-Zeitung &#8211; Zentralorgan der Deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich; 31. Jahrgang, Nr. 81, 23. M\u00e4rz 1919; S. 1.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn3>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[3]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Arbeiter-Zeitung &#8211; Zentralorgan der Deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich; 31. Jahrgang, Nr. 81, 23. M\u00e4rz 1919; S. 1.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn4>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[4]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Arbeiter-Zeitung &#8211; Zentralorgan der Deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich; 31. Jahrgang, Nr. 86, 28. M\u00e4rz 1919; S. 1-2.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText>C&rsquo;est la quatri\u00e8me et derni\u00e8re partie de&nbsp;: <span lang=DE>Otto Bauer, R\u00e4tediktatur oder Demokratie?; Sozialistische B\u00fccherei, Heft&nbsp;2, Wien, Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, 1919.<\/span><\/p>\n<p class=MsoEndnoteText>Le texte entier a \u00e9t\u00e9 publi\u00e9 dans les num\u00e9ros du <span lang=DE>Arbeiter-Zeitung <\/span>des 25, 26, 27 et 28 mars 1919<span lang=DE>.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn5>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[5]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Die Kommunistische Internationale &#8211; Organ des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale, No. 7&#8209;8 November\/Dezember 1919, S.&nbsp;174.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=edn6>\n<p class=MsoEndnoteText><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\" title=\"\"><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'><span class=MsoEndnoteReference><span lang=DE style='font-size:12.0pt'>[6]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=DE>.&nbsp;Die Kommunistische Internationale &#8211; Organ des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale, No. 7 8 November\/Dezember 1919, S. 186.<\/span><\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-1544\" data-postid=\"1544\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-1544 themify_builder tf_clear\">\n    <\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Autriche 1918 &#8211; 1945 Documents&nbsp;: R\u00e9publique des conseils hongroise (21 mars &#8211; 1er aout 1919) &nbsp; (Hongrie) Appel 22 Mars 1919&nbsp;[1] An Alle! Das Proletariat Ungarns hat mit dem heutigen Tage jede Macht in seine eigene Hand genommen. 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